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3. Liga Ost: HSG Hanau will Revanche gegen SG Bruchköbel

Hanau/Bruchköbel

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    Traditionell geht es in den Duellen zwischen Hanau und Bruchköbel heiß her. Das war auch im Hinspiel so, als sich der Aufsteiger überraschend deutlich gegen die HSG durchsetzte. Archivfoto: TAP

Handball. Am Freitagabend kommt es in der Hanauer Main-Kinzig-Halle zum langersehnten Drittliga-Derby zwischen der HSG Hanau und der SG Bruchköbel (20 Uhr). Die heimstarken Grimmstädter gehen als Favorit in die Partie, allerdings hat schon das Hinspiel in Bruchköbel gezeigt, dass für ein Derby zuweilen eigene Gesetze gelten.

Artikel vom 08. März 2018 - 16:18

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Von Robert Giese

Vor sicherlich vollen Rängen dürfte neben der Tagesform auch entscheidend sein, wer mit der emotionalen Derby-Atmosphäre besser umgehen kann.

Im Hinspiel in eigener Halle waren das ganz klar die Bruchköbeler: Während die HSG insbesondere in der zweiten Hälfte zu sehr mit sich selbst oder dem Schiedsrichtergespann beschäftigt war, beflügelten die Emotionen von der Tribüne den Aufsteiger aus Bruchköbel und trugen dazu bei, dass die SGB ausgerechnet gegen den Lokalrivalen den höchsten Saisonsieg feiern konnte – 32:24 hieß es am Ende.

Seitdem hat sich bei den aktuell auf dem vorletzten Tabellenplatz stehenden Bruchköbelern, die allerdings punktgleich mit dem HSV Bad Blankenburg auf Rang 13 sind, viel getan: Kapitän und Abwehrchef Maximilian Kraushaar kann wegen eines Kreuzbandrisses nur noch zuschauen, mit Rechtsaußen Milos Kreckovic und Rückraumshooter Daniel Zourek stehen dafür zwei neue Spieler im Kader der Bruchköbeler. Auch auf der Trainerbank gab es eine Veränderung, denn dort führt jetzt statt Oliver Hubbert Tim Beckmann Regie – dieser spielte einst zusammen mit HSG-Coach Patrick Beer beim TV Groß-Umstadt.

Kampf auf Biegen und Brechen
„In Bruchköbel hat sich einiges verändert“, hat auch Beer beobachtet. Das Spiel der SGB sei nun stark auf die zweikampfstarken Tegaday Ramos-Nuez und Jonas Ulshöfer ausgerichtet, die beide auch immer wieder die guten Kreisläufer gekonnt in Szene setzten. In Zourek verfüge der Aufsteiger zudem über einen Spieler, der „auch mal unorthodox aus zehn Metern“ Tore erzielen könne und in der Abwehr außerdem den SGB-Mittelblock verstärke. „Das wird sicher ein Kampf auf Biegen und Brechen“, erwartet Beer daher eine umkämpfte Partie.

Kampfstark zeigten sich die Bruchköbeler bereits in der Vorwoche, als sie dem souveränen Tabellenführer TV Großwallstadt durch aufopferungsvolle Defensivarbeit den ersten Punktverlust seit Ende September zufügten und ein starkes 20:20-Unentschieden erkämpften. „Gegen Hanau brauchen wir wieder so eine gute Leistung von Abwehr und Torhüter“, fordert Beckmann. „Außerdem müssen wir ihr Tempospiel unterbinden, denn das ist die stärkste Waffe der Hanauer.“

Selbstvertrauen brechen
Aus dem Unentschieden gegen den Spitzenreiter ziehe seine Mannschaft Selbstbewusstsein und wolle auch gegen die HSG ihre Derbystärke unter Beweis stellen – in den bisher vier Derbys in dieser Saison sammelten die Bruchköbeler fünf Punkte. „Wichtig wird, dass wir das Selbstvertrauen der Hanauer brechen und sie an ihre letzten beiden Spiele erinnern“, so der SGB-Coach; die Grimmstädter hatten nämlich zuletzt erst beim Schlusslicht HSV Bad Blankenburg verloren und vergangene Woche in Nieder-Roden dann die höchste Saisonniederlage hinnehmen müssen.

„Das waren tatsächlich schwache Spiele von uns“, zeigt sich Beer selbstkritisch, betont aber auch, „dass wir in eigener Halle allen Grund haben, um selbstbewusst aufzutreten“, schließlich sind die Hanauer als einzige Mannschaft der Liga zu Hause noch ungeschlagen. Damit das auch gegen den Lokalrivalen so bleibt, wollen die Grimmstädter die richtigen Lehren aus den letzten Spielen und auch aus dem Hinspiel in Bruchköbel ziehen. „Wir dürfen uns nicht von unserem Spiel abbringen lassen und müssen diszipliniert bleiben, selbst wenn es mal etwas härter zugeht“, fordert der HSG-Coach. „Mit der besonderen Derby-Stimmung müssen wir diesmal cleverer umgehen.“

Volle Halle, Lücken auf den Bänken
Beide Trainer erwarten eine bis auf den letzten Platz belegte Main-Kinzig-Halle, in der beide Fanblocks für ordentlich Stimmung sorgen dürften. „Das wird sicher eine tolle Atmosphäre, ich hoffe, dass uns möglichst viele Fans auch in Hanau unterstützen“, so Beckmann. Beer setzt ebenfalls auf die Unterstützung von den Rängen: „Die Stimmung in der Main-Kinzig-Halle ist immer gut“, unterstreicht der HSG-Coach, „und diesmal ist die Halle sicher richtig voll.“ Den Handballfans empfiehlt er daher, möglichst schon eine Stunde vor dem Anpfiff in der Halle zu sein, um sich einen Platz zu sichern.

Auf den Ersatzbänken beider Teams bleibt hingegen möglicherweise der eine oder andere Platz frei, denn die Grippewelle hat auch die beiden Drittligisten nicht verschont. Wer genau am morgigen Freitag auflaufen werde, konnten die Trainer noch nicht sagen.

Beer setzt jedoch darauf, dass sein Spielmacher Philipp Reuter größeren Einfluss auf das Spielgeschehen nehmen kann als bei seinem Kurz-Comeback in der Vorwoche. „Er hat einfach eine unglaubliche Qualität“, betont der HSG-Coach, „aber andererseits haben wir auch ohne ihn viele sehr gute Spiele gemacht.“ Insgesamt hoffen beide Trainer, trotz der Krankheitswelle mit möglichst vollständigem Kader auflaufen zu können: „So ein Derby will sich eigentlich niemand entgehen lassen.“

3. Liga Ost Männer



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