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Standortfrage der Stadtverwaltung ist weiter nicht ganz geklärt

Maintal

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    Das Gebäude der ehemaligen Polizeistation an der Kirchgasse in Dörnigheim gehört der Stadt. Dort könnte demnächst ein Teil der Stadtverwaltung einziehen – zumindest, wenn es nach dem Willen der Fraktionen im Parlament geht. Der Magistrat und die städtischen Mitarbeiter sprechen sich hingegen für eine andere Lösung aus. Archivfoto: Martina Faust

Maintal. Das Rathaus in Hochstadt platzt aus allen Nähten, außerdem ist der Altbau an der Klosterhofstraße teilweise marode. Dass es mittelfristig eine neue Unterbringung für die Stadtverwaltung geben muss, da sind sich die Fraktionen im Maintaler Parlament, der Magistrat und nicht zuletzt die städtischen Mitarbeiter einig. 

Artikel vom 24. Januar 2020 - 12:06

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Von Carolin-Christin Czichowski

Nur darüber, wie das Ganze aussehen soll, herrscht Uneinigkeit. Deutlich wurde das zuletzt in der Sondersitzung des Bau- und des Hauptausschusses am Mittwochabend.

Insgesamt vier Varianten gibt es für die Zukunft des Verwaltungsstandorts, die Baudezernent und Erster Stadtrat Ralf Sachtleber (parteilos) vorstellte: In Variante A wird der Altbau an der Klosterhofstraße durch einen größeren Neubau ersetzt und der Stadtladen in dem geplanten Bürger- und Dienstleistungszentrum am Dörnigheimer Bahnhof untergebracht

Verwaltung könnte aufgeteilt werden

In Variante B wird die Verwaltung auf zwei Standorte aufgeteilt; zum Einen würde der Rathaus-Altbau abgerissen und der Neubau enthalten. Zum Anderen würde ein Teil der Stadtverwaltung auf das Gelände am Bahnhof-Ost ausgelagert.

Bei Variante C würde das Rathaus in Hochstadt verkauft und ein Neubau am Bahnhof errichtet. Und bei Variante D würde die Verwaltung auf drei Standorte aufgeteilt: Ein Teil im aktuellen Rathaus an der Klosterhofstraße, ein Teil im geplanten Bürger- und Dienstleistungszentrum in Dörnigheim und ein Teil in der ehemaligen Polizeistation in der Kirchgasse.

Magistrat will wenige Standorte


Der Magistrat bevorzugt nach eigener Aussage eine Lösung, in der die Verwaltung auf möglichst wenige Standorte verteilt ist. „Wenn die einzelnen Bereiche räumlich voneinander getrennt sind, bedeutet das immer auch einen Reibungsverlust“, so Sachtleber.

Unterstützung erhält er von den Mitarbeitern der Verwaltung. „Seit Jahren fehlen ausreichend Büroarbeitsplätze und der Platznot sind Besprechungsräume, aber vor allem auch Pausen- und Sozialräume zum Opfer gefallen“, so Personalrätin Brigitte Hebisch.

Auch Personalrat gegen Dezentralisierung

Der Personalrat habe eine Dezentralisierung der Verwaltung in mehrere Gebäude schon in der Vergangenheit kritisch gesehen und werde dem auch weiterhin ablehnend gegenüber stehen. „Für uns stehen das Wohl der Beschäftigten und die Einhaltung der arbeitsgesetzlichen Vorschriften an oberster Stelle“, so Hebisch.

Zur Gewährleistung optimaler Prozessabläufe in einer Kommune der Größenordnung wie Maintal sei es erforderlich, kurze Dienstwege unter den Kollegen zu schaffen. „Eine räumliche Distanz, vielleicht sogar innerhalb eines Fachbereiches, schadet nicht nur der Kommunikation, sondern verhindert auch wichtige Synergieeffekte“, so die Personalrätin.

Parlament gibt sich irritiert

Die Parlamentarier reagierten am Mittwochabend unterdessen überrascht auf die Ausführungen von Baudezernent Sachtleber und die zugehörige Vorlage, die er und Bürgermeisterin Monika Böttcher (parteilos) ihnen zur Diskussion und Abstimmung vorlegten. „Wir haben darüber schon abgestimmt, und es wundert mich, dass noch nicht an der Umsetzung gearbeitet wird“, sagte etwa Karl-Heinz Kaiser (SPD). 

Ähnlich sahen das auch die Grünen sowie die FDP-Fraktion, die schon im Vorfeld der Sondersitzung einen Änderungsantrag einbrachte, dem am Mittwoch letztlich der federführende Haupt- und Finanzausschuss mehrheitlich zustimmte. Der Kern: Die Stadtverordneten sollen an ihrem bestehenden Beschluss, nämlich der Umsetzung von Variante D festhalten.

"Diskussion war schon abgeschlossen"

„Die Magistratsvorlage eröffnet erneut eine längst abgeschlossene Diskussion über die künftige Gestaltung der Verwaltungsstandorte und versucht dabei, die favorisierte Variante wiederholt gegenüber der Stadtverordnetenversammlung durchzubringen“, heißt es in dem Antrag der Liberalen, den Leo Hoffmann vorstellte. Lediglich die CDU-Fraktion und Thomas Wörner (WAM) signalisierten, noch einmal über die möglichen Verwaltungsstandorte zu diskutieren. 

„Es geht schließlich nicht darum, irgendeine Entscheidung zu treffen, sondern die richtige“, appellierte auch Bürgermeisterin Böttcher an die Fraktionen. Denn letztlich sei die Stadtverwaltung mit rund 500 Mitarbeitern das größte Dienstleistungsunternehmen der Stadt. „Und die Mitarbeiter arbeiten nicht für sich selbst, sondern für die Bürger“, so Böttcher.

Stadtverordnete diskutieren Anfang Februar

Das Thema steht auch auf der Tagesordnung der nächsten Stadtverordnetenversammlung. Ob die Mitglieder dem Votum des Hauptausschusses, an dem bestehenden Beschluss festzuhalten, folgen werden, bleibt abzuwarten. „Ich gehe aber davon aus, dass das Thema in jedem Fall nochmal diskutiert wird“, so Kaiser.

Die Stadtverordnetenversammlung beginnt am Montag, 3. Februar, um 18 Uhr im Bürgerhaus Bischofsheim. Die Sitzung ist öffentlich.



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