Lesezeichen hinzufügen hanauer.de als Startseite
bedeckt
5 ° C - bedeckt
» mehr Wetter

Warum man Zeitungsartikel nicht ohne Erlaubnis weiterverbreitet

Region Hanau

  • img
    Wer Zeitungsartikel abfotografiert oder kopiert und weiterverbreitet, begeht eine Urheberrechtsverletzung. Das kann zu hohen Geldstrafen führen. Foto: Jan Max Gepperth

Region. Urheberrechtsverletzungen im Internet sind weit verbreitet. Die wenigsten User machen sich Gedanken darüber, ob sie Inhalte von Dritten posten und verbreiten dürfen. Auch Presseartikel unseres Verlagshauses werden regelmäßig in sozialen Netzwerken verbreitet. 

Artikel vom 01. November 2019 - 12:19

Anzeige

Von Michael Bellack und Jan Max Gepperth

Solange der Link zum Beitrag lediglich geteilt wird, ist das kein Problem. Wird der Text jedoch abfotografiert oder gar kopiert, ist die Situation eine andere. Das ist nicht erlaubt – und kann richtig teuer werden.

Bei der unerlaubten Verbreitung von Artikeln aus Zeitungen oder von Redakteuren handelt es sich um eine Urheberrechtsverletzung. Dabei ist es unerheblich, ob lange, seitenfüllende Artikel oder kurze Meldungen, die nur der Vermittlung von Nachrichten dienen, veröffentlicht werden. „Hierunter fallen auch kurze Sport- oder Veranstaltungsberichte, Zeugenaufrufe, Verkehrsunfallmeldungen und ähnliches“, erklärt Rechtsanwältin Alisa Erb.

Veröffentlichung nur mit ausdrücklicher Erlaubnis gestattet

Nur der jeweilige Redakteur selbst hat das Recht, zu entscheiden, wo und in welcher Form sein Werk veröffentlicht wird. Wenn weder der Verlag noch der Redakteur eine Erlaubnis zur Verbreitung erteilen, ist diese unzulässig. „Unerheblich ist dabei auch, ob der Urheber genannt wird oder nicht“, sagt Erb.

In der Praxis kommt es vermehrt dazu, dass vor allem von Sportvereinen Artikel in den sozialen Medien wie Instagram oder Facebook illegal verbreitet werden. Hier genügt es auch nicht, den Hanauer Anzeiger als Quelle anzugeben. Eine Veröffentlichung ist nur mit ausdrücklicher Erlaubnis unseres Verlagshauses gestattet. Ebenfalls unerheblich ist, ob ganze Berichte abfotografiert oder nur einzelne Passagen textweise wiedergegeben werden.

Hohe Schadensersatzsummen möglich

Besonders schwerwiegend sind die Urheberrechtsverletzungen, wenn es sich um Artikel handelt, die nicht frei zugänglich sind. Artikel des HA werden fast ausschließlich über die kostenpflichtige Angebote im Print oder Online publiziert. Um beispielsweise Spielberichte der Fußball-Ligen zu lesen, wird ein Print-Abo oder Online-Zugang benötigt. Dadurch, dass der Veröffentlichende diese Artikel kostenfrei zugänglich macht, entsteht dem Verlag ein finanzieller Schaden. Das kann starke Auswirkungen auf eine mögliche Schadenssumme haben.

Und diese kann es in sich haben. Pro Artikel, der in der Printausgabe veröffentlich und im Netz illegal weiterverbreitet wurde, steht dem Verlag ein Schadensersatz in Höhe von 100 bis 500 Euro zu. Ist dieser Artikel auch online über unsere Website veröffentlicht worden, kann sich die Schadenssumme weiter erhöhen. Gleiches gilt, wenn Bilder der Redakteure weiterverbreitet werden. „In der Regel kann somit ein Schadensersatz von mindestens 400 Euro pro veröffentlichtem Artikel geltend gemacht werden“, erklärt Erb. Die Rechtslage in diesen Fällen sei eindeutig.

Es gibt unterschiedliche Maßnahmen

Zudem haben Redakteur und Verlag in jedem einzelnen Fall einen Anspruch auf Unterlassung. Wird gegen diese Unterlassungsaufforderung verstoßen und es werden weiter Artikel veröffentlicht, werden Strafzahlungen fällig. Eine solche Strafzahlung liegt bei Vereinen, die nicht als Privatperson handeln, bei mindestens 2500 Euro. Dies gilt dann für jeden einzelnen weiteren Verstoß. In Einzelfällen kann es auch zu Strafanzeigen kommen. Zu solchen Konsequenzen kommt es in der Regel jedoch nicht. Für gewöhnlich verweisen die Verlage auf das Urheberrecht und bitten die betreffenden Vereine oder Privatpersonen, entsprechende Beiträge zu löschen. Erst, wenn sich die Vorfälle häufen oder die Beiträge nicht gelöscht werden, werden weitere Maßnahmen ergriffen.



Kommentare

Noch keine Kommentare vorhanden.