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Datenbank für Hanaus Straßenzustand entsteht mit Firmenhilfe

Hanau

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    Paul Rhein (links) und Uwe Muders von der Gesellschaft für Straßenanalyse (GSA) messen ein Straßenprofil aus. Foto: PM

Hanau. Wer dieser Tage zwei weiße Wagen mit der roten Aufschrift GSA im Schritttempo durch Hanau fahren sieht, fragt sich vielleicht, was sich dahinter verbirgt. Stadtrat Thomas Morlock: „Die Gesellschaft für Straßenanalyse erfasst für uns in einer Datenbank den Zustand aller öffentlichen Straßen, Gehwege, Bus- und Parkbuchten.“

Artikel vom 05. April 2018 - 15:50

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Daraus lasse sich ableiten, wie hoch für den städtischen Eigenbetrieb Hanau Infrastruktur Service (HIS) „der künftige Er- und Unterhaltungsaufwand ist und wie wir die dafür nötigen Finanzmittel verteilen“.

Mit anderen Worten: HIS stellt sein Straßenunterhaltungsmanagement neu auf. Zugleich sei das „ein weiterer Schritt zur Digitalisierung städtischer Arbeitsabläufe“, so Morlock weiter. Die beiden GSA-Fahrzeuge sind bis Ende April in Hanau im Einsatz. HIS gibt für die derzeitige Erstaufnahme rund 150 000 Euro aus. In fünf bis sechs Jahren soll die Fachfirma aus Kaiserslautern – dann für weitaus weniger Geld – Hanaus mehr als 300 Kilometer langes Straßennetz erneut abfahren und Vergleiche zur jetzigen Erstanalyse anstellen.

Daten werden bei der Stadt eingepflegt
Schlaglöcher, Notflickstellen, Risse, Spurrillen, Unebenheiten, Abplatzungen, Setzungen, Materialwechsel zwischen Asphalt, Beton und Pflaster – all das erfassen die GSA-Techniker Uwe Muders und Paul Rhein derzeit in den Straßen der Brüder-Grimm-Stadt. Im Endeffekt werden die erfassten Daten ins städtische Geo-Informationssystem GIS) eingepflegt. Verbunden mit einer farblichen Kennzeichnung – beispielsweise in einer Art Ampelsystem – kann HIS „dann leichter entscheiden, in welchem Zustand die einzelnen Straßen sind und auf der Basis dieser Zustandsklassen die mittelfristige Investitionsplanung für die Straßenunterhaltung aufbauen und gewichten“, erläutert HIS-Betriebsleiter Markus Henrich.

Anhand von HIS bereits vorab eingespeister Punkte im digitalen Stadtplan fahren Muders und Rhein die Straßen abschnittsweise einmal in zwei Richtungen ab. Zunächst erfassen sie in ihrem Bordcomputer jede Straße mit Nebenanlagen, ebenso Geh- und Radwege. Die eigentliche Zustandsprüfung erfolgt nicht etwa per Video, sondern mit geschultem Auge und Handarbeit. Mit dem Drehmessrad erfassen sie Breite und Länge des jeweiligen Straßenabschnitts und übertragen die Angaben in die Datenbank. Dann folgt die Inaugenscheinnahme der speziellen Schäden an Straßen und Wegen für die PC-gestützte Liste.

Folgekosten sollen auch errechnet werden
Im letztlich entstehenden Auswertungsprotokoll führt GSA die einzelnen Straßen je nach Klasse auf, ob sie also Haupt- oder Wohnstraße sind, und geben die Quadratmeter- oder Meterzahl von Schäden und Rissen zwischen den jeweiligen GIS-Knotenpunkten an. Auf Grundlage der Daten ermittelt die Fachfirma die Folgekosten für unterlassene oder verspätete Straßenunterhaltung. Anhand von Diagrammen sagt GSA voraus, wie das Risiko zusätzlicher Kosten steigt, wenn es immer nur Notreparaturen für defekte Straßenabschnitte gibt.

So wundert es nicht, wenn Stadtrat Morlock sich von der neuen Straßenzustands-Datenbank „verlässlichere Anhaltspunkte für zielgerichtete Reparaturen als bisher“ erwartet. Einen weiteren für HIS nützlichen Nebeneffekt hat das grundlegende GSA-Messprogramm übrigens: Am Schluss wird genau ermittelt sein, wie viele kommunal zu unterhaltende Straßenkilometer es in Hanau tatsächlich gibt.  kb



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