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Stadtratswahl: CDU-Chef Martin Fischer tritt an

Maintal

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    Er will Verantwortung übernehmen: CDU-Partei- und Fraktionschef Martin Fischer ist der sechste Bewerber, der seine Kandidatur um den Stadtratsposten öffentlich gemacht hat. Foto: Carolin-Christin Czichowski

Maintal. Lange hat er sich in Deckung gehalten, nun hat er für Klarheit gesorgt: CDU-Partei- und Fraktionschef Martin Fischer möchte ins Rathaus. Und zwar nicht wie bisher als Mitglied im Hauptausschuss und als Stadtverordneter, sondern als Teil des hauptamtlichen Magistrats. 

Artikel vom 17. Januar 2020 - 12:51

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Von Carolin-Christin Czichowski

Der 50-Jährige bewirbt sich um den Posten des Ersten Stadtrats, hat seine Bewerbung im November beim Wahlvorbereitungsausschuss eingereicht. Nun hofft er auf die notwendige Mehrheit von 23 Stimmen bei der Wahl, die auf der Tagesordnung der kommenden Sitzung der Stadtverordneten am Montag, 3. Februar, steht.

Seit 15 Jahren im Maintaler Parlament

„Es geht um die Stadt Maintal und darum, Verantwortung zu übernehmen, wenn es nötig ist“, sagt Fischer gegenüber unserer Zeitung zu seinen Beweggründen. Geeignet für den Job im Rathaus sei er aus verschiedenen Gründen: Seit gut 15 Jahren ist Fischer Mitglied im Maintaler Parlament, ebenso lange gehört er der CDU an.

„Dadurch habe ich Erfahrungen in der Arbeit politischer Gremien“, sagt Fischer. Das sei für ihn eine der wichtigsten Voraussetzungen für die Arbeit als Stadtrat. Als weiteren Vorteil sieht er seine langjährige Tätigkeit in der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer, die er ausübte, ehe er 2014 Geschäftsführer der CDU Main-Kinzig wurde. „Ich weiß, wie Interessensvertretung funktioniert“, so Fischer weiter. „Außerdem weiß ich durch meine ehrenamtliche Arbeit als Versicherungsberater, wo der Schuh bei den Bürgern drückt.“

Fischer will Kommunikation verbessern

Sollte er die Mehrheit der Stadtverordneten hinter sich versammeln können, würde der 50-Jährige vor allem die Kommunikation zwischen dem hauptamtlichen Magistrat und den Parlamentariern verbessern wollen, würde zum Beispiel regelmäßig das Gespräch mit den Fraktionen suchen.

„Um zu schauen, welche Themen ihnen wichtig sind“, so Fischer. Schließlich seien die Stadtverordneten diejenigen, die als Vertreter von den Bürgern gewählt wurden und letztlich die Entscheidungen treffen. „Der Magistrat ist dann für die Durchführung der Entscheidungen zuständig“, sagt er.

CDU-Fraktion wollte Sachtleber eigentlich unterstützen

Noch im Februar 2019 hatte Fischer im Gespräch mit unserer Zeitung angekündigt, seine Fraktion würde eine Wiederwahl von Amtsinhaber Ralf Sachtleber (parteilos) „forcieren und unterstützen“, hob vor allem dessen Know-how in Sachen Städte- und Bauentwicklung hervor.

„Das wichtigste Auswahlkriterium für die CDU ist fachliche Kompetenz. Gerade in den nächsten Jahren mit den Herausforderungen der Stadtentwicklung brauchen wir einen starken, sachkundigen Ersten Stadtrat, der sich in der Städte- und Bauentwicklung auskennt und hier umfangreiche Erfahrungen hat“, so Fischer vor knapp einem Jahr. Und weiter: „Für uns geht städtebauliche Kompetenz und Erfahrung vor rhetorischer Selbstdarstellung oder politischem Kalkül. Das Beste für Maintal ist aus unserer Sicht die Wiederwahl Sachtlebers.“

Nun aber die Kehrtwende: Erst hat die CDU im September gegen die Wiederwahl Sachtlebers gestimmt, und auch die fachliche Kompetenz scheint mittlerweile zweitrangig zu sein. „Die Aufteilung der Dezernate obliegt der Bürgermeisterin“, sagt er. „Das kann so bleiben wie bisher, kann sich aber auch ändern.“

SPD hat noch keinen Kandidaten

Nach Anahit Schäfer (49, ehrenamtliche Stadträtin für die FDP aus Maintal) ist der CDU-Fraktionschef der zweite Bewerber mit Parteibuch, der sich öffentlich zu einer Kandidatur um den Stadtratsposten bekannt hat. Die mit 14 Sitzen stärkste Kraft im Maintaler Parlament, die SPD, hat unterdessen noch keinen Kandidaten offiziell ins Rennen geschickt. Fraktionschef Sebastian Maier bestätigte lediglich, dass es eine Kandidatur aus seiner Partei geben wird, einen Namen wollte er aber noch nicht nennen.

Wie viele Bewerbungen beim Wahlvorbereitungsausschuss eingegangen sind, will dessen Vorsitzende, Jennifer Gutberlet (SPD), noch nicht sagen. Fest steht bislang nur, dass der obligatorische Bericht des Wahlvorbereitungsausschusses sowie die anschließende Wahl eines Ersten Stadtrats in der nächsten Sitzungsrunde auf der Tagesordnung der Stadtverordnetenversammlung stehen.

„Wir müssen unseren Bericht erst noch prüfen lassen, bevor wir uns öffentlich äußern“, so Gutberlet. „Denn was wir nicht wollen, ist, dass eine Wahl anfechtbar ist.“

Bisher vier offizielle Kandidaten

Öffentlich ihren Hut in den Ring geworfen haben neben Fischer und Schäfer bislang Ahmet Cetiner (41, selbstständiger Unternehmer aus Maintal, parteilos), Sabine Freter (51, Bauingenieurin aus Mörfelden-Walldorf, parteilos), Andreas Bühner (51, Unternehmer aus Hanau, parteilos) und Ioannis Sarigiannidis (48, Angestellter aus Maintal, parteilos).



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