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Löschknirpse der Freiwilligen Feuerwehr üben Drehleiter-Einsatz

Maintal

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    Sie warten voller Anspannung und Vorfreude: Wenn Carsten Langner von der Brandschutzerziehung die Drehleiter der Freiwilligen Feuerwehr Maintal auf den Innenhof fährt, ist das für den jüngsten Feuerwehr-Nachwuchs etwas ganz Besonderes. Alle 16 Kinder und auch die TAGESANZEIGER-Reporterin durften im Rettungskorb elf Meter in die Höhe fahren. Foto: Mike Bender

Maintal. Große Löschgruppenfahrzeuge warten in den Garagen des Feuerwehrgerätehauses in Dörnigheim auf ihren nächsten Einsatz. Doch eines fehlt am: Die Drehleiter. Sie steht im Innenhof. Voller Vorfreude und Anspannung laufen und springen 16 Kinder im Alter von sechs bis neun Jahren um sie herum und unterhalten sich aufgeregt.

Artikel vom 25. Januar 2020 - 17:00

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Von Jasmin Jakob

Denn sie dürfen heute mit dem Rettungskorb nach oben fahren. Auf elf Meter Höhe. Und das nicht nur aus Spaß – es ist eine waschechte Feuerwehrübung.

Hier heißt es: Früh übt sich, wer bei richtigen Feuerwehr-Einsätzen Menschenleben retten will. Bei der Freiwilligen Feuerwehr Maintal gibt es neben der Jugendfeuerwehr auch drei Gruppen für Grundschulkinder. In Hochstadt heißen sie Löschzwerge, in Bischofsheim Löschdrachen und in Dörnigheim Löschknirpse. 

Drehleiter reicht bis zum neunten Stock

Zu Gast bei den Löschknirpsen ist an diesem Mittwochabend neben dem TAGESANZEIGER auch Carsten Langner von der Fachabteilung Brandschutzaufklärung, der auch in Kindergärten und Schulen den Jüngsten die Arbeit der Feuerwehr näher bringt. Er weist die Kinder ein und bedient die Drehleiter. Mit ihr können Menschen aus Hochhäusern bis zum achten oder neunten Stockwerk gerettet werden. 

Der Spaß darf nicht zu kurz kommen: Am Ende gab es das Abschlussspiel „Stille Post“.

Immer zu viert dürfen die Kinder zusammen mit einem der beiden Gruppenleiter der Löschknirpse nach oben fahren. Die beiden neunjährigen Mädchen Alea und Rania gehören zu den ersten, die mit zwei Jungs selbstbewusst in den Rettungskorb steigen. Langsam fährt er hoch und bleibt für ein paar Minuten stehen. Dann geht es wieder runter. 

Von Höhenangst keine Spur

Auch die Reporterin fährt mit zwei neunjährigen Kindern nach oben. Während sie angesichts der Höhe ein mulmiges Gefühl hat, sind Ana und Ismael jedoch ganz entspannt. Von Höhenangst keine Spur: „Ich weiß ja, dass das super sicher ist“, sagt Ismael. Und Ana genießt den Ausblick: „Ich finde es toll, dass man so weit gucken kann“.

Für sie wie auch für die beiden anderen Mädchen ist es nicht das erste Mal, dass sie mit der Drehleiter fahren. „Das war cool! Aber viel zu niedrig“, sagt Alea euphorisch. „Letztes Mal konnten wir den Fernsehturm sehen.“ 

Schwindelerregend: Der Rettungskorb der Drehleiter kann auf 30 Meter Höhe ausgefahren werden.

Sie weiß schon ziemlich viel über die Feuerwehr und erklärt, dass der Rettungskorb im Hasenschritt schneller und im Schildkrötenschritt langsamer fahren kann. „Hase war aber nicht so schnell.“ Auch ihr Vater und Opa sind bei der Feuerwehr. Daher wollte auch sie dabei sein. „Und weil man Spaß haben kann und viel über die Autos und Feuer lernt.“ 

Atemschutzübungen sind bei den Knirpsen beliebt

Ein besonderes Highlight unter den Übungen ist auch der Ausflug zur Atemschutzstrecke der Feuerwehr Hanau. „Die Kleinen können die dort sogar unter nicht so schweren Bedingungen ausprobieren“, sagt Gruppenleiterin Anne Jentoch. Zusammen mit Christopher Martin und Helfern wie Ute Wenzel spielen und basteln sie mit den Kindern, machen Ausflüge wie zum Beispiel zu Gaudi-Wettkämpfen anderer Feuerwehren. Aber sie geben den Kindern auch viel Wissen über die Arbeit und Gerätschaften der Feuerwehr weiter. 

Immer schön der Reihe nach: Gruppenleiterin Anne Jentoch weiß, die 16 neugierigen und energiegeladenen Löschknirpse gut zu bändigen. 

Als alle Kinder einmal oben waren, zeigt Carsten Langner, wie hoch die Leiter eigentlich fahren kann: 30 Meter. Die Kinder stehen staunend daneben: „Boah“, rufen sie und „Wow“, „Er geht noch höher, bis an den Himmel!“ Danach bekommen sie Gelegenheit, alle möglichen Fragen zur Technik der Drehleiter zu stellen und hören neugierig zu, als Langner sie geduldig beantwortet. 

Kinderfeuerwehr wurde 2012 gegründet

Auch die 20-jährige Gruppenleiterin ist schon mit zehn Jahren bei der Jugendfeuerwehr eingestiegen. „Da gab es die Kinderfeuerwehr noch nicht“, sagt sie. „Die wurde in Dörnigheim erst im Sommer 2012 gegründet.“ Heute engagiert sich Jentoch in der Einsatzabteilung. So sind auch schon zwei Nachwuchsbrandbekämpfer aus der ersten Kindergruppe der Freiwilligen Feuerwehr Maintal über die Jugendfeuerwehr in diese Abteilung gewechselt. Da kann man bereits ab dem 17. Geburtstag mitwirken. 

So half auch Jentoch schon bei unzähligen Einsätzen mit. „Ich hab halt ein Helfersyndrom“, sagt sie und lacht. Das gilt nicht nur für ihr Ehrenamt, sondern auch beruflich: Sie macht nämlich derzeit
eine Ausbildung zur Gesundheits- und Kinderpflegerin. 

Kameradschaft wird groß geschrieben

An der ehrenamtlichen Arbeit bei der Feuerwehr schätzt sie vor allen die Kameradschaft: „Wir sind nicht nur im Einsatz, sondern auch privat eine super Truppe!“ Und das ist es auch, was sie den Kindern neben der Brandschutzerziehung mitgeben möchte: Gemeinschaftssinn und Verantwortungsbewusstsein. „Gemeinschaft wird bei uns ab sechs Jahren schon groß geschrieben.“ 

Mitmachen kann jeder
Wer Lust hat, selbst in der Freiwilligen Feuerwehr aktiv zu werden, kann jederzeit in die Übungsstunden der Kinder- und Jugendgruppen hineinschnuppern. Weitere Informationen gibt es auf der Webseite der Freiwilligen Feuerwehr Maintal. Dort findet sich auch ein Kontaktformular, über das man die jeweiligen Gruppenleiter erreicht. 
›› feuerwehr-maintal.org


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