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Hauptgewinn der Evonik-Kinderuni bringt Bewegungs-Spaß

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    Kita-Leiterin Claudia Scharlau und ihr Team haben das Preisgeld der Kinderuni unter anderem in diesen mehrteiligen Turnkasten investiert: „Die Aktion hat allen viel Spaß gemacht.“ Foto: Semmler
  • Zum Hauptpreis gehörte auch der Forschertag mit dem „Young Spirit Paten“ Christian Sklorz. Er ließ mit den Kindern Rosinen tanzen und erklärte, warum Windeln so saugfähig sind. Foto: Semmler
  • Große Freude: Die Kita nahm den Hauptpreis vor vier Monaten im Industriepark Wolfgang entgegen. Archivfoto: Bender

Rodenbach. Zum zweiten Mal war die Kita Purzelbaum dabei, als der HA bei der Evonik Kinderuni zum großen Forschen aufrief. Und es hat sich wieder gelohnt: Die Kita ergatterte den ersten Preis. Den Gewinn von 2000 Euro investierte die Kita in neue Turngeräte. Obendrauf stiftete Evonik einen Forschertag, der für viel Spaß sorgte.

Artikel vom 16. November 2018 - 16:15

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Von Christine Semmler

Bevor die Purzelbaum-Kinder sich an die Forschertische setzen, hat Christian Sklorz bereits ein Dutzend kleine Forscherstationen aufgebaut: je zwei Reagenzgläser und Pipetten auf einem blauen Tablett, dazu Wassergläser und ein Schälchen mit Rosinen.

Sklorz ist „Evonik Young Spirit Pate“: Er arbeitet normalerweise als Kaufmann im Wolfgänger Industrieunternehmen, wird aber hin und wieder für Forschertage in Kindergärten und Schulen freigestellt. Er hat einen ganzen Koffer voller Experimente dabei, den Evonik für jeden seiner Paten zur Verfügung stellt.

Einfach und trotzdem verblüffend

Der ersten Versuch, den er mit den Kindern durchführt, ist einfach und trotzdem verblüffend: Eins der Gläser füllt er mit stillem, eins mit Sprudelwasser. Nun geben die Kinder in beide Gläser Rosinen hinein. Während die Rosine im stillen Wasser liegen bleibt, beginnt die Rosine im Sprudelglas zu „tanzen“. Denn die Sprudel-Bläschen setzen sich sofort auf die schrumplige Oberfläche der Rosine und tragen sie nach oben.

Die Sportgeräte, die sich gleich neben den kleinen Forschertischen befinden, spielen heute eher eine Nebenrolle. Gerade eben sind die neue Rollenrutsche und der mehrteilige Turnkasten eingetroffen, zwei Geräte, die die Kita sich vom Preisgeld der Evonik-Kinderuni gekauft hat. „2000 Euro sind schnell ausgegeben, wenn man hochwertige Sachen kauft“, sagt Kita-Leiterin Claudia Scharlau lachend. Die Holzrutsche schlug mit rund 600, der Kasten mit etwa 1000 Euro zu buche. Schließlich muss in der Kita alles doppelt stabil sein.

Mit diesen beiden Geräten, die jetzt den Turnraum bereichern, lassen sich ganz neue Bewegungslandschaften bauen, auf denen sich die Kinder körperlich ausprobieren können. Und die Rollenrutsche schule das Körpergefühl der Kleineren sehr gut, sagt Scharlau. „Wir haben uns für diese Gegenstände entschieden, weil unsere Erzieherin Angelina Wolf, die in diesem Jahr die Kinderuni betreut hat, viele Bewegungsspiele mit den Kindern macht.“

Hochkarätige Jury wählte Favoriten aus

Das Haus in Oberrodenbach ist in diesem Jahr schon zum zweiten Mal beim regionalen Forscherwettbewerb der Kitas dabei gewesen. „Uns hatte schon das erste Mal unheimlich viel Spaß gemacht“, sagt Scharlau. In Ausgabe eins der Kinderuni ergatterte ihr Team bereits den dritten Platz, in Ausgabe zwei erforschte es sich den Hauptgewinn.

Um am Wettbewerb teilzunehmen, reichen Kitas Dokumentationen ein, die zeigen, wie Erzieher und Kinder gemeinsam geforscht haben Eine hochkarätige Jury, zu der auch Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky oder Arnold Bauer aus der HA-Verlagsleitung gehören, wählt die Favoriten aus.

Das Purzelbaum-Team hatte in diesem Jahr seine Versuche plastisch nachgebastelt und einen Pappeiswürfel, eine Milchtüte oder ein Ei im Plastikbecher mit tollen Kinderzeichnungen, -zitaten oder -fotos beklebt. „Die Aktion hat den Kindern und der Erzieherin einen riesen Spaß gemacht“, sagt Scharlau. „Angelina Wolf ist mit ihrem ganzen Herzblut dabei gewesen und hat auch viel ihrer Freizeit dafür geopfert.“

Die sechsjährige Sophia erinnert sich ganz begeistert an ein besonderes Experiment: „Wir haben einen Vulkan gebaut und da ist rote Lava rausgekommen!“ Dieser Versuch, bei dem Backpulver, Essig und Spülmittel in einem Sandberg miteinander reagieren, war ein Teil der ersten Kinderuni – vor zwei Jahren. Er hat offenbar einen bleibenden Eindruck bei der jungen Dame hinterlassen.

Das Forschen geht weiter

Die Kinder forschen heute noch fleißig weiter: Christian Sklorz hat jedem Kind ein Wattepad, ein Zellstofftuch und eine Windel auf den Platz gelegt. „Wir sind doch keine Babys mehr!“, tönt es lachend aus der Gruppe. Aber als Forschungsobjekt lassen sie sich die Windel dann doch gefallen. Die Kinder sollen testen, wie viel Wasser vom Pad, vom Tuch und von der Windel aufgenommen werden kann. Das Pad schafft nur wenige Tröpfchen, die Windel ein ganzes Glas voll.

„Alle Windeln haben einen Superabsorber“, erklärt Sklorz. Um den Kindern zu zeigen, wie er funktioniert, schüttet er eine kleine Menge des Salzes in ein Reagenzglas und einen Schwung Wasser gleich hinterher. Als er das Reagenzglas umdreht, fließt das Wasser nicht mehr heraus: Es hat sich fest mit dem Granulat verbunden. „Du kannst ja zaubern!“, ruft einer der kleinen Forscher begeistert. „Nein“, entgegnet Sklorz und lacht: „Das ist Chemie!“



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