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Auf dem Bohlenpfad durch den Karpatenbirkenwald

Rhön

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    Ausflugsziel Hochrhön: Blick vom Aussichtsturm. Foto: Annette Spiller/PM

Rhön. Die besondere Landschaft am Rande des Roten Moors ist ein wichtiger Bestandteil des UNESCO-Biosphärenreservates. Und mehr als einen Besuch wert.

Artikel vom 08. Juli 2019 - 11:09

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Das Rote Moor ist das südlichste der vier Rhönmoore und mit etwa 50 Hektar Gesamtfläche nach dem Schwarzen Moor das zweitgrößte Hochmoor der Rhön. Es liegt auf einer Höhe von 800 bis 830 Metern über dem Meeresspiegel und ist eines der beliebtesten Ausflugsziele in der Rhön. Zu Recht, wie wir finden: Ein Tagestrip lohnt sich allemal, zu jeder Jahreszeit. Wanderschuhe einpacken und, wenn vorhanden, den Hund – und los geht es in eine Region, die dem Menschen heute Entspannung und Naturerlebnis bietet – und vor gar nicht allzu langer Zeit für rund 175 Jahre zur Rohstoffausbeutung genutzt wurde.

Hinweistafeln entlang des Pfades

Entlang des Bohlenpfades stehen Hinweistafeln, die über die Tiere und Pflanzen im Moor, die Geschichte, den Torfabbau und die Renaturierung des Moores informieren. Von 1809 bis 1984 wurde im Roten Moor Torf abgebaut. Zunächst wurde Torf nur als Brennmaterial genutzt, ab dem Jahr 1837 auch zusätzlich als Grundstoff für Moorbäder in den Kurorten der Rhön und der Region. Durch diesen Torfabbau wurde vor allem der innere Bereich des Roten Moores stark geschädigt, wohingegen die Randgebiete des Hochmoores weitgehend sehr gut erhalten blieben. 

Schon vor dem Ende des Torfabbaus wurde 1979 mit einer umfangreichen Renaturierung begonnen, etliche Naturschutzmaßnahmen nahmen ihren Anfang. Und zahlten sich aus. 

Heute ist das Moor ein Bestandteil des europaweiten Schutzgebietes Natura 2000. Es liegt etwa fünf Kilometer entfernt südöstlich von der Wasserkuppe und besteht aus zwei getrennten Teilen. Umgeben sind diese von sogenannten Randsümpfen mit dem seltenen Purpur-Reitgras, Ohrweidenbüschen und Karpatenbirkengruppen. 

Unterart der Moorbirke

Die Karpatenbirke ist eine Unterart der Moorbirke und zählt nach Informationen der Web-Seite www.rhoentourist.de zu den markantesten Baumarten der Moorlandschaft mit hohem Wert für den Naturschutz.
Einen guten Ausblick auf den Randwald des Großen Roten Moores hat man vom Aussichtsturm, den man auf dem drei Kilometer langen Rundweg auf dem Bohlenpfad, der im Übrigen rollstuhlgerecht ist, passiert. Man überblickt die ehemalige Abtorfungsfläche, in der sich wieder Niedermoorvegetation angesiedelt hat. Nördlich der Abtorfungskante, so die Erklärungen, liegt die verbliebene Hochmoorfläche als unzugängliche geschützte Kernzone. 

Wer gerne Tiere beobachtet, hat zu allen Tageszeiten Gelegenheit dazu: Im Naturschutzgebiet gibt es 36 Säugetierarten, 122 Vogel- und 27 Libellenarten. Und ein besonderes Schmankerl, das man auf dem Rundweg gleich zweimal passiert, sei zum Schluss erwähnt: 1972 und 1973 wurde am südlichen Rand das Moorwasser gestaut, um das Moor wieder mit genügend Wasser zu versorgen. Der daraus entstandene Moorsee gehört mit seiner Kulisse zu den schönsten Gewässern der Rhön. 



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