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Hessenpokalaus nach Schiedsrichterfehler für die U12-Juniorinnen

Fußball

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    Trainer Matthias Ebel arbeitete mit seinen enttäuscten Spielerinnen die Ereignisse vom Turnier um den Hessenpokal unter der Woche im Training noch einmal auf. Die U12-Juniorinnen des FC Mitteluchen fühlten sich ungerecht behandelt. Foto: Jung

Fußball. Mit Tränen endete das Turnier um den U12-Hessenpokal in Würges für die Mädchen des FC Mittelbuchen. Wegen einer falschen Regel‧auslegung des Schiedsrichters haben sie den Einzug in das Endspiel verpasst. „Es haben sehr viele von uns geweint“, erzählte Alexandra beim Training am Donnerstagabend.

Artikel vom 16. Juni 2018 - 09:51

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Von Thorsten Jung

Bei ihrer ersten Teilnahme am Hessenpokal, an dem die Regionalpokalsieger der sechs hessischen Bezirke teilnahmen, starteten die FCM-Mädels mit einem 0:0 gegen den MFFC Wiesbaden ins Turnier. Im zweiten Turnierspiel besiegte die Mannschaft von Trainer Matthias Ebel DJK/SSG Darmstadt mit 1:0. „Wir haben erst kurz vor Schluss das Tor gemacht, daher war die Freude riesig“, berichten die Mädchen aufgeregt. Da auch Wiesbaden gegen die Darmstädterinnen mit 1:0 gewonnen hatte, waren beide Teams punkt- und torgleich. Der Finalteilnehmer musste im Neunmeterschießen ermittelt werden.

Klare Ansagen vom Schiedsrichter
„Vom Schiedsrichter kam die klare Ansage: pro Team fünf Schützinnen, die das Neunmeterschießen auch beenden werden“, so Ebel. Nach fünf Schützinnen stand es 3:3. „Wieder hat der Schiedsrichter ganz klar angesagt: 'Die fünf Schützinnen schießen weiter bis zur Entscheidung, die Reihenfolge ist aber beliebig. Auch diese Ansage war für beide Trainer und Teams verständlich'“, meint Ebel. Wiesbaden verschoss, Mittelbuchen traf und freute sich über den Finaleinzug.

Doch dann nahm das Drama seinen Lauf. Wiesbadens Trainerin legte Protest gegen die Wertung des Neunmeterschießens ein. Ihre Begründung: Es hätten nicht die gleichen Schützinnen weiter schießen dürfen. Diesem Protest wurde von der anwesenden stellvertretenden Vorsitzenden des Verbandsausschusses für Frauen- und Mädchenfußball Ute Maaß und ihrer HFV-Kollegin Lena Nöding, die für den Spielbetrieb der Juniorinnen zuständig ist, stattgegeben.

Unverständnis über das Verhalten der Wiesbadener
„Das ist wohl auch regelkonform“, sind sich die Mittelbucher einig. Nicht wirklich verständlich für Trainer Ebel ist aber: „Zweimal wurde das Prozedere vom Schiri erklärt und von beiden Trainern abgenickt. Auch von den beiden Vertretern des HFV kam kein Widerspruch.“ Spielerin Sina meinte, dass sie das vom Inhalt her verstanden hätte. „Aber sonst sind die Entscheidungen der Schiedsrichter ja auch nicht mehr abänderbar.“

„Wir wurden in der Mittagspause ausgerufen, dass wir wieder auf den Platz kommen sollen. Das war sehr ärgerlich“, berichtete Alexandra. Die Mittelbucher Mädchen waren komplett am Boden und sollten sich nun auf die Wiederholung des Neunmeterschießens konzentrieren. Wieder stand es nach fünf Schützen 3:3. Jetzt mussten die sechsten Schützinnen ran, Mittelbuchen vergab diesmal und Wiesbaden traf.

Spiel um Platz drei wurde auferzwungen
„Die Mädchen ließen den Tränen freien Lauf. Wiesbaden freute sich über den Finaleinzug, machte sich aber keinesfalls Freunde unter den neutralen Zuschauern“, so Ebel, der sich maßlos ärgert: „Sport und Fairness werden in jedem Verein halt anders gelebt!“ Seine Mädchen hätten unter diesen Umständen keinesfalls im Spiel um Platz drei antreten wollen. Der Gegner, JFV Ebsdorfergrund, habe dafür Verständnis gezeigt. „Nicht aber die Vertreterinnen des HFV. Sie drohten sofort mit Strafen vom Verband und zwangen die Mädels förmlich das Spiel zu bestreiten“, schimpfte Ebel. Mit Tränen in den Augen hätten sie die komplette Spielzeit bestritten. „Wir wollten nicht mehr antreten, aber dann hieß es, der Verein würde eine Geldstrafe bekommen“, beschrieben die Mädels die Situation.

Für die aus Mittelbuchen mitgereisten Fans die Krönung: Das Spiel um Platz drei wurde von eben jenem Schiedsrichter geleitet, der sich vorher den krassen Fehler in der Regelauslegung geleistet hatte. „Das zeigt einfach nur, mit welchem Fingerspitzengefühl und welcher Empathie hier vorgegangen wurde. Auch hier zeigte sich, dass die Vertreterinnen des HFV den Verband vertreten, aber nicht den Sport, geschweige denn den Jugendfußball“, schüttelte Ebel auch Tage später noch mit dem Kopf. Die klare Niederlage im Spiel um Platz drei interessierte ihn und seine Mannschaft natürlich herzlich wenig.

„Wir waren wütend und enttäuscht“
„Wir waren dann mit den Gedanken nicht mehr beim Spiel“, gestand Diana. „Wir waren wütend und enttäuscht und haben deswegen schlecht gespielt“, meinte Charlotte. Und Mitspielerin Lisa ergänzte: „Wir wollten uns noch mal aufraffen, aber die Kraft hat auch gefehlt.“

Ebel ist über das Verhalten seiner Spielerinnen voll des Lobes: „Höchsten Respekt an die Mädels für die sportliche Leistung und das Herzblut, mit dem sie bei der Sache waren.“

 



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