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Die Moskitos sind los - Woher sie kommen und was man tun kann

Hanau

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    Der Auenwald rund um Hanau bietet den Schnaken ideale Brutbedingungen. Die Witterungsverhältnisse haben in diesem Jahr dazu geführt, dass die Moskito-Population besonders groß geworden ist. Grafik: OpenStreetMap-Mitwirkende/HA

Region Hanau. Die Zeit der Stechmücken ist angebrochen. Nach dem kalten Winter legen die Schnaken im Frühling ihre Eier.  Die Stechmückenpopulation erscheint vielen Menschen in der Region in diesem Jahr stärker und schneller gewachsen zu sein als in den Vorjahren.

Artikel vom 19. Mai 2018 - 10:39

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Von Philipp Swierzy

Da Hanau von Wasserflächen und Feuchtgebieten wie Auwäldern umgeben ist, siedeln sich Moskitos in den warmen Monaten gerne in der Region an. Die Mückenbrutgebiete wurden von der Stadt Hanau kartiert und werden weiterhin beobachtet. Die Stadt reagiert durch den gezielten Einsatz von BTI auf die Ausbreitung der Stechmückenpopulation.
Insbesondere Sportvereine wie die Fußballer von Kewa Wachenbuchen haben so ihre Probleme mit den Stechmücken. Durch den Bach, der direkt am Waldsportplatz vorbeiläuft, ist in diesen Tagen kaum an ein schnakenfreies Training zu denken.

Durch die Feuchtigkeit sei das Problem „sehr extrem“, so Elmar Schülke, Pressewart von Kewa Wachenbuchen. Mitten im Grünen gelegen, zwischen Wachenbuchen und dem Staatspark Wilhelmsbad, sind die Kicker der Kewa besonders stark von der Mückenplage betroffen. Ähnlich wie die Mitglieder des Tennis- und Hockeyclubs in Wilhelmsbad.

Mückenspray helfe nur bedingt
„Wenn man sich ein Spiel anschaut, sollte man sich 'ne Mütze anziehen“, rät Schülke. Auch die Spieler hätten bestätigt, dass die Moskitos dieses Jahr besonders nervig seien. Selbst vor Mückenspray würden sich die Quälgeister gefühlt kaum abschrecken lassen. „Das ist brutal, du atmest die Mücken ein“, beschreibt der Coach der ersten Mannschaft Thorsten Maier. „Für mich als Trainer ist das aber ganz gut, die Spieler sind dadurch mehr in Bewegung.“

Für die Schnakenbekämpfung der Stadt Hanau ist die Untere Naturschutzbehörde zuständig. Die Stechmücken werden in diesem Jahr als besonders problematisch wahrgenommen, da der „ungewöhnlich feuchte Winter“ die Mückenplage früher habe aufkommen lassen, so der städtische Pressesprecher Joachim Haas-Feldmann auf Anfrage.

Zusätzliche Maßnahmen
Im Bereich des von Mücken besonders beanspruchten Wilhelmsbader Golfplatzes haben Hanau Infrastruktur Service und die Feuerwehr zusätzliches Anti-Schnaken-Mittel BTI versprüht. Weitere Schritte würden laut Feldmann von der Wetterentwicklung und der Kooperation mit anderen Städten abhängen.

Die kommunale Zusammenarbeit der Stechmückenbekämpfung sei eine wichtige Maßnahme, da „sich die Stechmücken nicht an kommunalen Gebietsgrenzen orientieren“, so Haas-Feldmann. „Auf Initiative der Stadt Hanau haben die Bürgermeisterin der Stadt Maintal, Monika Böttcher, Erlensees Bürgermeister Stefan Erb und der Bürgermeister der Stadt Bruchköbel Günter Maibach sowie Hanaus OB Claus Kaminsky und Stadtrat Thomas Morlock „eine stärkere interkommunale Zusammenarbeit“ in Bezug auf die Stechmückenbekämpfung vereinbart.
„In naher Zukunft“ sollen dann auch Fachleute der Stadtverwaltungen, der Landesbetrieb „Hessen-Forst“ sowie externe Sachkundige mit zu Rate gezogen werden. Das Quintett weiß aber, „dass dieses Naturphänomen nicht gänzlich aus der Welt zu schaffen ist“, wie es in einer Pressemitteilung der Stadt Hanau vom Freitag heißt.
Ohne Einbezug der Kosten für die Einsatzkräfte, die das BTI per Spritze ausbringen, kostete die Stechmückenbekämpfung die Stadt Hanau im vergangenen Jahr rund 2500 Euro. In diesem Jahr sind es laut Haas-Feldmann bereits 5000 Euro.

BTI für den Heimgebrauch
Im eigenen Garten muss hingegen jeder selbst für die Regulierung der Schnakenpopulation sorgen. Nach der Überwinterung, beispielsweise im Hauskeller, legen die Hausschnaken im Frühling ihre Brut im Gartenteich oder der Regentonne ab. BTI-Tabletten sind im Stadtladen Hanau in kleinen Mengen kostenfrei für den Heimgebrauch erhältlich. Alternativ verdeckt man seine Regentonnen und offenen Wasserbehälter oder befüllt seinen Teich mit Fischen, die gerne Mücken fressen.

Auch der „Zweckverband zur Bekämpfung der Schnakenplagen in den Nidderauen“ weist in einer Pressemitteilung daraufhin, dass „die Entwicklung von Hausschnaken begonnen hat“.

Da sich diese in Wohnungsnähe befänden, könne der Verband diese nicht bekämpfen und sei auf die Mithilfe der Bürger angewiesen. Das regelmäßige Entleeren und Abdecken von Wasserbehältern sowie das Beseitigen aller unnötigen Behältnisse sei hilfreich.

 



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