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Der Maintaler Algimantas Petrowski hat über 2000 Konzerte besucht

Maintal

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    Einer der wohl größten Musikfans überhaupt: Algimantas Petrowski hat in nicht einmal 50 Jahren mehr als 2000 Konzerte besucht. Foto: Carolin-Christin Czichowski

Maintal. Behutsam durchblättert Algimantas Petrowski sein Album. Fein säuberlich hat er dort Konzertkarten abgeheftet, in einem anderen Ordner hunderte Autogramme, und in wieder einem anderen Fotos. Die ganze Schrankwand seines Wohnzimmers ist voll mit solchen Alben.

Artikel vom 11. Januar 2020 - 17:36

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Von Carolin-Christin  Czichowski

In den Regalen an der Wand gegenüber bewahrt er Schallplatten auf, insgesamt 8000 sind es, die meisten davon signiert. Und das ist nur ein Teil von dem, was er über die Jahre angesammelt hat. „Ich habe nochmal 20 000 LPs“, sagt Petrowski. Die Dreizimmerwohnung des 62-Jährigen gleicht einem Museum für Musikfans. Alle Platten, Autogramme und Fotos sind Zeugnisse seines Hobbys, seiner größten Leidenschaft: Der Musik und dem Besuch von Konzerten.

47 Mal bei den Rolling Stones

Insgesamt war er auf 2000 Konzerten, allein 47 Mal hat er die „Rolling Stones“ live gesehen. Angefangen hat alles 1971 mit einem Konzert der Rockband „Creedence Clearwater Revival“. Petrowski war da gerade 14 Jahre alt, sein Vater hat ihn mitgenommen. „Es war so aufregend, ein ganz besonderes Erlebnis“, erinnert er sich. In den knapp 50 Jahren danach hat er sie alle live gesehen: Joe Cocker, Genesis, Michael Jackson, Whitney Houston, Queen, Sting, David Hasselhoff Herbert Grönemeyer, Udo Lindenberg. . .

 Auf eine Musikrichtung beschränken will sich Petrowski nicht. „Wenn mir ein Lied gefällt, ist es egal, welches Genre das ist.“ Und so hat der Maintaler auch schon Konzerte von Schlagergrößen wie Michael Holm, Peter Orloff und Peggy March besucht. Sogar die 90er-Jahre-Girl-Group „Spice Girls“ hat er schon live gesehen. „Meistens beginnt es so, dass ich im Radio ein Lied höre, das mir gefällt“, sagt er. „Dann schaue ich nach, von wem das ist, kaufe mir vielleicht eine CD und dann gehe ich irgendwann auf ein Konzert.“

Musikfan, Autogramm- und Souvenirjäger

Die Hälfte seiner 2000 Konzerte waren im Aschaffenburger Colos-Saal. Für seinen 1000. Besuch dort hat er sogar freien Eintritt im Dezember und jetzt für den Januar erhalten. „Aber das will ich nicht ausnutzen“, sagt er.

Petrowski ist nicht nur leidenschaftlicher Konzertgänger, sondern auch erfahrener Autogrammjäger, versucht, die Künstler vor oder nach ihrem Auftritt abzufangen, mit ihnen ein Foto zu machen, sich Schallplatten, Fotos oder Konzerttickets signieren zu lassen. „Von 100 Künstlern sind 95 gerne bereit, Autogramme zu schreiben“, sagt der Maintaler. 

Mit Freddy Mercury auf dem Hotelzimmer

Und manchmal zahlt sich auch Hartnäckigkeit aus: „Für ein Autogramm von Manfred Mann musste ich zehn Jahre warten“, sagt Petrowski und lacht. Bei Freddy Mercury hatte er hingegen mehr Glück: „Der hat mich Mitte der 1980er Jahre mit auf sein Hotelzimmer genommen und dort meine Platten signiert.“

Auch über Keith Richards, Gitarrist der „Rolling Stones“ kann der 62-Jährige eine Geschichte erzählen. „Er wollte meine Alben nur signieren, wenn ich im Gegenzug mit ihm pro Autogramm ein Glas Whiskey trinke“, sagt er. Für Petrwoski, der sonst gar keinen Alkohol trinkt, eine echte Herausforderung. „Vier Gläser habe ich geschafft“, sagt er und lacht.

Vier bis fünf Konzerte in der Woche

Zu seinen besten Zeiten hat er vier bis fünf Konzerte pro Woche besucht. Nicht nur in Deutschland, auch in der Schweiz, in Frankreich, Holland, Spanien und England. „Meistens bin ich nur zum Konzert hingefahren und in der Nacht wieder zurück“, sagt er. „Anders wäre das auch nicht gegangen, wegen meiner Arbeit“, so der Mathe- und Sportlehrer. Mittlerweile ist er etwas ruhiger geworden, geht nur noch einmal wöchentlich auf ein Konzert. 

Wie viel Geld er über die Jahre für sein extravagantes Hobby ausgegeben hat, weiß er nicht. „Das will ich auch gar nicht wissen“, sagt er. Allein für einen Auftritt der „Rolling Stones“ in einem kleinen Münchner Club hat er mehr als 1000 Euro gezahlt. Aber ein anderer Preis, den er für seine Leidenschaft zahlen musste, war ohnehin viel höher: „Meine beiden Ehen sind zerbrochen, weil ich so viel unterwegs war.“ 

Einen Wunsch hat Petrowski noch

Ob es für jemanden, der fast alle großen Stars einmal hautnah erlebt hat, noch einen bislang unerfüllten Traum gibt? „Ja“, sagt Petrowski. „Ich würde gern Carole King einmal live sehen. Aber diesen Traum werde ich mir wohl nicht erfüllen können, denn sie tritt nicht mehr auf, und wenn doch, dann in den USA.“ Und dieser Aufwand wäre wohl auch für einen der größten Musikfans zu groß.



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