Lesezeichen hinzufügen hanauer.de als Startseite
heiter
1 ° C - heiter
» mehr Wetter

Zukunft des Thylmann-Geländes diskutiert - Bahnschranke ein Thema

Schöneck

  • img
    Der Bahnübergang an der Thylmann Mühle ist bei vielen Anwohnern unbeliebt. Weil er unbeschrankt ist, hupt die Niddertalbahn an dieser Stelle laut. Mit der Schließung des Mühlenbetriebs gibt es eine Hoffnung, dass der Übergang stillgelegt wird. Foto: Mirjam Fritzsche

Schöneck. Wie geht es nach der Schließung der Thylmann-Mühle mit den Gebäuden und dem Gelände weiter? Soll die Gemeinde ein eigenes Kaufangebot abgeben? Darüber diskutierten nun die Schönecker Gemeindevertreter. Auch die seit langem beabsichtige Schließung des Bahnübergangs an der Kilianstädter Mühle war wieder Thema.

Artikel vom 02. Dezember 2019 - 16:37

Anzeige

Von Mirjam Fritzsche

Der neue Besitzer der Thylmann-Mühle, die Bindewald und Gutting Verwaltungs GmbH, hatte Anfang November angekündigt, den Betrieb des Traditionsunternehmens in Januar einzustellen. Die Kunden sollen künftig von eigenen Standorten aus beliefert werden. Das ist bitter – nicht nur für die 40 Mitarbeiter, die ihre Arbeitsplätze verlieren, sondern auch für die hiesigen Landwirte, die nun längere und teurere Transportwege für ihr Getreide in Kauf nehmen müssen.

Freie Wähler fordern Kaufangebot

Die Freien Wähler legten zur Gemeindevertretersitzung einen Antrag vor, in dem sie fordern, dass sich der Gemeindevorstand für den Erhalt des Mühlenbetriebs einsetzt. Solle die Schließung unabwendbar sein, wäre es aus Sicht der FWG zumindest wünschenswert, ein Kaufinteresse an dem Gelände zu signalisieren. Denn die Lage zwischen Oberdorfelden und den Verbrauchermärkten an der Uferstraße könnte eine Chance zur besseren Anbindung an die gemeindliche Infrastruktur bieten. 

„Wir wollen nicht direkt die Flinte ins Korn werfen. Schließlich handelt es sich bei der Mühle um eine besondere Immobilie mit einer besonderen Nutzung“, begründet FWG-Fraktionsvorsitzender Matthias Geisler. 

CDU warnt vor falschen Hoffnungen

Während sich die Grünen dafür aussprechen, grundsätzlich bei allen größeren Grundstücken in Schöneck zu versuchen, Einfluss auf die Entwicklung nehmen – beispielsweise durch ein aktives Kaufinteresse – plädierte die CDU für eine gemäßigtere Vorgehensweise. „Die privatwirtschaftliche Entscheidung des Eigentümers ist unumkehrbar“, stellt CDU-Fraktionschef Markus Jung klar.

Man dürfe keine falschen Hoffnungen wecken. Seine Fraktion schlägt vor, dass der Gemeindevorstand Gespräche mit den Eigentümern des Geländes aufnimmt. „Ohne nähere Faktenkenntniss können wir keine Aussagen treffen“, so Jung. Erst wenn man wisse, was für die künftige Nutzung des Geländes geplant ist, könne die Gemeindevertretung über weitere Schritte beraten. Diesem Vorschlag wurde zugestimmt.

Das Gelände und die Gebäude sind weiterhin in Besitz der Familie Frese, Nachkommen des Namensgebers Heinrich Thylmann. Die Firma Jung & Schmitt, ein Großhändler für Bäckereien, ist ebenfalls auf dem Gelände ansässig und bleibt auch nach der Mühlenschließung aktiv, wusste Bürgermeisterin Conny Rück (SPD) zu berichten.

Wird der Bahnübergang geschlossen?

Fraglich ist aber nicht nur, wie es mit dem Mühlengelände weitergeht, auch die Zukunft des dortigen Bahnübergangs beschäftigte das Gemeindeparlament an diesem Abend. Bereits im Jahr 2016 hatten die Grünen angeregt, den unbeschrankten Übergang zu schließen, damit das nervende Hupen der Niddertalbahn die Anwohner nicht weiter im Schlaf störe.

Hintergrund ist, dass die angrenzende Brücke über die Nidder wegen Brückenschäden gesperrt ist. Die Flächen innerhalb der Nidderschleife sind auf diesem Weg aktuell nur noch für Spaziergänger und Radfahrer erreichbar. Die Landwirte müssen bereits einen Umweg nehmen. 

Eigentümer verweigern Schließung

Der Gemeindevorstand wurde vor drei Jahren beauftragt, die Schließung zu beantragen. Im August dieses Jahres wurde mitgeteilt, dass die DB Netz AG zwar beim Eisenbahn-Bundesamt einen Antrag auf Einleitung des Planfeststellungsverfahren eingeleitet habe.

In dem Anhörungsverfahren sei jedoch deutlich geworden, dass die Eigentümer sich gegen die Schließung ausgesprochen hätten und nicht bereit seien, dass Grundstück zum angebotenen Preis zu verkaufen. Dabei handelt es sich um eine 1200 Quadratmeter große Fläche zwischen der geschlossenen Nidderbrücke und dem Gleiskörper. Das Grundstück wäre bei einer Schließung nicht mehr erreichbar. 

Preisvorstellungen für Mühle klaffen auseinander

In einer Anfrage wollten es die Grünen noch einmal genauer wissen. In der jüngsten Sitzung des Parlaments teilte die Bürgermeisterin daraufhin mit, dass zwar ein gewisses Verkaufsinteresse seitens der Geschäftsführung der Mühle bestanden habe. Die Preisvorstellungen seien jedoch zu weit auseinandergegangen. Deshalb habe die DB Netz AG den Antrag auf Einleitung eines Planfeststellungsverfahrens zurückgezogen.

Die Schließung der Thylmann-Mühle hat die Situation aber verändert. „Dadurch ergibt sich nun durchaus die Möglichkeit, das Thema wieder aufzugreifen. Ein Gespräch hierzu ist noch für dieses Jahr geplant“, teilt die Bürgermeisterin mit.



Kommentare

Noch keine Kommentare vorhanden.