Lesezeichen hinzufügen hanauer.de als Startseite
stark bewölkt
5 ° C - stark bewölkt
» mehr Wetter

Ein Abschnitt der Limesroute ist offiziell eröffnet worden

Hammersbach

  • img
    Geschichte zum Leben erweckt: Im Wald bei Limeshain-Rommelhausen ist seit 2013 wieder ein Wachturm zu bewundern, wie er früher entlang des Limes typisch gewesen ist. Zur Eröffnung des Abschnitts der Limesroute zwischen Hammersbach und Altenstadt stellten Geschichtsfreunde Römer und Germanen nach. Die Palisaden sind eine Rekonstruktion auf Basis historischer Funde, die im Jahr 2002 In den Gräben in Marköbel gemacht wurden. Foto: PM

Hammersbach. Mit großer Beteiligung der Öffentlichkeit ist vor wenigen Tagen in Marköbel und Altenstadt-Oberau die Eröffnung der Limesroute gefeiert worden. 

Artikel vom 23. August 2019 - 11:41

Anzeige

Die insgesamt 40 Kilometer lange Strecke von Großkrotzenburg am Main nach Echzell in der Wetterau ist ein Gemeinschaftsprojekt des Main-Kinzig-Kreises und des Wetteraukreises zusammen mit der Regionalpark RheinMain GmbH.

Die Akteure auf beiden Seiten sowie die örtlichen Geschichtsvereine hatten zu diesem feierlichen Anlass ein interessantes Programm zusammengestellt und auch eine ausreichende Anzahl von Fahrrädern organisiert. Am Startpunkt „In den Gräben“ in Marköbel hatten sich rund 80 interessierte Gäste eingefunden. Eine große Gruppe mit der Ersten Kreisbeigeordneten und Tourismusdezernentin Susanne Simmler setzte sich dann in Bewegung für die gemeinsame Entdeckungstour entlang der braunen Hinweisschilder. 

Gute Verbindung der Landkreise

Doch zuvor betonte Landrat Thorsten Stolz in seiner Begrüßungsrede unter anderem die guten Verbindungen beider Landkreise, die nicht nur finanziell dieses Projekt unterstützt haben. Das gemeinsame Ziel war es, dieses bedeutende Kapitel der europäischen Geschichte sichtbar und erlebbar zu machen. Ein Beispiel ist der getreue Nachbau der hölzernen Palisade, wie sie vor rund 2000 Jahren in Marköbel zur Grenzsicherung einmal errichtet wurde. 

An anderen Stellen entlang der historischen römischen Grenzanlage markieren auffällige Gestaltungselemente wie geweißte Stelen oder bemalte Baumstämme den Verlauf des einzigartigen Bodendenkmals. „Zusammen mit individuell gestaltenden Attraktionspunkten erzählen sie viele Geschichten vom Leben an und mit dem historischen Grenzwall zwischen den römischen Provinzen Obergermanien und Rätien und den Völkern Germaniens“, erläuterte Landrat Stolz. 

Um 85 nach Christus hatten die Römer begonnen, ihre rechtsrheinischen Besetzungen zu sichern. Dazu wurden Wegschneisen in Wälder geschlagen und diese mit hölzernen Türmen bewehrt. Jahrzehnte später folgte eine Palisade innerhalb der Schneise. Später ersetzte man die Holztürme durch Steinerne, und Graben und Wall wurden hinter der Palisade angelegt. Über 120 größere und kleinere Kastelle sowie etwa 900 Wachtürme standen entlang des Limes.

Wachturm zu bewundern

Im Wald bei Limeshain-Rommelhausen ist seit 2013 wieder ein solcher Wachturm zu bewundern. Wie sich die rund 50 Radler überzeugen konnten, wurde dieses öffentlich zugängliche Bauwerk weitgehend nach historischem Vorbild errichtet. Der Wetterauer Kreisarchäologe Dr. Jörg Lindenthal erläuterte unterwegs die Hintergründe dieser beeindruckenden Rekonstruktion. Am Ziel in Oberau erwartete dann der Wetterauer Landrat Jan Weckler die Gruppe. 

Einen Blick zurück auf das damalige Römische Reich ermöglichte zwischendurch auch Claus Bergmann, Kreisarchäologe für den Main-Kinzig-Kreis. Das einstige Weltreich umfasste Regionen von Schottland über Nordafrika bis in den heutigen Irak. Trotz unterschiedlicher ökonomischer und kultureller Verhältnisse und einer Vielzahl verschiedener Religionen hatte das Imperium Romanum über viele Jahrhunderte bestand.

Weitere Rekonstruktionen

Auf dem zehn Kilometer langen Abschnitt zwischen Hammersbach und Altenstadt gibt es noch weitere Rekonstruktionen, Installationen oder andere informative Elemente, um die beeindruckende Geschichte spürbar zu machen. So ermöglichen weiße Stelen, markante Säuleneichen oder andere kunstvolle Objekte eine Orientierung in der Landschaft. 

„In gemeinsamer Anstrengung ist es gelungen, die gewaltige Dimension dieses Weltkulturerbes in die Gegenwart zu holen“, sagte Kjell Schmidt, Geschäftsführer der Regionalpark RheinMain GmbH. Die Idee der Limesroute soll nun im Kreis Gießen und später auch im Taunus fortgesetzt werden, sodass irgendwann der ehemalige Grenzwall in ganz Hessen nachvollziehbar und erlebbar wird. jow



Kommentare

Noch keine Kommentare vorhanden.