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Die Klima-Challenge: Roland Mayer fordert Umdenken

Maintal

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    Roland Mayer sitzt im bequemen Schreibtischstuhl statt auf dem Sattel seines Fahrrads. Foto: PM

Maintal. Roland Mayer tauscht während der klimafreundlichen Aktion des Maintaler Stadtradelns das Auto zunächst gegen das E-Bike. Seit vergangenem Samstag ist er nun mit einem herkömmlichen Fahrrad statt des Autos unterwegs. In seinem Radfahrtagebuch schildert er seine täglichen Erfahrungen.

Artikel vom 16. September 2016 - 15:43

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Hallo liebe Leser,

Anfang dieser Woche fragte ich mich, was das soll. Ich bin jetzt in einer Woche rund 280 Kilometer Rad (mit dem E-Bike und meinem normalen Fahrrad) gefahren, wozu?

Nehmen wir an, ich hätte das Auto (einen Golf Diesel) wirklich zu 100 Prozent durch das Rad ersetzt, ich hätte gerade mal 35 Kilogramm Kohlendioxid eingespart, damit komme ich pro Jahr auf 420 Kilogramm an Kohlendioxid-Einsparungen – Juchhu!

Maximal 2000 Kilogramm je Erdbürger
Und was ist mit den 11 000 Kilogramm (!!!), die jeder Deutsche je Jahr im Schnitt verursacht? Laut Weltklimarat dürften die Emissionen aber nicht mehr als 2000 Kilogramm je Erdenbürger betragen.

Zum Nachdenken: die konventionelle „Produktion“ von einem Kilogramm Rindfleisch verursacht bis zu 40 Kilogramm Kohlendioxid. Jeder Bundesbürger isst im Durchschnitt 60 bis 90 Kilogramm Fleisch pro Jahr.

Projekt Stadtradeln als Anlass
Der Anlass für meine Challenge war das Projekt Stadtradeln. Die Teilnahme daran wurde von der Stadtleitbild-Gruppe „Maintal aktiv für den Klimaschutz“ angestoßen, deren Mitglied ich bin. Ich zitiere von der Internetseite http://www.stadtradeln.de: „Beim Wettbewerb Stadtradeln geht es um Spaß am und beim Fahrradfahren, radelnde Mitglieder der kommunalen Parlamente, tolle Preise, aber vor allem darum, möglichst viele Menschen für das Umsteigen auf das Fahrrad im Alltag zu gewinnen und dadurch einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.“

Echt „süß“! Wenn du auf dem Fahrrad oder im Zug sitzt und tausende Autos und Lkw an dir vorüber ziehen, deren Konstrukteuren und Fahrern das Klima mehr oder weniger egal ist.

„Wir müssen umdenken“
Vielleicht ein bis drei Prozent der Autofahrer bestellen einen Pkw mit geringeren Emissionen, zum Beispiel als Hybrid-, Erdgas- oder Elektrofahrzeug. Wer kann denn wirklich sein Auto stehen lassen und stattdessen mit dem Rad zur Arbeit fahren? Das ist ein reines Luxusdenken für ein besseres Gefühl. Aber die waren Ursachen sind andere; es ist ein auf ständiges Wachstum und Beschleunigung ausgerichtetes System, welches nicht auf Nachhaltigkeit ausgerichtet ist.

Die Auswirkungen dieses Systems bekommen wir nicht in den Griff, wenn wir radeln. Wir müssen umdenken, ganzheitlich denken und handeln. Es reicht nicht, nur Rad zu fahren. Es müssen auch die anderen Faktoren einbezogen werden wie zum Beispiel Energie, Ernährung und Konsum. Und es wird sich nebenbei eine Veränderung der Lebensqualität zum Positiven einstellen. Die Voraussetzungen dafür können wir uns nur gemeinsam erarbeiten.

 



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