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Kanzleigebäude wird verkauft

Hanau

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    Der Schlossplatz soll umgestaltet werden. Künftig soll er autofrei sein, nachdem eine Tiefgarage gebaut ist. Foto: PM

Hanau. Dem Wettbewerblichen Dialog „die Krone aufsetzen“ will Oberbürgermeister Claus Kaminsky mit der Entwicklung des Schlossplatzes. Dieser ist der fünfte und letzte Platz, der im Rahmen des Innenstadtumbaus in Hanau umgestaltet werden soll.

Artikel vom 19. Mai 2018 - 11:57

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Altstädter Markt, Freiheitsplatz und Marktplatz haben bereits ein anderes Gesicht. 2019/20 wird nun nach einem Beschluss der Stadtverordneten auch der Platz an der Wallonisch-Niederländischen Kirche vom Parkplatz zum Park. Als nächstes folgt dann der Schlossplatz. Ein erster Schritt der Entwicklung sei der Verkauf des Grundstücks mit dem Haus des Handwerks. Auch das Gebäude des Kanzleigebäudes als früherer Standort der Stadtbibliothek solle verkauft werden – in diesem Fall per Erbbaurecht. Neu angewandt werden soll dabei das Mittel der Konzeptvergabe. Hiermit befassten sich die Stadtverordneten im jüngsten Struktur- und Umweltausschuss.

Stadtentwicklung ganzheitlich auf ein Quartier bezogen zu betrachten, mit privaten Partnern gemeinsam und gleichberechtigt zu planen und bauen sowie die Bürgerschaft mit ins Boot zu nehmen – diese Merkmale des Wettbewerblichen Dialogs sollen auch jetzt angewendet werden. In die Schlossplatz-Planung, so der OB, flössen ökologische, soziale, wohnungs- und städtebauliche Bewertungen ein. Diese Schwerpunkte beinhalte auch das neue Instrument der Konzeptvergabe, das die hessische Landesregierung verstärkt ins Spiel bringe.

Hanau ist als Modellstadt gelistet
Hanau ist nach den Worten Kaminskys im neuen Leitfaden zur Konzeptvergabe mit dem Titel „Grundstücksvergabe nach der Qualität von Konzepten“ des Hessischen Ministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz als Modellstadt gelistet. Darin würden als Stärken die „partei- und beteiligtenübergreifende Zustimmung“ zum Stadtumbau genannt, ebenso die Integration verschiedener Themen zur Innenstadtentwicklung wie Einzelhandel, Wohnen, Straßen und Plätze sowie Kultur.

Konzeptvergabe bedeutet, dass kommunale Grundstücke nicht ausschließlich zum Höchstpreis vergaberechtsfrei verkauft werden. Vielmehr gehe es im Rahmen eines wettbewerblichen Verfahrens nach der Qualität des Nutzungskonzeptes.

Großer Wert auf städtebauliche Konzepte
Bei der Investorenauswahl für Kanzleigebäude und Haus des Handwerks will die Stadt also den größten Wert auf das städtebauliche Konzept legen, gefolgt von Architekturkonzept und Denkmalschutz sowie Nutzungskonzept. In der Gewichtung folgten Verkehrserschließung, Realisierungszeitraum und Vertragsstruktur. Eine Rolle spielten auch Wohn- und Freiflächenkonzept, Ökologie und Klimaschutz.

Der Verkauf der Grundstücke soll zu einem Festpreis auf Grundlage einer städtebaulichen Studie und eines Nutzungskonzeptes, erfolgen, welche die städtischen Gremien in diesen Wochen behandeln. Der OB stellt sich auf „reges Investoreninteresse“ ein. Bieter müssten ihre Eignung und Bonität nachweisen, ebenso fachliche und technische Referenzen. Denn der „besondere Ort Schlossplatz“ müsse einen „Nutzungsmix erhalten, „der zur Belebung der Altstadt beiträgt“. Das werde erleichtert durch das vom Gesetzgeber neu ermöglichte Instrument des „Urbanen Quartiers“. Damit solle die Altstadt „nicht zur Partyzone werden“, aber die begonnene Entwicklung mit Außengastronomie und kleinen wie größeren Festen weiter ausgebaut werden.

Nutzungsmischung als Ziel
Durch den am 18. Juni von den Stadtverordneten noch aufzustellenden Bebauungsplan „Urbanes Quartier Altstadt Hanau“ sollen die Plätze und Wegachsen zwischen Schlossplatz, Altstädter Markt und Freiheitsplatz gestärkt werden. Ziel sei eine Nutzungsmischung aus Wohnen, Einzelhandel, Gastronomie, kulturellen und sozialen Einrichtungen.

Der OB forderte, dass ein Investor mit dem Ensemble Schlossplatz als ehemaligem Platz vor der mittelalterlichen Burg Hanau und dem späteren Stadtschloss sensibel umgehen müsse. Denn dieses stehe als Teil der Altstadt unter Denkmalschutz. Altstädter Markt und Johanneskirchplatz seien schon „herausgeputzt“, der Congress Park samt Biergarten im Schlossgarten ohnehin ein „Schatz der Innenstadt“.

Altstadtentwicklung soll vollendet werden
Die Baugesellschaft habe ihre Häuser gegenüber vom Kanzleigebäude zu modernisieren begonnen, um außer Wohnungen darin Gewerberäume und das Haus des Jugendrechts unterzubringen, so der OB weiter. Nun gehe es darum, „die Altstadtentwicklung zu vollenden“ und Kanzleigebäude sowie Haus des Handwerks samt Fronhof und dann den Platz zu entwickeln.

Die vorbereitenden Planungen zur Konzeptvergabe, erstellt von NH ProjektStadt und Architekt Rainer Krebs, sehen eine über die Münzgasse zu erreichende Tiefgarage vor. Der künftig wie der Schlossplatz autofreie Fronhof bleibt demnach als Ort für Kulturveranstaltungen erhalten. In Neubauten am Fronhof, denen das Haus des Handwerks weichen muss, sollen in den Obergeschossen mindestens 30 Prozent als Wohnungen genutzt werden. Bei der gesamten Planung verspricht Kaminsky „maximale Beteiligungstransparenz“ wie sie beim Wettbewerblichen Dialog zum Umbau der Innenstadt schon seit Jahren praktiziert werde. Ende 2018 sei eine erste Bürgerinformation zu erwarten, sobald konkrete Planungsentwürfe vorlägen. Nach dem Lamboyfest 2019 könnten die Bauarbeiten beginnen.  ju



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