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Beziehungsdrama bei Storchenpärchen endet mit Nachwuchs

Schöneck

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    Wie aus dem Ei gepellt: Die Vogelschützer fanden bei der Beringung der beiden Kilianstädter Jungstörche ein sauberes Nest vor. Foto: PM

Schöneck. Bei strahlend blauem Himmel und Sonnenschein konnte der Hubsteiger der Gemeinde Schöneck kürzlich ohne Probleme durch die Nidderwiesen zum Storchenmast fahren, wo die Schönecker Vogelschützer bereits warteten, damit die beiden Jungstörche im dortigen Horst beringt werden konnten.

Artikel vom 08. Juli 2019 - 10:52

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 Die Beringung wurde, wie schon in den Vorjahren, von Werner Peter vorgenommen. Gerne hätten alle Storchenfreunde in diesem Jahr die zehnjährige Partnerschaft des angestammten Weißstorchenpaares gefeiert, das bis auf einen totalen Brutausfall im Jahr 2017 wegen nasskalten Wetters jeweils erfolgreich Junge groß zog. Anders sollte es aber in diesem Jahr kommen.

Anfang Februar kehrte das Männchen aus dem Winterquartier zurück und war viele Tage alleine auf den Wiesen zur Nahrungsaufnahme zu beobachten. Die Vogelschützer warteten schon ungeduldig auf die Ankunft des Weibchens, aber es kam nicht. „Ihm wird doch nichts zugestoßen sein?“, waren die ständigen Gedanken von Christa Jäger, die seit Kindertagen die Frühlingsboten ganz besonders in ihr Herz geschlossen hat.

Weibchen buhlte um die Gunst des Männchens

Nach vielen Tagen des Alleinseins wurde das Storchenmännchen von einem unberingten Storch attackiert, der ständig versuchte, im Nest zu landen, von dem langjährigen Nestinhaber aber vehement abgewehrt und vertrieben wurde. So glaubte man, dieser Storch sei ebenfalls ein Männchen. Doch falsch gedacht. Sehr bald stellte sich heraus, dass es ein Weibchen war, das nicht locker ließ und um die Gunst des Kilianstädter Männchens buhlte. Hartnäckigkeit zahlt sich oft aus, die beiden wurden ein Paar und begannen mit dem Brutgeschäft Ende März.

Mitte März kehrte dann überraschenderweise das alte Storchenweibchen zurück. Da es keine Chance mehr hatte, in das angestammte Nest zurückzukehren, ließ es sich mit einem anderen Partner ein und bezog ein bereits vorhandenes Nest in einer Weide in den Bornwiesen von Büdesheim. Das neue Glück, beide begannen Mitte April zu brüten, nahm ein rasches Ende. Der Ast, auf dem sich das Nest befand, brach ab. Gerne hätten die Schönecker Vogelschützer auch Jungstörche dieses neuen Brutpaares begrüßt.

Weibchen scheint eine Erstbrüterin zu sein 

Das neue Kilianstädter Weibchen zeigte ein für die Vogelschützer etwas seltsames Brutverhalten. Konnte man es viele Tage im März und auch Anfang April kontinuierlich tief im Nest sitzend beobachten, war es auf einmal wieder zwecks Nahrungssuche auf den Wiesen unterwegs. Dieses Verhalten deutete für die Experten darauf hin, dass es sich um eine Erstbrüterin handelte.

Aber letztendlich hat auch sie es geschafft, Eier zu legen und diese gemeinsam mit dem Männchen auszubrüten. Geschlüpft sind die beiden Jungen mit mehreren Tagen Unterschied Mitte Mai.

Sauberes und gepflegtes Nest

„Der Winzling“, wie die Vogelschützer den Kleineren der beiden Jungstörche nannten, wurde aber wohl bevorzugt von den Storcheneltern mit Futter versorgt, sodass er bei der Beringung von der Größe her von seinem älteren Geschwisterchen kaum mehr zu unterscheiden war.

Das Nest war sauber und bot einen gepflegten Eindruck. So präsentierte sich auch der Storchennachwuchs. „Die Eltern haben die beiden wohl vor der Beringung noch schnell gewaschen“, philosophierte Peter, „da habe ich hier auch schon kleine Dreckspatzen beringt“.

Das alte Weibchen scheint verschwunden zu sein 

Auch wenn die Kilianstädter Jungstörche insgesamt noch kleiner sind als ihre Artverwandten in den anderen Nestern ringsum, so werden sie, sollten sich keine widrigen Umstände ergeben, bestimmt flügge werden. Alle Storchenfreunde drücken den beiden auf jeden Fall die Daumen.

Leider wurde das alte Kilianstädter Weibchen nicht mehr gesichtet, aber vielleicht taucht es ja andernorts wieder auf. fmi

 



Kommentare

Am 08.07.2019 um 19:20 Uhr schrieb Wolfgang pfaffe: #1
Erlensee rockt hat den gleichen Link wie der Bericht über die Störche!!!