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HSG-Kreisläufer Woiwod: Vegetarier mit ungefährlichem Spitznamen

Hanau

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    Yannik Woiwod mit vollem Einsatz: Auf dem Spielfeld für die HSG und abseits davon für das Tierwohl. Archivfoto: TAP

Handball. Ob hinten in der Abwehr oder vorne am Kreis - Yannik Woiwod ist einer, der sich ohne Rücksicht auf Verluste reinwirft. 

Artikel vom 13. September 2019 - 16:55

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Vor dem Heimspiel gegen den SC DhfK Leipzig II (Sonntag, 17 Uhr) haben wir mit dem Kreisläufer der HSG Hanau über die Herkunft seines gefährlich klingenden Spitznamens, seine in Handballerkreisen eher ungewöhnliche Ernährung und über sein Engagement außerhalb der Handballhalle gesprochen.

Ihr Spitzname ist „Danger“, also „Gefahr“ – hat das etwas mit Ihrer Spielweise zu tun?

Nein, daran ist leider absolut nichts Gefährliches. Dieser Spitzname entstand nach meinem Jahr bei der SG Bruchköbel auf der Abschlussfahrt nach Mallorca. Mein Wechsel nach Hanau stand damals bereits fest, ich habe mit den Hanauern ein paar Bier getrunken und die nannten mich immer „Danger“ – und zwar, weil ich angeblich eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Schauspieler Max von der Groeben hätte. Dieser spielt in „Fack ju Göhte“ mit, und sein Rollenname dort ist eben „Danger“.

Neben dem Spitznamen sticht auch Ihre Ernährungsweise heraus, Sie ernähren sich vegetarisch. Wie kam es dazu?

Wir haben uns damals in der Schule mit dem Thema Massentierhaltung beschäftigt, und nachdem ich dazu einige Dokus gesehen hatte, habe ich mich kurzentschlossen dafür entschieden, mich vegetarisch zu ernähren, das war vor rund zehn Jahren. Ich komme aus einem 500-Seelen-Ort, da war es ziemlich schwierig, das meinem Umfeld und vor allem meiner Familie zu erklären. Es hat eine Weile gedauert, bis es bei allen angekommen ist und mich meine Oma nicht mehr gefragt hat, ob ich noch Hähnchenbrust esse. Inzwischen haben es aber alle akzeptiert. Ich will aber auch niemanden überzeugen oder verurteile niemanden, wenn er Fleisch isst.

Wie kam Ihre Ernährungsweise bei Ihren Handballteams an?

Das war noch schlimmer als bei meiner Oma (lacht). Sie akzeptieren das, aber da kommen immer wieder die gleichen Sprüche. Inzwischen freue ich mich, wenn sie mal einen neuen Spruch haben, weil sie sich dann darüber Gedanken gemacht haben, aber ehrlich gesagt kommt das nicht häufig vor (lacht). 

Wie sieht das in der Praxis aus?

Donnerstags essen wir immer gemeinsam nach dem Training – das war anfangs manchmal schwierig, da blieb für mich dann nur ein Brötchen mit Senf. Für diejenigen, die das Essen organisiert haben, war es aber glaube ich schlimmer als für mich, dass sie das vergessen haben. Inzwischen denken sie meistens an eine vegetarische Alternative für mich.

Ihr Engagement für das Tierwohl beschränkt sich aber nicht nur auf die Ernährung, auch in den sozialen Medien teilen Sie immer wieder entsprechende Beiträge.

Richtig, denn Tierwohl und gesellschaftliches Engagement liegt mir zu 100 Prozent am Herzen, und ich finde es schön, dass man da etwas bewegen und erreichen kann – auch im Hinblick auf das Klima. Mir ist es sehr wichtig, dafür ein Bewusstsein zu schaffen, und ich kann mir gut vorstellen, einmal einer politischen Partei beizutreten und mich dort zu engagieren. Aktuell lässt sich das zeitlich mit dem Handball leider nicht vereinbaren, aber für mich ist das eine absolute Herzensangelegenheit. Darum spiele ich auch mit dem Gedanken, nach meinem Studium vielleicht für ein halbes Jahr bei einer Hilfsorganisation zu arbeiten.

Was genau studieren Sie und wie soll es nach dem Studium weitergehen?

Ich absolviere bei Vapiano ein duales BWL-Studium, bin also immer zwei Monate in der Filiale an der Hanauer Landstraße in Frankfurt und zwei Monate an der Berufsakademie Rhein-Main. Das klappt super und macht mir viel Spaß, daher werde ich danach wohl noch meinen Master ablegen. Ob ich das auch hier in Frankfurt mache oder in Gießen, weiß ich aber noch nicht: Meine Familie ist im Raum Gießen, aber gerade hier in Hanau fühle ich mich auch sehr wohl.

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