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Spektakuläres Fußball-Derby mit ehemaligen Jugendteams

Rodenbach

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    Fußballfreunde fürs Leben: Als Fünfjährige haben sich Marcus Niepold (links) und Matthias Göhler auf dem Bolzplatz kennengelernt. Foto: Jasmin Jakob

Rodenbach. Die Stühle des rot-weiß dekorierten Vereinsheims des FC Eintracht Oberrodenbach sind noch auf die Tische gestellt. An den Wänden erzählen jede Menge Pokale und Bilder Geschichten aus der Vergangenheit, von den Erfolgen, den Feiern und der Gemeinschaft. 

Artikel vom 06. September 2019 - 12:45

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Von Jasmin Jakob

Samstagabend wird das Vereinsgelände, eher das Spielfeld der Schauplatz für ein historisches Derby: Marcus Niepold und Matthias Göhler haben ihre jeweiligen Jugendmannschaften aus Nieder- und Oberrodenbach zusammengetrommelt, um die feurigen Rivalitäten aus den 80er Jahren erneut auflodern zu lassen. Aber vor allem auch, um ein großes Wiedersehensfest anlässlich ihrer 50. Geburtstage zu feiern. 

Die beiden Freunde hatten sich vor 45 Jahren auf dem Bolzplatz in Niederrodenbach kennengelernt, haben sich dort täglich zum Spielen getroffen und sind bald darauf in den dortigen Fußballverein, die Germania, eingetreten. Als Niepold dann mit seinen Eltern nach Oberrodenbach zog, standen sie sich bald als Rivalen gegenüber. Das tat ihrer Freundschaft jedoch keinen Abbruch – im Gegenteil: „Zwischen uns gab es nie Streit, sondern immer eine gesunde Rivalität, wir haben uns ja alle gekannt, geärgert und gefoppt und man hatte auch seinen Spaß dabei, wenn man stärker war“, sind sich die beiden einig. 

Zu den meisten besteht weiterhin Kontakt: Mit seinen Germania-Jugendteams hat Göhler jede Menge erlebt. Foto: Jasmin Jakob

Zwischen ihnen sei eine lebenslange Freundschaft entstanden, bei der sie sich gegenseitig immer aufeinander verlassen können. Als Erwachsene haben sie zwar beruflich nicht mehr so viel Zeit zum Kicken, aber die beiden Familienväter verloren sich dennoch nie aus den Augen. 

Niepold wohnt mittlerweile in Wiesbaden und arbeitet in einer Vermögensverwaltung. Göhler lebt noch in Rodenbach und arbeitet bei einem Frankfurter IT-Systemhaus im Vertrieb. Seit mehr als zehn Jahren treffen sie sich wieder regelmäßig und spielen immer donnerstags als „Jungsenioren“, wie sie sich selbst nennen, bei Eintracht Oberrodenbach.

Vereinsleben spielt eine wichtige Rolle

„Fußball war immer unser Mittelpunkt und hat uns einfach sehr geprägt“, sagt Niepold. So hat er früh Dienste übernommen und samstags in den 80ern beim Bau des Vereinshauses mitgeholfen, in dem morgen ausgiebig gefeiert wird. Mit seiner Mannschaft hat er viel erlebt.

Auch für Göhler spielt das Vereinsleben eine wichtige Rolle: „Da hat man gelernt, gemeinsame und persönliche Ziele zu formulieren und sich positiv in einem Team einzubringen.“

Die Fußballvereine in Nieder- und Oberrodenbach seien immer grundverschieden gewesen, bei den einen habe die Leistung, bei den anderen die Gemeinschaft mehr im Vordergrund gestanden. Im Laufe der Jahre haben die zwei jedoch für beide Vereine gespielt. „Wenn man als Niederrodenbacher nach Oberrodenbach gewechselt ist, hat man da aber schon mal den ein oder anderen Kommentar einstecken müssen“, erklärt Göhler, dessen Vater schon bei der Germania gespielt hat. Niepold und Göhler haben ihre Fußballleidenschaft auch an die eigenen Söhne weitergegeben. 

Haben am Telefon sofort zugesagt: Auch aus Niepolds Eintracht-Mannschaft freuen sich einige auf das Derby. Foto: Jasmin Jakob

Germania Niederrodenbach habe immer hochklassiger gespielt und meistens hätten sie auch gegen die Eintracht gewonnen: Ein Spiel ist Niepolds Oberrodenbacher Jugendmannschaft jedoch noch lange in Erinnerung geblieben, da hatten sie 2:1 gegen die Germania gewonnen, als diese Kreispokalsieger in der D-Jugend geworden sind. „Da erzählen die heute noch von“, sagt Göhler. „Ich weiß davon nichts mehr, habe ich wahrscheinlich verdrängt. Die anderen 15 Spiele haben wir aber gewonnen“, fügt er an und lacht.

Wie damals, stehen sich morgen 13 ehemalige Spieler aus Ober- und ebenso viele aus Niederrodenbach gegenüber. Wer diesmal als Sieger vom Platz gehen wird, bleibt spannend bis zur letzten Sekunde. Zu gewinnen gibt es nichts, denn es geht um den Spaß, die Erinnerungen und das Wiedersehen. „Als ich meine ganzen Leute angerufen habe, war das unglaublich schön, wie die sich alle darauf gefreut haben“, sagt Niepold. Bei Göhler sei das nicht anders gewesen: „Ich meine, ihn werde ich natürlich schon umtreten“, scherzt er und deutet auf Niepold. Der lacht und sagt: „Das hab' ich ihm schon angedroht.“ 

Wie lange gespielt wird, wollen sie von der Kondition ihrer Teammitglieder abhängig machen: „Jetzt, wo wir älter werden, nehmen die Wehwehchen zu, der eine hat mehr Probleme mit dem Rücken, der andere mit dem Knie. Wir versuchen aber schon, zweimal 25 oder 30 Minuten zu spielen und wollen zum Schluss als kleines Gimmick noch ein Elfmeterschießen machen.“

Besucher willkommen

Zum Wiedersehensfest der Mannschaften und dem ganz besonderen Spektakel sind laut Pressemitteilung alle „gut gelaunten Menschen, Fußball-Liebhaber, Ex-Spieler und Familien“ eingeladen. Der Anstoß ist um 17.30 Uhr auf dem Vereinsgelände des FC Eintracht Oberrodenbach an der Hanauer Straße 46. Im Anschluss daran wird in geselliger Runde mit der „Players-Night“ gefeiert. Für das leibliche Wohl ist gesorgt. 



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