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Wie man einen Angelschein macht

Hanau

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    Aufseher Jürgen Kämmerer (rechts) lässt sich die Papiere zeigen - Angler Florian Herrmann hat alles dabei. Seine Prüfung hat er vergangenes Jahr abgelegt.

Hanau. Ein Angelverein, dem man nicht beitreten kann, ist die Steinheimer Fischerzunft. Die Vereinsmitgliedschaft wird seit 1425, seitdem auf dem Main das Fischereirecht existiert, von Familie zu Familie vererbt. 

Artikel vom 07. April 2019 - 17:10

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Olaf Adam ist dort Fischermeister und zweiter Vorsitzender. Im Interview schildert der 52-Jährige, der seit rund 25 Jahren als Fischereiaufseher tätig ist, wie man einen Angelschein erwirbt.

Herr Adam, nehmen wir an, ich kaufe mir eine Angel und setze mich damit an den Main, um mein Glück zu versuchen. Darf ich das?
Olaf Adam: (lacht) Das kommt darauf an, ob sie eine Fischerprüfung abgelegt haben und damit den Jahresfischereischein beantragt haben. Wenn Sie sich dann auch noch eine Angelkarte gekauft haben, haben Sie alles richtig gemacht und dürfen ihr Glück am Main versuchen.

Das hört sich nach ziemlich viel Aufwand und Zeit an, die ich darauf verwenden muss.
Die Fischerprüfung ist bei uns in Hessen rechtliche Voraussetzung, um zu angeln. Sie besteht aus einem mindestens 40 Unterrichtseinheiten umfassenden Vorbereitungslehrgang beim Verband und aus der staatlichen Prüfung bei der Fischereibehörde. Erst die bestandene Fischerprüfung berechtigt dazu, einen Fischereischein auf der Gemeinde zu beantragen. Der wiederum ist Voraussetzung für den Er-werb eines Fischereierlaubnisscheins. Dieser wird vom Inhaber des Fischereirechts ausgestellt. Im Saarland gibt es seit Kurzem die Möglichkeit, die Vorbereitung auf die Prüfung im Internet abzulegen.

Ist Angeln ein teures Hobby?
Die Prüfungsgebühr für die Fischereiprüfung beträgt 30 Euro. Der Jahresfischereischein kostet für Erwachsene 12,50 Euro, für Jugendliche 7,50 Euro. Der Fischereierlaubnisschein, also die Angelkarte, kostet bei uns am Main für das ganze Jahr 47 Euro. Eine Wochenkarte kostet 19 Euro, die Tageskarte neun Euro. Damit darf man im Bereich von Seligenstadt bis Offenbach angeln. Eine einfache Angelausrüstung bekommt man ab 100 Euro.

Darf ich jeden geangelten Fisch behalten?
Nein. Es gibt zum einen gesetzliche Schonzeiten. Zum Beispiel darf man die Bachforelle in der Zeit vom 15. Oktober bis 31. März nicht angeln. Dann muss man sich auch an die Regelung für das Mindestmaß halten. So muss zum Beispiel ein Aal mindestens 50 Zentimeter messen, eine Äsche 30 Zentimeter. Alles was darunter liegt, muss man zurücksetzen.

Um das Mittagessen für die Familie zu sichern könnte ich mehrere Angeln gleichzeitig ins Wasser halten?
Nein, das ist nicht erlaubt. Es ist wichtig, waidgerecht zu angeln. Das heißt, es dürfen maximal zwei Ruten im Wasser sein, mit jeweils einem Haken, der nicht mit Lebendködern bestückt sein darf.

Das Interview führte Kerstin Biehl.



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