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Leichensuche bei Hammersbach bleibt bisher erfolglos

Hammersbach

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    Ein Waldstück in der Nähe von Hammersbach wurde auf der Suche nach der Leiche näher inspiziert. Symbolbild: Archivfoto (Becker)

Hammersbach. Die Meldung am Donnerstag lautete: „Polizei sucht mit Spürhund nach Männerleiche“ – und zwar in einem Waldstück nahe Hammersbach. Doch die Bewohner können beruhigt sein: Der Fall liegt bereits 19 Jahre zurück, die Tat geschah im Landkreis Offenbach, die Beteiligten haben nichts mit der Main-Kinzig-Gemeinde zu tun.

Artikel vom 02. November 2018 - 12:00

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 Dies zumindest versicherte am Freitagmorgen der Sprecher der Staatsanwaltschaft Offenbach, Alexander Homm, auf Anfrage unserer Zeitung. „Aufgrund von Zeugenhinweisen, die damals zur Tat eingegangen waren, hatte es schon einmal eine Suche bei Hammersbach gegeben“, so Homm. „Da die Ermittler heute über andere Möglichkeiten verfügen, wurde die Spur nun noch einmal aufgegriffen. Es handelt sich dabei aber nicht um den Tatort, sondern lediglich um den Ablageort der Leiche."

 Wo genau die Suche stattfand, zu der die Polizei Spürhunde einsetzte und auch von einem Geologen begleitet wurde, konnte Homm nicht erläutern. Auch das Ordnungsamt der Gemeinde hatte am Freitagmorgen keine nähere Kenntnis von dem Einsatz. Anders als zunächst angekündigt, wurde die Suche, die am Donnerstag erfolglos geblieben war, am Freitag auch nicht fortgesetzt. „Es wird in etwa zwei Wochen noch einmal einen Einsatz geben“, so Homm.

Aktueller Fall sei Grund für die Suche

 Dass die Polizei die Suche nach der Männerleiche überhaupt noch einmal aufgenommen hat, hängt mit einem aktuellen Fall aus Dietzenbach zusammen. Bei der in der Nähe von Hammersbach vermuteten Leiche handelt es sich um einen im August 1951 geborenen Mann aus Obertshausen. Er wird seit dem Jahr 2000 vermisst.

 Die Ermittler vermuten, dass der Mann damals nach einem Familienstreit von seinem Bruder getötet wurde, so Oberstaatsanwalt Homm. Der mutmaßliche Täter und Bruder des Obertshauseners sei mittlerweile auch gestorben. Der 66-Jährige hatte sich kürzlich bei einem Festnahmeversuch in seiner Wohnung in Dietzenbach mit einem Messer das Leben genommen.

„Allerdings konnte ihm die Tat damals nicht nachgewiesen werden.“

Zu diesem Einsatz im September mit Spezialkräften der Polizei war es wiederum gekommen, weil der Mann verdächtigt wird, im Juni ein Ehepaar (61 und 64 Jahre alt) aus der Nachbarschaft getötet zu haben. Das Motiv ist unklar.

Der mutmaßliche Täter war nach Angaben der Staatsanwaltschaft „psychisch auffällig“ und lebte zurückgezogen. „Der Mann stand vor 19 Jahren schon in Verdacht, seinen Bruder getötet zu haben“, so Homm. „Allerdings konnte ihm die Tat damals nicht nachgewiesen werden.“

Polizei muss die Spuren auswerten

Die Polizei ist nun damit beschäftigt, die „umfangreichen Spuren“ aus dem aktuellen Fall auszuwerten, erklärte Homm am Freitag. Möglicherweise erhalten die Ermittler durch diese Untersuchungen auch weitere Hinweise, die zur Aufklärung des Gewaltverbrechens an dem vermissten Bruder beitragen, dessen Leiche in der Nähe von Hammersbach vermutet wird. Ob nach so langer Zeit überhaupt noch sterbliche Überreste zu finden sind, ist fraglich.

 

 



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