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Bürgermeister Weiss-Thiel bemägelt Verdis Informationspolitik

Hanau

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    700 Personen folgten dem Streikaufruf in Hanau. Darunter hatten vor allem Eltern von kleinen Kindern zu leiden. Foto: Paul

Hanau. Vor verschlossenen Türen standen viele Eltern, die ihre Kinder am Dienstagmorgen in eine städtische Kindertagesstätte bringen wollten. Grund dafür war der kurzfristige Aufruf zu einem Warnstreik im öffentlichen Dienst seitens der Gewerkschaft Verdi am Vorabend. Angestellte aller
26 städtischen Kitas folgten dem Aufruf.

Artikel vom 22. März 2018 - 11:07

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In Folge blieben die Türen der Kitas bis 9.59 Uhr geschlossen. Erst um 10 Uhr begann in allen Kindertageseinrichtungen wieder die reguläre Kinderbetreuung. Von dem Streik und der daraus resultierenden vorübergehenden Schließung der städtischen Kitas waren rund 3000 Kinder und ihre Eltern betroffen.

Bürgermeister Axel Weiss-Thiel zeigte sich in einer Mitteilung der Stadt verärgert über die Streiktaktik von Verdi, die es den Kindertagesstätten nicht ermöglicht, die Eltern rechtzeitig über den bevorstehenden Streik zu informieren: „Entgegen der üblichen Verfahrensweise erreichte uns der offizielle Streikaufruf außerhalb der Öffnungszeiten – nach 17 Uhr. Die Kitas hatten somit keine Möglichkeit mehr habe alle Eltern zu erreichen“, erklärte er. Vorherige Informationen der Gewerkschaft an die Eltern hätten keine konkreten Informationen zu einem bevorstehenden Warnstreik enthalten, sondern lediglich über die Positionen der Gewerkschaft in der Tarifauseinandersetzung informiert.

Eltern sollten sich auch informieren
Die Eltern seien durch die Kitas zum Teil bereits im Laufe der vergangenen Woche über die Tarifauseinandersetzung und der damit verbundenen Möglichkeit eines Warnstreiks aktiv informiert worden. „Spätestens am Montag wurden die Eltern nochmals darauf hingewiesen, dass Streikaktionen auch in Hanau bevorstehen können“, berichtet der Bürgermeister. „Es wurde den Eltern empfohlen, sich über Medien über das aktuelle Tagesgeschehen zu informieren oder auch frühmorgens direkt in der Kita anzurufen, um zu erfragen, ob die Kita geöffnet hat“, erläutert er.

Der Überraschungseffekt und das gezielte Verschweigen konkreter Zeiten eines Warnstreiks sei offenbar eine bewusste Taktik der Streikleitung gewesen. „Diese Streiktaktik geht aber tatsächlich vor allem zu Lasten der Eltern und Kinder, die am Dienstagmorgen kurzfristig umdisponieren mussten“, beklagt Weiss-Thiel. „Für die Zukunft wünsche ich mir die Rückkehr meiner Gewerkschaft zur früher gelebten Praxis, rechtzeitig über konkrete Streikaktionen zu informieren“.

Taktik geht zu Lasten der Eltern und der Kinder
Die Streikleitung solle daran denken, dass die Mehrheit der Kita-Eltern Arbeitnehmer sind, so Weiss-Thiel in der Mitteilung. Berufstätige Eltern wissen nur zu gut, was es heißt, morgens plötzlich umorganisieren zu müssen. „Wir alle wünschen uns ein möglichst baldiges Ende der Tarifauseinandersetzung durch einen fairen Kompromiss zwischen Arbeitsgeberverband und Gewerkschaften“, so Weiss-Thiel. „Die Überraschungstaktik von Verdi geht aber vor allem zu Lasten der Kinder und ihrer Eltern und wird die Akzeptanz der Gewerkschaftsforderungen wahrscheinlich nicht erhöhen“.  eho

 



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