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"Eichhörnchen-Mama" sammelt 500 Euro für Wildtierfreunde

Maintal

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    Sabine Klein (links) von der Maintaler Wildtierpflegestation freut sich über die Spende von Sabine Witzke. Das Geld kann der Verein gut gebrauchen – in diesem Jahr stehen nämlich einige Renovierungsarbeiten an. Foto: Rainer Habermann

Maintal. Mit Fotos, Kalendern, Kaffebechern und Bildern von den drei Eichhörnchen Peter, Pauline und Pino hat Sabine Witzke unter anderem beim Hochstädter Weihnachtsmarkt 500 Euro eingenommen. Diesen Betrag hat sie nun den den Wildtierfreunden in Dörnigheim überreicht.

Artikel vom 11. Januar 2020 - 05:00

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Von Rainer Habermann

„Mir ist das eine Herzensangelegenheit“, erklärte die Lehrerin an der Hanauer Otto-Hahn-Schule. Mit Schülern habe sie in ihrem Garten ein Häuschen gebaut für die „drei P“, und inzwischen kämen auch oft „Fremdeichhörnchen“, die sich offenbar gut versorgt fühlen.

Naheliegend, dann für Kleins Wildtier-Refugium nahe des Höllsees am Stadtrand von Dörnigheim zu spenden. Denn hier versorgt der gemeinnützige Verein rund um die Vorsitzende Sonja Niebergall-Fischer verletzte Wildtiere, pflegt sie, päppelt sie wieder auf. 

Ziel der Wildtierfreunde ist die Auswilderung

Hier frisst beispielsweise auch „Otto“ sein Gnadenbrot. Otto ist ein 50-jähriger Ganter, der mittlerweile steife Knochen hat und nur noch stakst statt watschelt. „Sein Alter ist dokumentiert“, lächelt Klein. „Wir wissen das von Ottos Vorbesitzer. Der hatte ihn, seit er aus dem Ei schlüpfte, brachte ihn irgendwann bei uns vorbei. Aber wir sind hier nur bedingt ein 'Gnadenhof'. Unser Ziel ist es immer, die Tiere auszuwildern, wenn sie wieder gesund sind. Für einige geht das aber nicht mehr. Wie bei Otto hätten sie keine Chance, in der Wildnis in Anführungszeichen zu überleben. Dann bleiben sie eben hier, bis sie eines natürlichen Todes sterben.“ 

Alle Arten von Wildtieren werden im Hof der Station gepflegt, neben verletzten Rehkitzen oder Frischlingen in der Hauptsache Vögel. Hier sitzen in großen Volieren und Gehegen Schwäne, Enten, Greifvögel, Eulen, alles eben, was von Privatleuten, aber auch von DRK, Feuerwehr oder Polizei so angeliefert wird. Und das ist eine ganze Menge, oft aus Verkehrsunfällen, aber auch aus anderen Bergungsaktionen, wenn verletzte Wildtiere nicht einfach sich selbst überlassen werden sollen oder können. 

Enge Zusammenarbeit mit Tierärztin

„Wir sind hier in erster Linie eine Pflegestation, arbeiten eng mit einer Hanauer Tierärztin zusammen“, sagt Klein. Von ihr habe sie auch ganz viel gelernt, was Behandlungsmethoden anbelangt, erklärt sie ihr großes Wissen. Im Arm hält sie „Ömchen“, eine 12-jährige Yorkshire-Terrier-Seniorin. Um ihre Beine streicht „Herbie“, ein großer Rüde, der die alte Dame eifersüchtig beschützt und bewacht, und ebenso die Gehege. 

Es ist eine Idylle, nahe des Höllsees, die aber täuscht. Bei weitem nicht alle Tiere hier können gerettet werden. „Wir hatten beispielsweise eine Eule, deren Flügel gebrochen war. Das Beste, was wir für sie tun konnten, war, sie einschläfern zu lassen. Für manche Tiere ist das die humanste Lösung.“ 

Überleben sie aber, werden sie dann häufig etwa an Falknereien oder in Tierparks vermittelt. Mit dem Frankfurter Stadtwaldhaus bestehe dabei eine enge Kooperation, sagt Klein. 

Nicht alle finden das Engagement gut

Sie weiß, dass nicht jeder in Maintal und anderswo mit der Arbeit des Vereins einverstanden ist. „Einige Leute sagen, man sollte besser der Natur ihren Lauf lassen“, meint Klein. „Aber die meisten haben Verständnis und finden das gut, was wir machen. Schließlich sind wir doch eine humane Gesellschaft, und da gehört es auch dazu, sich um verletzte Tiere zu kümmern.“

Das besorgen mit ihr Klaus Böff und Dirk Zimmer. Der arbeitet hier in Teilzeit, die anderen ehrenamtlich. Unterstützung bekommen sie hin und wieder von Jugendlichen, denen ein Gericht Sozialstunden „aufgebrummt“ hat. 

Verein finanziert sich aus Spenden

Darüber hinaus finanziert sich der Verein ausschließlich von Spenden und Zuwendungen. In diesem Jahr steht die Renovierung und der teilweise Neubau der Volieren an, die doch allmählich sehr in die Jahre gekommen sind, und von denen die meisten bereits vor der Vereinsgründung im Jahr 2005 gebaut wurden.



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