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Tradition mit Zukunft: Hanau 93 feiert 125-jähriges Jubiläum

Hanau

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    Eine runde Sache: Zur Akademischen Feier kamen zahlreiche Vertreter aus Sport, Politik und Wirtschaft im Comoedienhaus zusammen, um Hessens ältesten Fußballverein zu feiern. Weitere Impressionen von der Feierstunde gibt es in unserer Fotogalerie. Foto: Adrian

Hanau. 125 Jahre ist der 1. Hanauer FC 1893 alt – und somit Hessens ältester Fußballverein. Grund genug, gebührend zu feiern. Vor rund 150 Gästen im Comoedienhaus Wilhelmsbad schaute der Traditionsverein zurück in die wechselvolle Geschichte, aber auch nach vorne, denn die 93er wollen an ihre ruhmreiche Vergangenheit anknüpfen.

Artikel vom 25. März 2018 - 18:54

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Von Robert Giese

Ins Comoedienhaus hatten sich nicht nur zahlreiche Vertreter eben dieser Vergangenheit eingefunden – unter anderem waren etliche Mitglieder der Hanauer Mannschaft zugegen, die in der Saison 1978/79 in der Zweiten Bundesliga gespielt hat – sondern angesichts des stolzen Jubiläums auch zahlreiche hochrangige Vertreter aus Sport und Politik.

Neben Stefan Reuß, dem Präsidenten des Hessischen Fußballverbandes und Dr. Rolf Müller, dem Präsidenten des Hessischen Landessportbundes waren auch Staatssekretär Michael Bußer, die Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler (SPD) und selbstverständlich auch Oberbürgermeister und 93er-„Edelfan“ Claus Kaminsky (SPD) dem Ruf von Hessens ältestem Fußballverein gefolgt.

Streifzug durch die Vergangenheit
Sie alle verfolgten einen ausführlichen Streifzug durch die oft glänzende, zuweilen aber auch trostlose Vergangenheit von Hanau 93, bei dem das stetige Auf und Ab in der langen Geschichte ein Stück weit zur Identität des Vereins gehört.

Als Gründungsmitglied des Deutschen Fußballbundes verfügten die 93er, wie der gebürtige Seligenstädter Bußer betonte, über viel Tradition und Geschichte. „Allerdings kommen viele Traditionsvereine nicht mehr auf die Beine“, erinnerte der Staatssekretär an zahlreiche andere Clubs, deren Ruhm längst verblasst ist – ein Schicksal, das auch dem HFC zwischenzeitlich drohte. Die Hanauer seien angesichts der Erfolge der letzten Jahre hingegen auf dem Weg nach oben, „wenn auch nicht steil, so zumindest stetig“.

Freundschaftsspiel gegen den OFC
Eine besondere Verbundenheit zum Verein betonte Barbara Klein, die Vizepräsidentin der Offenbacher Kickers, schließlich gebe es zwischen beiden Vereinen gewisse Parallelen – insbesondere im Hinblick auf sportliche und wirtschaftliche Höhen und Tiefen. Eine große Vergangenheit sei zwar „wie eine Vorratskammer für die Zukunft, aber es bedarf vieler helfender Hände, um einen Verein auch in die richtige Bahn zu lenken“.

Unter dem Jubel der Anwesenden versprach Klein abschließend, dass der OFC zu Ehren der Hanauer im Jubiläumsjahr in der Brüder-Grimm-Stadt ein Freundschaftsspiel bestreiten werde. Die tiefe Verwurzelung der 93er in ihrer Stadt unterstrichen mehrere Redner: Laut Simmler sei 93 „in der DNA von Hanau verankert“, Bußer sprach von den Fußballern als dem „Aushängeschild für Hanau“, für Dr. Müller sind die 93er gar „das Symbol für die Stadt“, während Kaminsky im Verein „ein gutes Stück Hanau“ sieht.

Elektrisierende Spiele
Der Hanauer Oberbürgermeister, der eng mit dem Verein verbunden ist, erinnerte sich lebhaft an die größten Erfolge der jüngeren Vereinsgeschichte Ende der 70er Jahre, als er bei vielen Heimspielen und etlichen Auswärtsspielen dabei gewesen sei; diese Spiele hätten „die Menschen in Hanau elektrisiert“. Viele Hanauer seien deshalb mit dem Verein durch dick und dünn gegangen und würden sich über die Erfolge der vergangenen Jahre freuen, vor denen auch er den Hut ziehe.

Kaminsky erinnerte auch an den inzwischen legendären Sieg der 93er gegen den deutschen Serienmeister 1955 – der allerdings vor seiner Zeit stattfand: „Damals hat 93 die Bayern mit 4:1 weggeputzt, heute“, ergänzte der „Edelfan“ unter dem schallenden Gelächter im Saal, „würden wir uns vermutlich auch mit einem 2:1 zufrieden geben.“

Emotionen pur
Zum wohl emotionalsten Moment des Abends kam es, als der 93er-Ehrenvorsitzende Heinz Blum das Wort ergriff – er stehe, wie der aktuelle Vereinsvorsitzende Frank Feuerriegel hervorhob, sinnbildlich für die bewegte Geschichte des Vereins und habe ihm auch in schweren Zeiten die Treue gehalten: „Ohne ihn gäbe es Hanau 93 vermutlich nicht mehr.“

Zu Ehren des 88-Jährigen, der in einem kurzen Beitrag über den Wiederaufbau des Vereins nach dem Zweiten Weltkrieg berichtete, erhob sich der gesamte Saal und spendete minutenlang stehende Ovationen.

Ansporn für die Zukunft
Zu einem würdigen Abschluss fand sich schließlich nicht nur die aktuelle Mannschaft der 93er ein, die in der Verbandsliga Süd um den Aufstieg kämpft, sondern auch die Veteranen des Teams, das 1978/79 in der Zweiten Bundesliga Süd spielte. Die Erfolge von einst verstehen die Hanauer dabei als großen Ansporn für die Zukunft, wie der Sportliche Leiter Giovanni Fallacara und Spielertrainer Christoph Prümm unisono betonten: „Der Weg nach oben in die Hessenliga kann für uns nicht schnell genug gehen.“

Verbandsliga Hessen-Süd



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