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Nordmainische S-Bahn: Stadt Hanau fordert mehr Lärmschutz

Hanau

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    Bisher befinden sich kaum Lärmschutz entlang der Strecke der Nordmainischen S-Bahn (hier Bahnhof Hanau-Wilhelmsbad). Die Pläne der Bahn zum Schallschutz gehen der Stadt aber nicht weit genug. Archivfoto: Weihrauch

Hanau. Die geplanten Lärmschutzmaßnahmen der DB Netz entlang der zukünftigen Strecke der Nordmainischen S-Bahn reichen nicht aus. Dieser Meinung ist jedenfalls die Stadt Hanau und fordert mehr Lärmschutz – aktiven wie passiven.

Artikel vom 20. September 2016 - 16:22

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Der zweite Tag des Erörterungstermins zum geplanten Bau der Nordmainischen S-Bahn stand im Zeichen des Lärmschutzes. Hanaus Stadtrat Andreas Kowol sieht sich in einer Mitteilung durch Anlieger zwischen Salisweg und Westbahnhof sowie aus dem Musikerviertel in der Ansicht bestätigt, dass der von DB Netz als Vorhabenträgerin geplante Schallschutz für Anlieger entlang der Trasse nicht ausreicht.

Er zeigte sich „vollends erstaunt“ darüber, dass erstmals die Zahl von 810 Wohnungen in 256 Gebäuden bekannt wurde, wo der von DB Netz geplante Schallschutz nicht ausreiche. „Das zeigt eindeutig, wie wichtig unsere Forderung nach Vollschutz sind.“

Kowol: Passiver Schallschutz reicht nicht aus
Rechtsanwalt Matthias Möller-Meinecke, der beim Erörterungstermin in der Kulturhalle Steinheim die Einwände der Stadt Hanau vortrug,  verwies auf den vergleichbaren Neubau der Rheintalstrecke zwischen Basel und Karlsruhe. Dort hätten sich DB, das Land Baden-Württemberg und der Bund darauf geeinigt Lärmvollschutz zu finanzieren. Das müsse auch für Hanau möglich sein.

Im Gegensatz dazu, so Stadtrat Kowol, reiche der passive Schallschutz insbesondere für von DB Netz selbst ermittelte 810 Haushalte an der nordmainischen Neubaustrecke nicht aus. Denn Schallschutzfenster nutzten nichts, wenn sich Menschen in ihren Gärten aufhalten wollten. Zudem könne man nachts von Betroffenen nicht erwarten, dass sie ständig ihre Schlafzimmerfenster geschlossen hielten, um sich vor dem Lärmpegel der Güterzüge zu schützen. Denn die Planfeststellung für die S-Bahn, die auf den bestehenden Gleisen verkehren soll, dürfe nicht darüber hinwegtäuschen, dass es eigentlich um zwei neue Gleise für den boomenden Güterzugverkehr gehe.

Kowol fordert höhere Qualität der Lärmschutzwände
Sicherlich schafften achteinhalb Kilometer Schallschutzwände im Norden und Süden der nordmainischen Trasse für Hanau „endlich“ bisher nicht vorhandenen aktiven Schutz gegen Bahnlärm. Aber die vorgesehenen Lärmschutzwände reichten nicht aus, um alle betroffenen  Gebäude ausreichend zu schützen. Insbesondere mit Annäherung an die Innenstadt müssten Lärmschutzwände höher sein als die geplanten drei bis viereinhalb Meter.

Insofern sei die von Anliegern im Erörterungstermin vorgetragene Furcht, an ihren Häusern reichten die Vorkehrungen der DB nicht aus, „vollends nachzuvollziehen“, so Kowol. Die Lärmschutzwände müssten zudem von höherer Qualität sein als die Aluminium-Lochblech-Version, welche DB Netz vorhabe. Kowol forderte begrünte Wände, die „städtebaulich verträglich“ seien, denn sie durchzögen „quer wie ein Band die Stadt Hanau“.      



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