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ProA: White Wings gewinnen und steigen trotzdem ab

Hanau

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    Trotz der Körbe von Till-Joscha Jönke reichte es für die White Wings gegen Schalke nicht zum benötigten Sieg mit sieben Zählern Vorsprung. Foto: David Kirchgeßner

Basketball. Seit Samstagabend steht der Abstieg der Ebbecke White Wings in die dritte Liga fest: Trotz eines 84:80-Sieges im Kellerduell gegen Schalke 04 können die Hanauer den 14. Tabellenplatz – und damit das rettende Ufer – nicht mehr erreichen.

Artikel vom 23. März 2019 - 22:11

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Von Dominik Sharaf

Nach einem beherzten Auftritt vor 1289 Zuschauern in der Main-Kinzig-Halle fehlten lediglich drei Punkte, um den direkten Vergleich zu gewinnen und die Chance zu wahren, am letzten Spieltag der ProA-Hauptrunde an den Gelsenkirchenern vorbeizuziehen. White-Wings-Trainer Simon Cote sprach von einer „wirklich schwierigen Zeit“ für das Projekt, zeigte im Angesicht des ersten Abstiegs der Teamgeschichte aber Größe.

Der US-Amerikaner gratulierte dem Gegner zu einem starken Saison-Schlussspurt: „Sie sind mit sehr viel Kampfgeist aufgetreten. Sie haben sich den Klassenerhalt erarbeitet und ihn jetzt auch verdient.“ Zumindest mit Blick auf Samstag lässt sich über die Hanauer das Gleiche behaup-ten: Vor einer Rekordkulisse war den White Wings der Druck auf ihren Schultern nicht anzumerken.

Dominanz in der ersten Halbzeit

Sie dominierten in der ersten Halbzeit. Schalkes Leistungsträger kamen kaum zum Zug, weil die Defensive um Kapitän Till-Joscha Jönke omnipräsent war. Auf der anderen Seite gelang Bryan Smithson im Alleingang ein Sieben-Punkte-Lauf, mit dem sich die White Wings absetzten.

Bis in das dritte Viertel hinein blieb der Vorsprung zweistellig. Es sah danach aus, als würde die Entscheidung im Abstiegskampf vertagt. Doch Schalke steigerte sich und traf mehr Dreier, um sieben Minuten vor dem Ende mit einem krachenden Dunking den Ausgleich zu erzielen – 60:60. Anders als in der Vergangenheit erschütterte die Szene nicht das Selbstvertrauen der Hanauer. In einem offenen Schlagabtausch erarbeiteten sie sich über Topscorer Luquon Choice und Josef Eichler, der seinen stärksten Auftritt 2018/2019 hinlegte, wieder den nötigen Vorsprung von sieben Punkten.

Beim Stand von 84:77 und noch 1:22 Mi-nuten auf der Uhr kamen die White Wings durch Smithson erneut in Ballbesitz. „Wir hatten die Punkte und wir hatten den Ball“, haderte Simon Cote. Doch der US-Profi leistete sich einen Turnover und vergab die Chance, die Führung über die Ziellinie zu bringen. Als Dorian Pinson den Konter mit einem Block stoppte, kam der Ball zu dem Schalker Adam Touray. Er war nur noch per Foul zu stoppen und verwandelte einen seiner zwei Freiwürfe. So schrumpfte die Lücke auf sechs Punkte. Unter Zugzwang versagten dann Choice neun Sekunden vor dem Ende die Nerven. Er verfehlte den Korb.

Letzten Minuten entscheidend

„Es war eigentlich die Geschichte der gesamten Saison – es kam auf die letzten Minuten an“, schnaufte Cote. „Wir haben es nicht geschafft, freie Wurfpositionen herauszuspielen, um den Abstand hochzuschrauben.“ Schalke traf im Gegenangriff, der erneut per taktischem Foul gestoppt wurde, beide Freiwürfe. Ein Dreier musste her, doch Smithsons Verzweiflungstat landete nur am Ring – der Abstieg war besiegelt.

Das Ende des Projekts bedeutet der bittere Gang in die ProB nicht: Die White Wings verkündeten nach der Partie, dass sie seit mehreren Monaten zweigleisig geplant und die Lizenz für Liga drei schon beantragt hätten. „Sehr viele Partner“ hätten ihre Unterstützung zugesagt. Es wäre mit einem „schlagkräftigen Team“ zu rechnen, wenn es eine „klitzekleine Auszeit“ in der ProA gäbe.

White Wings: Choice (20 Punkte/3 Re-bounds), Pinson (17/7), Smithson (16/7), Eichler (12/6), Angerer (12/3), Jönke (7/7), Bradley, Talley (beide 0/1) – Zuschauer: 1289

Nach vier Jahren in der zweithöchsten Spielklasse steht den White Wings nun ein Umbruch bevor. In der vorangegangenen Saison 2017/2018 hatten die Hanauer erstmals die Play-offs in der zweiten Bundesliga ProA erreicht und damit ihren bisher größten Erfolg gefeiert. In der Best-of-five-Serie im Play-off-Viertelfinale unterlagen sie jedoch den Crailsheim Merlins. 

Nach dem Spiel am Samstagabend gab es traurige Gesichter in der Main-Kinzig-Halle, doch auch viel Zuspruch für die Mannschaft, die noch mit den Fans abklatschte. "Ein Auf ein neues, wir bleiben euch treu🏀", schreibt ein Fan als Antwort auf einen Post des Clubs bei Instagram. "Wir kommen wieder – you never walk alone", heißt es dort von den White Wings.

Am Samstag, 30. März, steht auswärts noch das letzte Saisonspiel gegen die Niners Chemnitz an. 

Hauptrunde



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