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Erste Videokameras installiert - Überwachung startet im April

Hanau

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    Auf dem Marktplatz sind die ersten Kameras für das Überwachungssystem installiert worden. Die Überwachung soll laut Stadt im April beginnen. Foto: PM

Hanau. Aufmerksame Beobachter haben sie längst entdeckt: Seit einigen Tagen sind auf den Dächern der beiden Gebäuderiegel auf dem Marktplatz die ersten Videokameras installiert. Noch sind sie nicht in Betrieb, aber planmäßig soll die Videoüberwachung des Marktplatzes im April starten.

Artikel vom 13. März 2018 - 14:52

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„Die Kameras sind eine offene, also für jeden deutlich erkennbare Maßnahme“, unterstreicht der Ordnungsdezernent, Stadtrat Thomas Morlock, dass es der Stadt hier ausschließlich um Prävention und Schutz der Menschen in dieser Stadt geht. Unübersehbare Hinweisschilder werden laut Mitteilung auf die Anlage hinweisen. Die Videobeobachtung hat seinen Worten nach quasi den Effekt einer virtuellen Streife und ergänze dadurch die Präsenz der Polizeikräfte in der Innenstadt.

Morlock erinnert daran, dass sich die Stadt von der technischen Unterstützung eine positive Wechselwirkung zwischen der Verbesserung der objektiven Sicherheitslage und dem subjektiven Sicherheitsgefühl verspreche. Dabei sei die Videoüberwachung neben guten Beleuchtungskonzepten und einer gut einsehbaren Straßenraumgestaltung ein weiterer Baustein im Gesamtkonzept zur Verbesserung der Sicherheitswahrnehmung.

Verschiedene Kameratypen
Installiert werde eine hochinnovative Technik, die es ermöglicht, das gesamte Panoramabild aufzuzeichnen. Das System kombiniere zwei bisher am Markt zur Verfügung stehenden Kameratypen. Dadurch liefere die eingesetzte Technik sowohl Übersichtsbilder, die nicht zoombar seien, als auch vergrößerte Detailaufnahmen.

Die erfassten Bilder, so heißt es in der städtischen Pressemitteilung weiter, würden in die Empfangszentrale geleitet und dort ausgewertet. Dafür stehe sowohl bei der Polizeistation Hanau I als auch in der neuen Stadtwache ein Arbeitsplatz zur Verfügung. Wie lange die Aufzeichnungen gespeichert werden sollen, werde derzeit mit dem Datenschutz geklärt.

Kosten
Die Gesamtkosten für die Videoüberwachung an öffentlichen Plätzen beläuft sich auf rund 650 000 Euro. Darin enthalten sind die Kosten für die aktive Technik, Infrastrukturmaßnahmen und Planungskosten. Einen Großteil fördert das Land Hessen, auf den städtischen Haushalt entfallen davon rund 216 000 Euro.

Zum Thema Sicherheit hat laut einer weiteren Mitteilung kürzlich zudem auf Initiative von OB Kaminsky und Stadtverordnetenvorsteherin Beate Funck ein Treffen zwischen städtischen Vertretern und der Polizei stattgefunden. Vertreter der Fraktionen der Stadtverordnetenversammlung und des Magistrats, die Ortsvorsteher und eine Vertreterin des Ausländerbeirates tauschten sich mit Polizeidirektor Claus Spinnler, dem Ordnungsdezernenten Morlock sowie dem Leiter des Ordnungsamtes Thorsten Wünschmann aus.

Sicherheitsempfinden
Man sei gemeinsam zu der Schlussfolgerung gekommen, dass „die objektiven Fakten der Hanauer Kriminalstatistik (die einen insgesamten Rückgang auswies, Anm. d. Red.) nicht mit dem öffentlich geäußerten Sicherheitsempfinden übereinstimmen“. Als eine Ursache dafür sind laut Mitteilung die sozialen Medien wie Facebook identifiziert worden, die mit den „dort geäußerten Hasskommentaren und der Panikmache nach einer schweren Straftat die subjektive Wahrnehmung über die öffentliche Sicherheit nachhaltig prägen und verstärken“, heißt es in der Mitteilung. Eine realistische Einordnung der Ereignisse bleibe dabei auf der Strecke.

Einvernehmen bestand darin, dass es zur Stärkung des Sicherheitsempfindens unerlässlich sei, weitere Maßnahmen zu ergreifen. Bausteine sind die Videoüberwachung, die neue Stadtwache am Marktplatz sowie das Haus des Jugendrechts, das am Schlossplatz entsteht. ju/cd



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