Lesezeichen hinzufügen hanauer.de als Startseite
heiter
4 ° C - heiter
» mehr Wetter

Hallenmasters: Hanau 93 schickt nur die zweite Garde

Fußball

  • img
    Amtierender Sieger: Germania Dörnigheim hat das Hallenmasters im vergangenen Jahr gewonnen. Archivfoto: TAP

Fußball. Am Wochenende steht die August-Schärttner-Halle wieder im Mittelpunkt des Hanauer Fußballgeschehens. Am Samstag und Sonntag (jeweils ab 11 Uhr) kämpfen 16 Hanauer Kreisvereine um den Titel des 22. Hanauer Hallenmasters. 

Artikel vom 16. Januar 2020 - 12:35

Anzeige

Von Gert Bechert

Seit 1999 findet die traditionelle Veranstaltung bereits unter dem Hallendach statt. Insgesamt neun Vereine haben sich bislang in die Siegerliste eingetragen, im letzten Jahr erstmals Germania Dörnigheim. Rekordtitelträger ist die SG Bruchköbel, die fünfmal den begehrten Pokal gewann, zuletzt 2012. 

Bischofsheimer Glanz ist vergangen

Danach folgte die große Zeit des FSV Bischofsheim, der von 2013 bis 2016 den Pott viermal hintereinander holte. Vom Glanz dieser Jahre ist nichts mehr übrig geblieben. Wie schon im Vorjahr gehören die „Frösche“ auch heuer nicht dem Teilnehmerfeld an. Ebenso wie der Maintaler Rivale FC Hochstadt, der sich zweimal in die Siegerliste (2002 und 2005) eintrug und 2017 das Finale mit 0:1 gegen den SC 1960 Hanau verlor.

Mit dem TSV 1860 Hanau (Sieger 2010) fehlt ein weiterer Cup-Sieger. Die Sechziger verbauten sich den Weg in die August-Schärttner-Halle selbst. Beim Neujahrsturnier von RW Groß‧auheim hatten sie das Ticket bereits in der Tasche, wurden aber aufgrund von Attacken gegen den Schiedsrichter, die zu einem Spielabbruch führten, von der Teilnahme am Hallenmasters ausgeschlossen. 

93 und HSC schicken nur die Reserve

Zum engsten Favoritenkreis zählen die vier ranghöchsten Hanauer Kreisvereine FC Hanau 93, FC Erlensee, 1960 Hanau und Germania Großkrotzenburg. Ob allerdings die 93er (Sieger 2011) und der HSC (Sieger 2017 und 2018) in den Kampf um das Preisgeld von 600 Euro für den Champion eingreifen können, bleibt abzuwarten.

Beide Vereine zeigen dem Turnier eher die kalte Schulter. „Wir werden mit unserer ersten Garnitur am Samstag beim Turnier des TSV Mornshausen im Landkreis Marburg-Biedenkopf, wo wir Titelverteidiger sind, antreten“, betont Giovanni Fallacara.

Fallacara: Müssen unsere Spieler schützen

Nach den Worten des 93er-Abteilungsleiters wird die zweite Mannschaft des ältesten hessischen Fußballvereins in der August-Schärttner-Halle vertreten sein, „die ja in vielen Hallenturnieren ihre Qualität unter Beweis gestellt hat“. Fallacara begründet diese Entscheidung mit der Jagd auf seine Spieler in den vergangenen Jahren. „Wir müssen unsere Spieler schützen, mit Arroganz hat das nichts zu tun.“

 

 

Auch für Savas Erinc spielt das Hallenmasters nur eine untergeordnete Rolle. „Wir sind mit einer jungen Mann-schaft in der Halle vertreten“, sagt der HSC-Trainer. Parallel zum Masters haben die Verantwortlichen am Sonntag, 13 Uhr, im Herbert-Dröse-Stadion ein Freundschaftsspiel gegen den Ligakonkurrenten JSK Rodgau vereinbart, wo alle Neuzugänge zum Einsatz kommen sollen. Eine Entscheidung, die bei Turnierchef Walter Heßler auf wenig Verständnis stieß.

