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3. Liga: Jan Eric Ritter im Interview zur Situation der HSG Hanau

Handball

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    Verletzt: Ritter will positive Energie von außen ins Team bringen. Archivfoto: TAP

Handball. Normalerweise klebt den Handballern der HSG Hanau nur das Harz an den Schuhen, zuletzt haftete das Verletzungspech aber ähnlich hartnäckig an den Hanauern. Wieder mal nur Beobachter am Spielfeldrand ist dabei auch Jan-Eric Ritter, der zumindest nicht so schwer verletzt ist wie einige seiner Mannschaftskollegen. 

Artikel vom 01. November 2019 - 17:05

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Wir haben mit dem Rückraumspieler über die Folgen der Verletzungsmisere, seine Tipps für die Rekonvaleszenten sowie seine Erwartungen an den jüngsten Neuzugang der HSG gesprochen.

Herr Ritter, die HSG Hanau ist arg vom Verletzungspech gebeutelt: Drei Spieler fallen wegen Kreuzbandrissen für den Rest der Saison aus, Sie selbst können wegen einer entzündeten Plantarsehne auch nur zuschauen. Wie schwierig ist diese Rolle, gerade vor dem Hintergrund der Personalprobleme?
"Für mich ist das sehr schwer, denn ich will der Mannschaft selbstverständlich helfen, kann aktuell aber nur zuschauen. Gerade bei engen Spielen wie zuletzt gegen Großwallstadt juckt es noch mehr als sonst, aber da kann ich nichts machen: Ich muss am Spielfeldrand sitzen, mich zusammenreißen und versuchen, möglichst viel positive Energie von außen ins Team zu bringen."

Was bedeuten die zahlreichen Ausfälle für den Rest des Kaders?
"Wann immer ein Spieler ausfällt, muss eben ein anderer in die Bresche springen und sich noch mehr fürs Team aufopfern. Es ist allerdings durchaus eine nervenzehrende Situation, in der auch die psychische Anspannung recht hoch ist."

Sie selbst mussten in der ersten Drittliga-Saison der HSG wegen eines Knochenödems schon einmal eine längere Pause einlegen. Was ist aus Ihrer Erfahrung wichtig für die Langzeitverletzten in Ihrem Team?
"Ganz wichtig ist es, sich schnell die Personen zu suchen, die einem weiterhelfen können – also Ärzte und Physiotherapeuten, denen man vertraut. Ich selbst habe zudem noch einen Athletik-Trainer, an den ich mich wende und der dafür sorgt, dass ich während solcher Verletzungen ein besseres Gefühl bekomme. Wenn man ein Ziel vor Augen hat, lässt sich eine Verletzungspause besser ertragen. Wichtig ist es dabei, über auftretende Probleme zu reden. Man muss die Zeit sinnvoll nutzen, und kann dann tatsächlich, wie es so schön heißt, stärker als zuvor zurückkehren."

Bis diese Spieler zurückkehren, dauert es aber noch eine Weile, sodass die Verantwortlichen der HSG reagiert haben und den Linkshänder Luca Braun für den rechten Rückraum verpflichtet haben. Eine gute Entscheidung?
"Da wir im rechten Rückraum schon zwei Ausfälle hatten, war das vor allem eine notwendige Entscheidung! Luca ist jung, kann sich entwickeln, passt in unsere Altersstruktur und auch als Persönlichkeit zu uns und hat schlichtweg Bock. Es ist gut, dass wir mit ihm einen Spieler mit Perspektive geholt haben, der uns möglicherweise auch über diese Saison hinaus verstärken kann. Ich mache mir eigentlich keine Gedanken darüber, dass er sich nicht schnell bei uns eingliedert, und weil er ein Linkshänder ist, eröffnet uns das spielerisch ganz ähnliche Optionen wie die, die wir uns zusammen mit Matthias Schwalbe erarbeitet haben."

Unter der Woche ist euer Trainer Olli Schulz entlassen worden. Wie sehen Sie diese Entscheidung?
"Ich denke, dass unsere Sportliche Leitung nicht mit den Ergebnissen zufrieden war und auch nicht mit der Art und Weise, wie wir zuletzt aufgetreten sind, und deshalb einen neuen Impuls setzen wollte. Das hatte glaube ich weniger mit der Person vom Olli zu tun als damit, dass es sich sportlich zuletzt nicht in die richtige Richtung entwickelt hat. Ein Trainerwechsel kann da ein neuer Reiz sein, da hat jeder einzelne Spieler eine neue Chance, sich zu beweisen."

Ist das Team nach dem Trainerwechsel in der Bringschuld?
"Das sind wir auf jeden Fall. Der Vorstand hat den Trainer entlassen und nicht die gesamte Mannschaft, was zeigt, dass er an die Zusammensetzung des Kaders glaubt. Dieses Vertrauen müssen wir zurückzahlen und uns aus der Grütze herausziehen, in die wir uns hineingespielt haben."

Das Interview führte Robert Giese.



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