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Tod auf Reiterhof: Büdesheimer Mordprozess beginnt am 29. August

Schöneck/Hanau

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    Auf diesem Reiterhof in Büdesheim wurde im September 2018 die Besitzerin tot aufgefunden. Archivfoto: Kleinerüschkamp

Schöneck/Hanau. Fast ein Jahr nach der grausamen Tat und sieben Monate nach seiner Verhaftung muss sich der 24-jährige J. vor der 1. Schwurgerichtskammer am Hanauer Landgericht verantworten. Wie jetzt bekannt wurde, hat die Kammer den Verhandlungsbeginn noch in diesem Monat anberaumt. 

Artikel vom 09. August 2019 - 11:13

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Von Thorsten Becker

Am Donnerstag, 29. August, beginnt die Verhandlung über den Fall vor dem mit drei Berufsrichtern und zwei Schöffen besetzten Gericht mit der Verlesung der Anklageschrift. 

J. wird von der Staatsanwaltschaft beschuldigt, am 10. September vergangenen Jahres die Besitzerin des Büdesheimer Buchwaldhofs im Streit ermordet zu haben (wir berichteten). 

Nach dem Abschluss der Ermittlungen durch die Hanauer Mordkommission sieht die Anklagebehörde einen Mord aus Heimtücke. J. soll die 51-jährige Pferdehofbesitzerin stranguliert haben. Anschließend soll er versucht haben, das Verbrechen als Suizid zu tarnen und hängte die Leiche der Frau auf.

Beamten nahmen Spur des Flüchtigen in Österreich auf

Doch die Spezialisten des Kommissariats 11 ließen sich nicht täuschen und erkannten schnell, dass die Frau sich keineswegs das Leben genommen hat. 

Schnell geriet dann der 24-jährige Mitarbeiter ins Visier der Fahnder. Er hatte Büdesheim nach der Tat offenbar fluchtartig verlassen. In den Wochen danach entwickelte sich daraus ein internationaler Fall, denn die Beamten nahmen die Spur des Flüchtigen in Österreich auf. 

Am 24. Januar rasteten dann die Handschellen auf einem Hof in der Nähe von Wien ein, denn der Pferdepfleger hatte dort bei einem neuen Arbeitgeber angeheuert. Bei seiner Festnahme soll der 23-Jährige das Verbrechen eingeräumt haben.

Für den Prozess werden acht Verhandlungstage anberaumt

Auch nach der Auslieferung an die Hanauer Justiz ließen die Ermittler nicht locker. In Rumänien, dem Heimatland des 24-Jährigen wurden ebenso umfangreiche Ermittlungen angestellt. In den Karpaten fanden sie offenbar weitere Spuren und Beweise. Darunter soll sich laut Staatsanwaltschaft auch die Kleidung befinden, die J. während des Verbrechens im Schönecker Ortsteil Büdesheim getragen haben soll. Ihm droht im Falle eines Schuldspruchs die Verurteilung zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe.

Diese Spuren und Beweise werden nun vom Schwurgericht untersucht. Für den Prozess hat die Kammer vom 29. August bis 19. September insgesamt acht Verhandlungstage anberaumt.



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