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Gemeinschaftsprojekt "Demokratie leben" wird weiter gefördert

Rodenbach/Erlensee

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    Planung am runden Tisch: Die Bürgermeister Stefan Erb und Klaus Schejna mit den Jungreportern Niklas Schäfer, Ronaldo Cunha, Sara Karasnigi und Boeen Babakerkhel. Foto: Rainer Habermann

Rodenbach/Erlensee. „Hier geht es nicht nur um Zeitgeist, hier geht es um Haltung.“ Rodenbachs Bürgermeister Klaus Schejna (SPD) prägte diesen Satz beim Pressegespräch mit seinem Erlenseer Amtskollegen Stefan Erb (SPD) und den zumeist sehr jungen Akteuren aus den Kommunen, die das Projekt „Demokratie leben!“ mit  Leben erfüllen. 

Artikel vom 10. Februar 2020 - 07:31

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Von Rainer Habermann

Dieses Rahmenprojekt, gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, ist jetzt für weitere vier Jahre verlängert worden. Aufgrund der vielfältigen Erfolge der interkommunalen Gestaltung eines guten, friedlichen und solidarischen Zusammenlebens von Menschen aus unterschiedlichen Ländern und Kulturen mitten in Deutschland.

Knapp 140 000 Euro jährliche Förderung

In Form einer „Partnerschaft für Demokratie“ zwischen den beiden Kommunen. Die jährliche Fördersumme beträgt rund 138 000 Euro und gliedert sich in die Förderung von Aktionen, von Jugendinitiativen, von Vernetzung und Kommunikation sowie für die Fach- und Koordinierungsstelle von Anita Losch, Selina Laubach-Lukas und Michaela Strupp nebst sieben weiteren, jungen Honorarkräften. 

Es geht um zivilgesellschaftliches Engagement für Demokratie und gegen jede Form von Extremismus, komme er von rechts, links oder aus islamistischen Reihen. Aber auch Homophobie, Antisemitismus, Islamfeindlichkeit oder Vorurteile gegen Roma und Sinti (Antiziganismus) gehören auf die Agenda, gegen die sich die Initiative richtet.

Reporterteam will auf Instagram berichten

Grobziele sind – kurz gesagt – Demokratie fördern, Vielfalt gestalten, Extremismus vorbeugen. Ein gutes Beispiel für die positive Entwicklung in den vergangenen dreieinhalb Jahren in Rodenbach und Erlensee ist das „Jugendreporter-Team“, das mittlerweile aus sechs jungen Leuten (Schüler, Studenten, Praktikanten) aus beiden Kommunen besteht, und das sich zum Ziel gesetzt hat, über die diversen Projekte und Aktionen auf Instagram zu berichten. 

„Facebook ist out, Instagram ist bei jungen Menschen angesagt“, wie die Akteure augenzwinkernd erklären. Boeen Babakerkhel ist einer von ihnen. Der Schüler kam einst als unbegleiteter minderjähriger Flüchtling aus Afghanistan nach Rodenbach, lernte Deutsch, spricht es bereits hervorragend und arbeitet im Team mit an der Umsetzung des Films „Verkehrte Welt – engagiere Dich!“. Hervorgegangen ist der Streifen aus einem Theaterprojekt, das ziemlich am Anfang der Demokratie-leben-Arbeit stand, 2017 im Erlenseer Bürgerhaus „Zum Neuen Löwen“ aufgeführt und anschließend an vielen weiteren Orten gespielt wurde.

Vereine leben Integration vor

Ronaldo Cunha aus dem Jungreporter-Team hebt einen weiteren Aspekt der Arbeit hervor: „Wir haben großen Input aus den diversen Vereinen in Erlensee und Rodenbach bekommen.“ Und Schejna ergänzt: „Die Vereine sind bunt und bleiben bunt. So funktioniert Integration.“

Die Fach- und Koordinierungsstelle, der ein Begleitausschuss für die bisher mindestens zwölf Projekte und Aktionen, die zwischen 2020 und 2024, also im Förderzeitraum, geplant sind, zur Seite steht, handelt weitere Projekte wie etwa das erfolgreiche und beliebte „Seifenkistenrennen“. 

Seifenkistenrennen nur eins von vielen Projekten

„Eine tolle Sache, gerade für junge Familien“, weiß Losch. „Im Vorjahr hatten wir 13 Teams am Start, dieses Jahr hoffen wir, auf 18 zu kommen und sind optimistisch, da wir das auch unter den Vereinen ausschreiben. Es startet am Sonntag, 7. Juni.“ Die Koordinierungsstelle ist federführend derzeit in Erlensee angesiedelt, Mitte des Jahres wechselt sie nach Rodenbach.

Zahlreiche weitere Projekte sind schon geplant, so etwa erneut (nach dem großen Erfolg im Vorjahr mit rund 1400 Teilnehmern im Hanauer Amphitheater) das „Sprachkonzert gegen Extremismus“. Projektträger sind unter anderem wieder der Trägerverein Schützenhof Oberrodenbach, das „Jüdische Zentrum für Toleranz“, die TSGE und weitere.



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