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HSG Hanaus Kapitän Sebastian Schermuly adelt den Blauen Block

Hanau

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Handball. Heimstärke – kein Wort ist seit dem Drittliga-Aufstieg der HSG Hanau so eng mit der Mannschaft verknüpft wie dieses, und das aus gutem Grund: Zwischenzeitlich waren die Hanauer über anderthalb Jahre zuhause ungeschlagen, aktuell hält die HSG-Siegesserie vor eigenem Publikum auch schon wieder seit über acht Monaten an.

Artikel vom 16. Oktober 2019 - 11:47

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Wir haben mit dem Kapitän und Publikumsliebling Sebastian Schermuly über den neuerweckten Heimnimbus, Spiele vor ausverkauftem Haus und die Macht des Blauen Blocks gesprochen.

Herr Schermuly, die HSG Hanau hat aktuell wieder eine imponierende Heimserie vorzuweisen, seit der Niederlage gegen Nußloch Ende Januar gab es vor eigenem Publikum nur noch Siege. Was macht die Main-Kinzig-Halle zu so einer Festung?

An diese Niederlage kann ich mich gar nicht mehr erinnern (lacht). Der Grund für unsere Heimstärke ist in erster Linie natürlich der Blaue Block. Wir wissen durch die vielen Spiele in anderen Hallen, dass wir mit das stimmungsvollste Publikum haben, auf das man sich voll und ganz verlassen kann. Die Fans feuern uns nicht nur an, wenn es gerade gut läuft, sondern auch, wenn es mal schwierig ist, und das ist sehr wichtig. Man spürt richtig, wie ein Ruck durchs Team geht, wenn da von der Tribüne die Trommeln und Gesänge zu hören sind, das setzt ganz neue Impulse frei.

Von März 2017 bis Oktober 2018 war Ihr Team zuhause sogar einmal ganze eineinhalb Jahre ungeschlagen, inzwischen sind es auch schon wieder acht Monate. Ist eine Wiederholung der früheren Heimserie möglich?

Damals war die Situation etwas anders: Wir waren in der Liga ein Neuling und sind vielleicht von den Gegnern unterschätzt worden, an so eine Serie hat damals niemand geglaubt. Inzwischen hat sich das geändert, die anderen Teams kommen mit einer gewissen Ehrfurcht in die Main-Kinzig-Halle – und das zu Recht! Unsere damalige Serie würden wir selbstverständlich gerne wiederholen, doch die 3. Liga Mitte ist so abhängig von der Tagesform, dass man da an einem schlechten Tag auch mal zuhause verlieren kann. Aber nach einer Niederlage kann man dann ja direkt eine neue Serie starten.

Sie selbst werden teilweise frenetisch mit Schi-Scha-Schermuly-Sprechchören gefeiert – was löst das in Ihnen aus?

So etwas pusht natürlich ungemein und setzt noch einmal neue Kräfte frei. Manchmal habe ich ja noch nicht einen Ball gehalten, wenn der Gegner zum ersten Siebenmeter antritt, aber die Fans feuern mich trotzdem an – das gibt viel Selbstvertrauen. Das hat sich ja über die Jahre aufgebaut, da kann mir auch mal ein Ball durch die Finger rutschen. Es macht jedenfalls unglaublich viel Spaß, vor dem Blauen Block zu spielen, so eine tolle Atmosphäre hatte ich noch nie.

Nun kommt mit dem TV Großwallstadt ein Verein mit einem großen Namen in die Main-Kinzig-Halle – ein besonderes Spiel?

Ganz sicher, denn einerseits herrscht zwischen unseren Vereinen eine gewisse Rivalität, andererseits hat Großwallstadt hier auch noch nie gewonnen. Jetzt kommen sie als großer Favorit, wollen aufsteigen und diese „Wald- und Wiesen-Liga“, wie sie die 3. Liga glaube ich einmal bezeichnet haben, wieder verlassen – aber das müssen sie erst einmal zeigen. Für uns ist das sicher ein besonderes Spiel, da will jeder zeigen, was er kann.

Gegen Großwallstadt wird die Main-Kinzig-Halle vermutlich zum ersten Mal in dieser Saison ausverkauft sein, was für eine Stimmung erwarten Sie da?

Am Samstagabend wird die Luft sicherlich brennen, das wird anders als in den bisherigen Heimspielen wie gegen Leipzig zum Beispiel. Für uns wird es ganz wichtig, dass wir diese besondere Atmosphäre aufsaugen und clever umsetzen.

Hält die Hanauer Heim-Serie gegen Großwallstadt also?
Die Favoritenrolle hat sicherlich Großwallstadt, aber bei so einem Spiel werden zusätzliche Kräfte frei, deshalb gehe ich zuversichtlich in die Partie.

Das Interview führte Robert Giese.



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