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So werden Kräppel in der Bäckerei Schaan hergestellt

Niederdorfelden

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    Zum Anbeißen: In der Auslage der Bäckereien dominieren derzeit die Kräppel. Sie sind in der Faschingszeit besonders gefragt. Aktuell stellt die Bäckerei Schaan täglich 4000 Stück her. Fotos: Axel Häsler

Niederdorfelden. Sie sind mit Marmelade, Pflaumenmus, Nougat oder Vanille gefüllt und der beliebteste Leckerbissen in der Faschingszeit: Kräppel. 4000 Stück stellt die Bäckerei Schaan in Niederdorfelden derzeit täglich her. Wir haben uns die Produktion angeschaut. 

Artikel vom 01. Februar 2019 - 14:29

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Von Mirjam Fritzsche

Zwischen Weiberfasching und Veilchendienstag werden an der Rosenhelle rund um die Uhr Kräppel gebacken – unglaubliche 210 000 Stück in sechs Tagen. HA-Redakteurin Mirjam Fritzsche hat bei der Herstellung über die Schulter geschaut und durfte sich auch selbst als Bäckerin versuchen. Hier ihr Bericht:

„Warm schmecken sie am allerbesten. Probieren Sie mal“, sagt Betriebsleiter Sascha Brey. Nachdem ich die frisch gebackenen Teiglinge in Zucker gewälzt habe, beiße ich vorsichtig hinein – lecker. An diesem Morgen durchlaufe ich alle Schritte der Herstellung vom Teig bis zum fertigen Produkt. Am spannendsten für mich ist die Maschine, in der die Kräppel am Fließband gebacken werden. Das Anrühren und Kneten von Hefeteig ist mir geläufig – so geht auch mein Teig für Pizzaboden. Natürlich stelle ich ihn in viel kleineren Mengen her als Bäcker Schaan. 

 

An der Backmaschine steht mir Robin Stockmann zur Seite. Der junge Mann gehört bereits zur achten Generation des Familienunternehmens, studiert Betriebswirtschaft und will anschließend in die Firma einsteigen. „Wir müssen aufpassen, dass die Teiglinge nicht aneinanderkleben oder schief im Fettbad liegen“, erklärt er. Dafür drückt er mir zwei Plastikstäbchen in die Hände. Ich komme mir vor wie die Dirigentin eines Kräppelkonzerts. Zum Quatsch machen sind die Hilfsmittel aber nicht gedacht. Mit ihrer Hilfe kann ich das Backwerk im heißen Fett zurechtrücken. 

Jedes Blech fasst 60 Teigkugeln, die auf einer Art Teppich liegen. Dieser wird in das Laufband eingehakt und am Ende der Walze purzeln die Kugeln ins Fettbad. „Die Oberseite wird zweimal gebacken, damit sie schön kross wird“, erläutert Robin Stockmann. Das Wenden erfolgt automatisch mit Luftdruck. Die fertigen Kräppel fallen in eine Schublade mit Zucker, in der sie per Hand gewendet werden. „Meine Großmutter hat früher Kräppel immer selbst gebacken. Das klappt gut in einem Topf. Doch man sollte vorsichtig sein, das Fett wird schnell zu heiß“, erläutert Sascha Brey, der auch bei der Feuerwehr im Brandschutz aktiv ist.

Die Kräppel ohne Zuckerüberzug erhalten verschiedene Füllungen. Während die Backmaschine die Marmelade automatisch am Ende des Prozesses einspritzt, werden die Nougat- und Vanillekräppel einzeln befüllt. Die fertige Creme steht gleich eimerweise bereit. Mitarbeiter Thomas Walter führt mich in die Kunst des perfekten Schokoüberzugs ein. „Am besten drei-, viermal abschütteln und dann schnell drehen, sonst gibt es 'Nasen'“, sagt er. Nach einigen Versuchen fühle ich mich schon recht sicher, doch dann folgt das „Gesellenstück“. Ich soll die mit Schokolade überzogenen Kräppel mit Zuckerguss verzieren. 

Vorsichtig lasse ich die Spritztüte über die Kräppel pendeln. Nur nicht zu fest drücken, man will sich schließlich vor den Augen der Profis nicht blamieren. „Hier wird wirklich noch mit Liebe gebacken – so langsam wie das geht“, scherzt mein „Mentor“. Nun, am Ende bin ich mit dem Ergebnis ganz zufrieden. Und auch meine Kollegen in der Redaktion, denen ich Kostproben mitbringe, haben nichts zu meckern. Kräppel werden einfach gerne gegessen. „Trotzdem ist es wichtig, den Kunden ab und zu ein neues Produkt anzubieten. Seit Kurzem gibt es bei uns auch einen Apfelschnapskräppel“, sagt Betriebsleiter Brey. Er sei gespannt, wie das Produkt ankomme.



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