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Zu Gast in der Natur-Idyll des Obst- und Gartenbauvereins

Schöneck

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    Treffen der Generationen: Die Liebe zur Natur vereint Alt und Jung beim Obst- und Gartenbauverein Schöneck. Foto: Bender

Schöneck. Unter Apfel-, Birnen-, Pflaumen-, Kirschbäumen residiert der Obst- und Gartenbauverein Schöneck  in einem Natur-Idyll. Um den Nachwuchs zu sicher bietet der Verein immer mehr Aktionen und Veranstaltungen an um interessant zu bleiben.

Artikel vom 09. September 2016 - 14:06

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Das Thermometer zeigt 30 Grad, als Andreas Zeiller, Vorsitzender des Obst- und Gartenbauvereins Schöneck, einen Bembel mit selbst gemachtem Apfelwein und ein paar Gerippte auf den Tisch stellt. Doch unter den großen Obstbäumen herrscht angenehmer Schatten und ein frischer Wind weht von den Feldern herüber.

Es ist wahrlich ein kleines Idyll, das sich die Mitglieder am Rand von Kilianstädten geschaffen haben. Kein Wunder, dass man nur einmal im Jahr einen Vereinsausflug unternimmt. Wer will schon weg von hier? Im Hintergrund erstreckt sich auf 4000 Quadratmetern der Lehrgarten mit rund 400 kleinen Bäumen.

Neben Äpfeln werden auch Birnen, Pflaumen, Kirschen und Mirabellen geerntet
Möglich ist das, da der Verein gezielt Bäume mit schwachem Wuchs und hohem Ertrag pflanzt, die gerade so hoch werden, dass man ihre Früchte noch gut Pflücken kann. So kann ein drei Meter hoher Baum bis zu 15 Kilogramm Obst tragen. 80 Prozent der Bäume sind Apfelbäume, der Rest Birnen, Pflaumen, Kirschen und Mirabellen, aber auch Weintrauben und solch außergewöhnliche Früchte wie Aronia, Mispel oder Quitten wachsen dort.

Neben klassischen, altbewährten Sorten, findet man unter den Bäumen aber auch einige neue, die besonders resistent gegen Krankheiten sind. Während die Mitglieder ihre eigenen Bäume selbst pflegen und den Ertrag ernten dürfen, stellt der OGV aus den vereinseigenen Bäumen Apfelwein und frischen Apfelsaft her, der dann bei
den Festen ausgeschenkt wird.

Bereits zum zweiten Mal mit dem Apfelweinpokal ausgezeichnet
Dieses Jahr wurde der Apfelwein unter 30 Mitbewerbern bereits zum zweiten Mal mit dem Apfelweinpokal des Kreisverbandes ausgezeichnet. Das Hobby im Verein auszuüben, hat für die Mitglieder ganz unterschiedliche Reize, die familiäre Zusammengehörigkeit ist jedoch ein Grund, der sie alle verbindet.

Inzwischen zählen auch viele junge Familien zu den Mitgliedern, die ihren Kindern zeigen möchten wie die Natur funktioniert und wo unsere Nahrung herkommt. Eine eigene Jugendgruppe hat der Verein zwar nicht, dafür aber seit 2015 so genannte „Kinderbäume“. Anstatt den Eltern bei der Gartenarbeit zuzusehen, können sich die Vereinskinder um ihre eigenen Bäume kümmern.

Kelterfest erfreut sich mit immer mehr jüngeren Gästen
Nach einer Geschmacksprobe dürfen sie sich ihren eigenen Baum aussuchen den der Verein, ebenso wie die Fläche zum Anpflanzen, stellt. Und sollte das einmal zu langweilig werden, können sie immer noch am idyllischen Teich die Fische füttern. „Wir wollten unbedingt vermeiden, dass wir irgendwann in die Situation kommen, dass uns der Nachwuchs ausbleibt“, erklärt der stellvertretende Vorsitzende Dirk Atzler mit Blick auf die besorgniserregende Entwicklung in anderen Vereinen.

Auch bei den Festen beobachten die Mitglieder immer mehr jüngere Gäste. Vor allem das Kelterfest, bei dem die Besucher selbst beim Keltern helfen dürfen, erfreut sich bei Familien mit Kindern immer größerer Beliebtheit. Frisch gepressten Apfelwein zu probieren, ist für viele ein ganz besonderes Erlebnis, das es so wohl kaum noch woanders gibt.

Viel zu bieten: Kelterfest, Schnittkurse oder Führungen durch den Garten
Schnittkurse, sowie Führungen für Kindergärten, Grundschulen oder Ferienbetreuung runden das Angebot des Vereins ab, der längst erkannt hat, dass man heute ordentlich mit der Werbetrommel rühren muss, um interessant zu bleiben. Da gehört eine neue Internetseite mit aktuellen Infos zu Terminen und der Vereinsarbeit schon fast zur Pflicht.

Neben ihrem eigenen Vereinsgelände, pflegen die Mitglieder zudem Obstbäume auf Ausgleichsflächen der Gemeinde und arbeiten bei der Schädlingsbegutachtung mit dem Landesverband Landwirtschaft zusammen.



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