Lesezeichen hinzufügen hanauer.de als Startseite
heiter
26 ° C - heiter
» mehr Wetter

"Pfadfinder in Sachen Mobilität" fordern mehr öffentliche WCs

Hanau

  • img
    Machten ein Jahr lang die Mobilität im Alter zu ihrem vordringlichsten Thema: Die Senioren, die an dem europäischen Projekt „mobility scouts“ mitarbeiteten. Foto: PM

Hanau. Ein knappes Jahr beschäftigten sich „Pfadfinder in Sachen Mobilität“ in Hanau mit dem Lebensumfeld von Senioren. Jetzt wertete das Team die Ergebnisse aus: Es sollte mehr öffentliche Toiletten geben, bei Aufklärung über eingeschränkte Mobilität sehen die Pfadfinder noch Nachholbedarf.

Artikel vom 16. Mai 2018 - 13:37

Anzeige

Die Senioren fühlten sich durch das Projekt einbezogen, ihre Bedürfnisse wurden ermittelt. Viele Senioren aus Hanau und Umgebung nutzten diese Chance und arbeiteten ehrenamtlich in verschiedenen Arbeitsgruppen an dem Projekt mit, wie es in einer Pressemitteilung der Stadt heißt. Die offizielle Verabschiedung des Gesamtprojekts findet am 5. Juli in Brüssel statt. Hanau werden dabei die MobilityScouts Gisela Krux, Gerd Heinzinger und Dieter Rohrbach vertreten.

Maßgebliche Unterstützung von offizieller Seite erhielten die ehrenamtlichen „Pfadfinder“ durch Karin Dunkel vom Seniorenbüro Hanau, Lothar Hain von der Stabsstelle Demografischer Wandel sowie der Freiwilligenagentur Hanau. Zudem unterstützten auch die Initiativen „Menschen in Hanau“ und „SOwieDAheim“, die Hanauer Straßenbahn GmbH (HSB), das Stadtteilzentrum an der Kinzig, das Ordnungsamt der Stadt Hanau sowie der Eigenbetrieb Hanau Infrastruktur Service (HIS) und trugen so ebenfalls maßgeblich zum Erfolg des Projekts bei. Neben dem deutschen Partner ISIS GmbH – Institut für Soziale Infrastruktur in Frankfurt am Main – waren auch Partner aus Italien, Niederlanden, Österreich und Litauen Teil des Projekts.

Große Abschlussbesprechung mit rund 50 Teilnehmern
Nun trafen sich rund 50 Teilnehmende und Unterstützer zur offiziellen Abschlussveranstaltung im Hanauer Rathaus, um sich über die Aktivitäten ihrer Arbeitsgruppen und die erreichten Ziele auszutauschen. Bürgermeister Axel Weiss-Thiel betonte, wie wichtig es sei, Mobilität bis ins hohe Alter zu gewährleisten: „Ihre Arbeit zeigt uns auf, wo es eventuell Lücken und Bedarfe gibt, die wir seitens des Kommune übersehen haben.“

Der Facettenreichtum des europäischen Projekts zeigte sich anschließend bei der Vorstellung der verschiedenen Arbeitskreise. Diese widmeten sich den Themen „Barrierefreiheit und Sturzprävention“, „Aktivitäten rund um das Hanauer Mainufer“, einem Fotoprojekt und einer Ausstellung mit dem Thema „Alter in Bewegung“. Eine Online-Umfrage, die sich mit der Wohn- und Lebensqualität von Menschen über 60 Jahren beschäftigte, ergab, dass ältere Hanauer mit ihrem Wohnumfeld generell zufrieden sind. Sie wünschten sich jedoch mehr und ‧bessere Toilettenanlagen im öffentlichen Raum. Die öffentlichen Verkehrsmittel finden sie verlässlich, hätten aber gerne mehr Angebote in den Abend- und Nachtstunden sowie an den Wochenenden.
Über ihre Wohnsituation äußerten sich viele Senioren laut städtischer Pressemitteilung zufrieden. Sie fühlten sich gut informiert über haushaltsnahe Dienstleistungen und Unterstützungsangebote. Auch Veranstaltungsangebot und Sportmöglichkeiten bewerteten sie positiv.

Beratung muss verbessert werden
Verbesserungsbedarf sahen die Senioren bei der Beratung bei eingeschränkter Mobilität und beim Übergang von Erwerbszeit zur erwerbsfreier Zeit. Mit dem Zugang zu und der Bedienung von Bankautomaten zeigten sich die Umfrageteilnehmenden zufrieden, allerdings sei noch Luft nach oben bei Fahrkartenautomaten, Formularen, telefonischen Auskunftsdiensten und schriftlichem Infomaterial.

Nach dem offiziellen Ende des europäischen Projekts soll in der Brüder-Grimm-Stadt die Arbeit der ehrenamtlichen MobilityScouts weitergehen. Ein runder Tisch rund zum Thema „Mobilität im Alter“ findet am morgigen Donnerstag, 17. Mai, um 15 Uhr im Seniorenbüro, Steinheimer Straße 1, statt. Im nächsten Schritt sollen Arbeitsgruppen zu den Themen „Aufenthaltsqualität“ (mit dem Schwerpunkt auf ausreichend Sitzgelegenheiten), „öffentliche WCs“ sowie „Lesbarkeit von Print- und Internetmaterialien und -formularen“ gebildet werden. Interessierte sind nach wie vor willkommen mitzuarbeiten.  ju

 www.mobility-scouts.eu
www.hanau.de



Kommentare

Noch keine Kommentare vorhanden.