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Angriff im Schlaf: Mann soll Eltern mit Messer verletzt haben

Großkrotzenburg

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    Spuren des Familiendramas am Mittwochmorgen. Foto: Zeh
  • Blutige Klingel am Nachbarhaus. Foto: Zeh
  • In dieser Bäckerei fanden die beiden Opfer dank einer schnell reagierenden Verkäuferin Zuflucht. Foto: Zeh
  • Spuren des Familiendramas am Mittwochmorgen. Foto: Zeh

Großkrotzenburg. Die Meldung schockiert: Ein offensichtlich verwirrter 39-Jähriger soll am frühen Mittwochmorgen seine Eltern mit einem Messer angegriffen haben. Er soll den 71 Jahre alten Mann und die 69 Jahre alte Frau im Schlaf überrascht haben. Sie flüchteten in die nahegelegene Bäckerei Schatz.

Artikel vom 14. März 2018 - 09:20

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Von Sebastian Zeh

Der Tatort an der Brüder-Grimm-Straße lässt nur erahnen, wie es den Opfern ergangen sein muss. Blutflecken ziehen sich die gesamte Einfahrt entlang, an dem Eingangstor und dem Gartenzaun sind es sogar größere Lachen. Und es scheint, dass der Weg zur Bäckerei nicht die erste Option für die Eltern des mutmaßlichen Täters war. An der Klingel am Nachbarhaus ist ein blutiger Daumenabdruck zu erkennen.

Zuflucht fanden sie dort jedoch offensichtlich nicht. Erst in der knapp 60 Meter entfernten Bäckerei Schatz konnten sie sich laut Polizeiangaben gegen 4.40 Uhr in Sicherheit bringen. Sie hatten Glück: Die dortige Verkäuferin steckte bereits mitten in den Vorbereitungen für den Arbeitstag, das Geschäft selbst war zu diesem Zeitpunkt noch nicht geöffnet. Die Angestellte reagierte prompt und ließ die beiden Flüchtenden rein, rief anschließend die Rettungskräfte.

Leichte bis schwere Verletzungen
„Wir sind stolz darauf, dass sie so reagiert hat“, kommentierte Schatz-Verkaufsleiterin Sonja Hofmann. Die Verkäuferin selbst stehe derzeit unter Schock. „Wir werden ihr erst einmal ein wenig Ruhe gönnen, damit sie den Vorfall verarbeiten kann“, so Hofmann weiter. Verwunderlich ist das nicht, hatte sich die Angestellte mit dieser Aktion doch selbst in Gefahr begeben. Laut Informationen der „Bild-Zeitung“ soll der mutmaßliche Täter den beiden Flüchtenden gefolgt sein.

Die Opfer wurden in einem Krankenhaus behandelt. Die Frau erlitt leichte, der Mann schwere Verletzungen – mit einer acht Zentimeter tiefen Schnittwunde im Oberbauch, wie Dominik Mies, Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Hanau, mitteilte. Der Mann befinde sich aber nicht in Lebensgefahr.

Trügerische Ruhe
Am Tatort selbst herrscht einige Stunden danach trügerische Ruhe. Die Spurensicherung hat ihre Arbeit bereits weitestgehend beendet, essenzielle Punkte sind markiert. Nachdem die meisten Journalisten gegangen sind, gehen die Passanten beinahe achtlos am Haus vorbei. Das viele Blut am Tor bemerken die meisten gar nicht.
Nur eine Nachbarin bleibt mit ihrem Pkw stehen.

„Ist die Tat hier passiert?“, fragt sie in Richtung des HA-Reporters. „Das waren ohnehin komische Leute“, sagt sie. Die Gewalttat, die sich hier abgespielt haben soll, verwundert sie nicht. Dann lässt sie das Fenster ihres Wagens wieder hoch und fährt weiter. Ein anderer Nachbar beschreibt den mutmaßlichen Täter als „sympathisch, aber auch sehr in sich gekehrt und etwas verschlossen“.

In psychiatrische Klinik eingewiesen
Die Hintergründe zur Tat sind bisher noch völlig unklar. Dem 39-Jährigen legt die Staatsanwaltschaft zweifachen versuchten Mord mit dem Merkmal der Heimtücke sowie gefährliche Körperverletzung zur Last. Er wurde auf Antrag der Staatsanwaltschaft in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht. Der Beschuldigte befand sich laut Informationen von Mies bereits zuvor in psychiatrischer Behandlung.



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