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Unfallpunkt B45: 122 Unfälle in drei Jahren

Nidderau

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    Der Unfallschwerpunkt auf der Nidderauer Ortsumgehung am Abzweig Karben ist nicht zu übersehen. Foto: jow

Nidderau. In den vergangenen Wochen ist es ruhig geworden um den Unfallschwerpunkt auf der Ortsumgehung Nidderau. Die von der Unfallkommission des Main-Kinzig-Kreises ergriffenen Maßnahmen (Einführung von Tempo 50 und Beschilderung mit Blinklichtern) scheinen Wirkung zu zeigen. 

Artikel vom 09. Januar 2020 - 11:55

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Von Jan-Otto Weber

Die Installation einer Ampelanlage wird für diesen Sommer erwartet. Dass die grundsätzliche Kritik an der Bauausführung der neuen Trasse, vor allem an den Auf- und Abfahrten, berechtigt ist, haben jüngst wieder kleinere Unfälle an anderer Stelle der Ortsumgehung bestätigt. So krachte es nach Angaben von Facebook-Nutzern am Dienstag an der Auffahrt Heldenbergen/Kaichen.

Die extreme Unfallhäufung auf der neuen B 45 zeigte schon seit Fertigstellung der Straße im Juni 2015 dringenden Handlungsbedarf auf. Aus diesem Grund hatte der SPD-Landtagsabgeordnete Christoph Degen mit einer Kleinen Anfrage (Drucksache 20/1385) zuletzt Mitte Oktober des vergangenen Jahres die Landesregierung erneut auf diese Strecke aufmerksam gemacht und sich nach den Möglichkeiten zur Sicherung erkundigt.

Antwort des Verkehrsministers

Die Antwort des Verkehrsministers liegt nun vor. „Auf der Strecke der Ortsumgehung Nidderau haben sich binnen drei Jahren bis zum 31. August 2019 über 120 Verkehrsunfälle ereignet“, bilanziert das zuständige Ministerium von Tarek Al-Wazir (Grüne). „Auch danach kam es noch zu schweren Zusammenstößen. Besonders an der Abbiegung nach Karben krachte es häufig und schwer“, fasst Degen in seiner Mitteilung zusammen.

Bemerkenswert ist, dass innerhalb des betrachteten Zeitraums die Kreisstraße 246 nach Karben über Monate wegen Sanierung gesperrt war und der Knotenpunkt deshalb „entschärft“ gewesen ist. Sonst läge die Zahl der Unfälle vermutlich noch höher. 

Wie das Ministerium auf Degens parlamentarische Anfrage ausführt, sei das Regierungspräsidium Darmstadt im Juni 2016 angewiesen worden, eine Geschwindigkeitsbeschränkung von 70 km/h im Bereich der Einmündung der K 246 anzuordnen, „obwohl zu diesem Zeitpunkt der betreffende Streckenabschnitt nicht als Unfallhäufungsstelle eingestuft werden konnte“, erläutert das Ministerium. „Vor dem Hintergrund des höhengleichen Ausbaus des Einmündungsbereichs der K 246 in die B 45/B 521 sowie der bisherigen Unfälle in diesem Bereich seit Inbetriebnahme der Ortsumgehung war im Jahr 2016 ohne die Anordnung einer entsprechenden Geschwindigkeitsbeschränkung von einer erhöhten Unfallgefahr auszugehen.“

122 Verkehrsunfälle polizeilich aufgenommen

Im Zeitraum vom 1. September 2016 bis 31. August 2019 wurden auf dem Streckenabschnitt der Ortsumgehung insgesamt 122 Verkehrsunfälle polizeilich aufgenommen, so der Bericht aus Wiesbaden. 95 der Unfälle wurden im Bereich der fünf Knotenpunkte (Auf- und Abfahrten) verursacht. Bei 57 der 122 Verkehrsunfälle wurden Personenschäden registriert. Davon waren laut Ministerium bei 16 Verkehrsunfällen schwere Personenschäden festzustellen. Eine Person wurde bereits im September 2016 am Abzweig Karben tödlich verletzt.

Obwohl es also ganz offensichtlich auch an den anderen Knotenpunkten häufiger zu Unfällen kommt, sieht das Ministerium an diesen Stellen offenbar nach wie vor keinen Handlungsbedarf. Dabei fordert die Stadt Nidderau schon lange, die Höchstgeschwindigkeit von Tempo 70 auf die gesamte Trasse auszuweiten.

„Es hat zwar lange gedauert und es ist bedauerlich, dass erst so viele teils schwere Unfälle passieren mussten, ehe hier gehandelt wurde“, bilanziert Degen. „Zu begrüßen ist es, dass an der Abfahrt nach Karben, wie von der Stadt Nidderau gefordert, eine Ampelanlage installiert werden soll. Ich hoffe, dass die Maßnahmen die gewünschte Wirkung erzielen und wir hier künftig keine schrecklichen Unfallmeldungen mehr lesen müssen“, so der Landtagsabgeordnete.



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