Großkrotzenburg will angreifen

Etwas anders sieht es beim FC Erlensee aus. Obwohl Tobias Heilmann kein Freund von Spielen unter dem Hallendach ist – zumindest im Seniorenbereich –, kündigte der FCE-Coach an, nur Spieler aus dem Erstmannschaftsbereich zu nominieren. Ein Ziel gibt Heilmann nicht vor, ganz im Gegensatz zu seinem Kollegen Christos Tsifnas.

„Wir fahren nicht in die August-Schärttner-Halle, um unsere Zeit zu verplempern, sondern wollen erstmals den Pott gewinnen“, hat der Coach von Germania Großkrotzenburg klare Vorstellungen. Seine Spieler seien heiß und hätten richtig Lust auf das Turnier, der Gewinn des Silvester-Cups in Niederrodenbach sei ein gutes Omen. 

Vorjahressieger Dörnigheim nicht in Hochform

Ob Germania Dörnigheim seinen Coup vom letzten Jahr wiederholen kann, bleibt abzuwarten. Einen Titel aus dem Vorjahr musste der Gruppenligist bereits abgeben. Kewa Wachenbuchen hatte bei der Maintaler Hallenstadtmeisterschaft überraschend die Nase vorne.

Ioannis Kostiris ist trotzdem gut gelaunt. „Am Wochenende ist sehr wahrscheinlich unser Spielertrainer Hicham Abdessadki wieder dabei, auch Maximilian Walter könnte dazustoßen“, begründet der sportliche Leiter seinen Optimismus.Gemeinsam mit dem letztjährigen besten Spieler Emanuel Becker und Torwart-Oldie Christian Marggraf sieht Kostiris sein Team bestens gerüstet. 

Niederrodenbach wird viel zugetraut

Dem letztjährigen Finalisten SG Bruchköbel werden dagegen nur geringe Chancen eingeräumt. Der Auftritt beim eigenen Opel-Brass-Cup, bei dem das Schäfer-Team nur Achter wurde, wirkte ernüchternd. Erheblich mehr trauen dagegen Insider Germania Niederrodenbach zu.

Die knappen Finalniederlagen beim eigenen Silvester-Cup (1:2 gegen Germania Großkrotzenburg) und vor einer Woche beim VfB-Cup in Groß‧auheim (5:6 n. Neunmeter-Schießen gegen KV Mühlheim) lassen die Spargel-Germanen in die Rolle des Geheimfavoriten schlüpfen.

Altbekannter Turniermodus

Am Turniermodus hat sich nichts geändert. Für die Zwischenrunde qualifizieren sich die drei Gruppenersten. Am Sonntag geht es mit vier Dreiergruppen weiter. Die jeweiligen Sieger ziehen in das Halbfinale ab 17 Uhr ein. Das Endspiel wird um 18.45 Uhr angepfiffen. Samstags beträgt die Spielzeit einmal 15 Minuten, sonntags zweimal zehn Minuten.

Der Sieger erhält 600 Euro, der Zweite 400 Euro, der Dritte 200 Euro und der Vierte 100 Euro. Zudem erhält jeder der 16 teilnehmenden Vereine einen Ball. Der beste Spieler, der Torschützenkönig und der beste Torwart werden mit einem Warengutschein ausgezeichnet. 

Bundesliga mindert Zuschauerzahlen

Im vergangenen Jahr pilgerten 618 Zuschauer in die Halle. Damit wäre Walter Heßler auch diesmal wieder zufrieden. „Die Bundesliga startet am Wochenende in die Rückrunde, das kostet schon Zuschauer“, verweist der Turnierchef auf die TV-Konkurrenz. Ohne Bundesligaspiele gab es 2015 die Rekordzahl von 816 Zahlenden.

 Auch 2019 steht das Masters unter dem Motto „Fußballer spielen für Behinderte.“ Bislang kamen 75 000 Euro zusammen. Heßler hofft, erneut rund 5000 Euro an die Lebenshilfe Hanau und die Edi-Petry-Stiftung überweisen zu können.



Kommentare

Noch keine Kommentare vorhanden.