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Radweg in der Hanauer Landstraße soll vollendet werden

Rodenbach

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    Im Nadelöhr: Der Radweg wird immer schmaler, bis schließlich die letzte rote Steinreihe direkt in einer Bushaltestelle mündet. Das Ende des Radweges wird nicht mit einem Schild angekündigt. Foto: Torsten Kleinerüschkamp

Rodenbach. Am Ende eines jeden Jahres wird beim Kassensturz in jeder Kommune geschaut: Was ist noch drin? Was kann man sich noch leisten? Die Gemeinde Rodenbach steht vergleichsweise gut da, hat sie doch das fünfte Jahr in Folge einen Etat unter Dach und Fach gebracht. Das Plus ist zwar nur bescheiden, aber immerhin 95 000 Euro. 

Artikel vom 09. Dezember 2019 - 13:45

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Von Torsten Kleinerüschkamp

So hat die SPD, die zusammen mit der FDP dem Etat ihr Plazet gegeben hat, noch im Investitionsprogramm für das Jahr 2021 den Bau eines Radweges in der Hanauer Landstraße unterbringen können. Was sich mit „Radweg“ so unscheinbar anhört, das hat es aber in sich.

Radweg endet in Bushaltestelle

Wer schon einmal in der Dunkelheit in Niederrodenbach als Fremder ortsauswärts mit Schmackes geradelt ist, dürfte spätestens in Höhe der drei Hochhäuser und kurz vor der Unterführung plötzlich den Radweg vermisst haben. Der hört nämlich unvermittelt und ohne Vorwarnung auf. Das Band der roten Pflastersteine wird immer schmaler, bis es nur noch aus einer Reihe Pflastersteinen besteht. Der rote Strich materialisiert sich dann selbst und verschwindet in der Gänze in einer Busbucht.

Dank der Initiative der SPD sollen 2021 60 000 Euro in die Vervollständigung des Radweges bis zum Ortsausgang in Richtung Wolfgang investiert werden. Ein Anlass mehr für das Bauprojekt ist die geplante Beseitigung beziehungsweise Verfüllung der Unterführung in der Hanauer Landstraße.

Wenig einladende Unterführung

Wie es bei Tunnels für Fußgänger und bei Passagen aus Beton so ist, ist dieser unterirdische Durchgang wenig adrett, Graffiti-beschmiert und ein bisschen unheimlich. Das Laub liegt derzeit in dichten Schichten auf den Treppen. Die vielen Blätter künden auch davon, dass der Durchgang offenbar wenig genutzt wird. Die SPD will die Bushaltebucht beseitigen und den Bushaltepunkt barrierefrei umgebaut sehen. 

CDU-Fraktionsvorsitzender Kai Kohlberger signalisierte zwar Zustimmung zu dem Radwegbau, allerdings hielt er nicht mit seiner Kritik hinterm Berg. „Als die CDU-Fraktion im Sommer in einem weiteren Antrag das stückwerkhafte Radwegesystem der Gemeinde beklagte und hier für ein durchdachtes, durchgängiges und logisches Konzept für Rodenbach warb, wurden wir – wie so oft – unter Verweis auf die führende Rolle unserer Gemeinde auch auf diesem Gebiet abgebügelt“, sagte er. 

Zum Haushalt 2020 stelle die SPD-Fraktion nun einen Antrag, der, wenn er auch kein Radwegekonzept für die gesamte Gemeinde beinhalte, so doch immerhin für einen durchgehenden Radweg an der Hanauer Landstraße und somit für ein Weniger an Flickenteppich in diesem Bereich sorgen solle. „Bravo, möchte man rufen!“, so der Christdemokrat. 

Zuschuss für Spülmobil für Vereine gesenkt

Ein CDU-Antrag, Vereinen 25 000 Euro für die Anmietung eines Spülmobils zur Verfügung zu stellen, lehnte die SPD in dieser Form ab. SPD-Fraktionsvorsitzender Norbert Link präsentierte einen Änderungsantrag, wonach nur noch 4000 Euro bereitgestellt werden sollen. Vereine, die für öffentliche Veranstaltungen ein Geschirr- und Spülmobil anmieten, sollen nun einen Zuschuss von 200 Euro je Festwochenende erhalten. 

„Es sieht schon mal gar nicht so schlecht aus“, sagte Link über den Haushalt. Lob gab es von ihm für die Bemühungen der Gemeinde, Wohnraum zu schaffen. Dabei stand vor allem das Neubaugebiet „Südlich der Adolf-Reichwein-Straße“ im Fokus. 

Personalkosten steigen drastisch

Den sehr starken Anstieg der Personalkosten billige die SPD, stecke dahinter doch das Bemühen der Gemeinde, eine kinder- und bildungsfreundliche Kommune sein zu wollen. Die Bezahlung von Fachkräften habe ihren Preis. „Jeder Cent ist eine wichtige Investition in die Bildung“, so der Sozialdemokrat. Frühe Versäumnisse seien später nicht oder kaum mehr aufzuholen. 

Positiv beurteilte Link den Fortschritt beim geplanten Baues eines zentral gelegenen Feuerwehrhauses. Die Rodenbacher Bildungs- und Betreuungsrerichtung, genannt RoBBe, sei ebenfalls als wichtiges Infrastrukturprojekt in der Realisierung. 

CDU-Fraktionsvorsitzender Kai Kohlberger sah hingegen Rodenbach nicht auf einem guten Weg. „Ein Beispiel dafür ist, dass Entwicklung in Rodenbach in einem Tempo geschieht, bei dem dem unvoreingenommenen Beobachter wohl nur Adjektive wie bleiern einfallen und man sich von außen betrachtet des Eindrucks des Stillstandes nur schwer erwehren kann.“

Wohnraummangel großes Thema

Eines der drängendsten Probleme Rodenbachs sei der Wohnraummangel in all seinen Formen. „So gehen wir seit dem Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan des neuen Wohngebietes in der Adolf-Reichwein-Straße bereits ins elfte Jahr, ohne dass auch nur die zweite Offenlage für den Bebauungsplan erfolgt wäre“, sagte er. 

Junge Rodenbacher Familien, für die die Zeit ja nun mal nicht still stehe, müssten sich im Umland nach Wohnraum umsehen. „Macht ja nichts, Rodenbach ist ja bloß die Gemeinde mit der zweitältesten Bevölkerung des Main-Kinzig-Kreises“, sagte er süffisant. 

Keine Steuererhöhungen geplant

FDP-Fraktionsvorsitzender Michael Kempf lobte, dass 2020 keine Steuer- und Gebührenerhöhungen geplant sind. Er erinnerte aber daran, dass die in der Vergangenheit deutlich angehobenen Hebesätze für die Grund- und die Gewerbesteuer zurückgenommen werden müssten. „Wir fordern weiterhin eine Absenkung der Hebesätze, vor allem für die Gewerbesteuer“, so Kempf. Natürlich sei das nur möglich, wenn entweder die Einnahmen weiter wüchsen oder die Ausgabenseite restriktiver als bisher geplant werde. 

Kempf warnte vor Risiken, weil den Gesamterträgen von 26 Millionen Euro Aufwendungen von ebenfalls 26 Millionen Euro gegenüberstehen. Der Haushalt sei zwar solide, aber die Einnahmen würden mehr oder weniger wieder komplett ausgegeben. Er lobte ferner die „gesunde Rücklage von fünf Millionen Euro“. 



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