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RWG-Neujahrscup: Angriff auf Schiedsrichter überschattet Turnier

Fußball

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    Überschattet: Ein Zwischenfall hat das Sportliche beim Neujahrscup des RW Großauheim in den Hintergrund gerückt. Das Turnier ging nach einem Angriff auf den Referee aber weiter und Mario Rucco und sein Team des RWG sicherten sich Platz zwei und das Hallenmasters-Ticket. Foto: Patrick Scheiber

Fußball. Ein Angriff auf einen jungen Schiedsrichter überschattete am Sonntagnachmittag den Neujahrscup des Kreisoberligisten Rot-Weiß Großauheim. In der Sporthalle am Spitzenweg kam es während des Spiels zwischen den Gastgebern und dem TSV 1860 Hanau zu Tumulten.

Artikel vom 06. Januar 2020 - 09:14

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Von Frank Schneider

Nach einer Tätlichkeit eines Spielers des TSV zückte der junge Unparteiische die Rote Karte und kam beim Rückwärtslaufen ins Stolpern, weil der als Trainer der 1860er fungierende Hakim Kaya ihn an der Schulter packte, um den Spielleiter vom Aussprechen des Feldverweises abzubringen. „Der Schiedsrichter hat das Gleichgewicht verloren und ist umgefallen, danach hat er das Spiel abgebrochen“, berichtete Turnierleiter Thomas Bannier.

Als sich die Gemüter wieder beruhigt hatten, entschieden die Organisatoren in Rücksprache mit den Schiedsrichtern und in Anwesenheit der beiden Kreisfußballausschuss-Mitglieder Walter Hessler und Frank Krause, das Turnier fortzusetzen. Der gestürzte Schiedsrichter fuhr nach Hause, seine Kollegen beendeten das Turnier ordnungsgemäß. 

1860 Hanau muss mit Konsequenzen rechnen

Dem A-Ligisten TSV Hanau droht jetzt ein Nachspiel vor dem Kreissportgericht. Ebenso bitter für die Hanauer: Durch den Turnierausschluss ging dem Team auch die Qualifikation für das Hallenmasters flöten, denn ohne den Spielabbruch wäre der A-Ligist ins Halbfinale eingezogen. Ein riesiger Imageschaden für den Traditionsverein.

„Beide Mannschaften waren schon weiter, für mich ist es daher unverständlich, dass es derart eskalieren konnte“, meinte Bannier. Die Attacke sei zwar nicht brutal, doch eben völlig unnötig gewesen. „So etwas ist total zu verurteilen, der Schiedsrichter gehört einfach nicht angefasst und muss geschützt sein. Wir konnten als Turnierleitung jedoch so schnell nicht reagieren und können uns nur von den Vorkommnissen distanzieren und uns bei dem jungen Schiedsrichter entschuldigen. Ebenfalls möchten wir uns bei dessen Kollegen bedanken, dass sie dafür gesorgt haben, dass das Turnier zu Ende gespielt werden konnte“, erläuterte der Turnierleiter.

Sportliches rückt in den Hintergrund

Immerhin seien im weiteren Verlauf die Spiele zwar umkämpft gewesen, aber allesamt fair abgelaufen. Zwischenfälle gab es keine mehr, doch die Vorkommnisse hatten in der Halle bei allen Beteiligten und den Zuschauern für ein Schockerlebnis gesorgt. Musste es wirklich so weit kommen, dass ein junger Schiedsrichter mit Tränen in den Augen ein Spiel abbrechen muss? Bei einem Freundschaftsturnier, indem es allenfalls um ein paar Euro Preisgeld geht?

Die sportlichen Leistungen gerieten in den Hintergrund. Turniersieger wurde übrigens Kreisoberliga-Spitzenreiter Hanau 93 II. Nach einem 2:2 im Endspiel gegen Gastgeber RW Großauheim entschieden die 93er das Neunmeterschießen für sich – Endstand 6:3. 200 Euro Preisgeld waren der Lohn, für Großauheim gab es als Trostpflaster noch einen Hunderter.

VfB fährt zu den Hallenmasters

Der dritte Platz wurde gleich im Neunmeterschießen ermittelt. Hier behielt der VfR Kesselstadt gegen Squadra Azzura Offenbach mit 5:4 die Oberhand. Das letzte Ticket für das Hallenmasters ergatterte der VfB Großauheim. Die meisten Treffer erzielte Tolga Kurt vom VfR Kesselstadt (8). Zum besten Torhüter des Turniers wurde Roberto Rodriguez vom VfB Großauheim gekürt. 

Das Turnier begann am Samstag bereits mit einer Negativmeldung. Aufgrund eines kommunikativen Missverständnisses trat Hilalspor Hanau in der Vorrunde nicht an. Die drei angesetzten Partien wurden 3:0 für die jeweiligen Gegner gewertet. Auch am zweiten Turniertag mussten die Organisatoren um Turnierleiter Thomas Bannier improvisieren. Obwohl für die Finalrunde qualifiziert, sagte Viktoria Neuenhaßlau wegen angeblich zu vieler verletzter Spieler ab. „Ich finde das sehr schade und auch ein bisschen peinlich“, meinte Bannier.

Schiri-Angriff kostet Hanau das Masters-Ticket

Kurzfristig war unter den am Samstag ausgeschiedenen Teams keine Nachrücker mehr zu mobilisieren und so schrumpfte das Feld am Sonntag von zehn auf neun Teams. Drei davon (TSV 1860 Hanau, VfB Großauheim und Spvgg. Langenselbold 1910) kamen noch für die Masters-Qualifikation infrage. Da der VfB und die Zehner in der Finalrunde das Halbfinale verpassten, schien die Qualifikation für den TSV 1860 Hanau klar zu sein, doch die dann folgenden Zwischenfälle machten dem in der Kreisliga A angesiedelten Heimatverein von Rudi Völler alles zunichte.

Bedauern löste bei den Aktiven auch die fehlende Rundumbande aus, die in diesem Jahr erstmals nicht zur Verfügung stand. „Das Spieltempo hat dadurch etwas gelitten“, analysierte Thomas Bannier.



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