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Charles Nickolai beschert am Montag Kinder in der Maintaler Tafel

Maintal

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    Große Hilfe bekommt Charles Nickolai von langjährigen Freunden und Bekannten wie Michaela Vronte, die ihn bei dem Projekt unterstützt. Foto: Jasmin Jakob

Maintal. Große und kleine Teddybären, flauschige Einhörner und Rehkitze schauen knopfäugig zwischen bunten Geschenkebergen hervor. Auf den Tischen des Dörnigheimer Jugendtreffs stapeln sich Spielzeuge, DVDs und bunte Pakete. 

Artikel vom 20. Dezember 2019 - 11:39

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Von Jasmin Jakob

Zwischen den Päckchen stehen Charles Nickolai und drei fleißige Helferinnen mit Tesafilm und Geschenkpapier in der Hand. Sie verpacken fleißig Geschenke für fast 300 bedürftige Kinder der Maintaler Tafel. Vor knapp zwei Wochen startete die Aktion für bedürftige Kinder, die der gebürtige Maintaler organisiert hat. 

Bis zum Mittwoch sind etwa 3000 Euro an Spendengeldern sowie 210 Geschenke für die 294 Kinder verschiedener Altersgruppen zusammengekommen. Bis Sonntag können weiterhin neue oder neuwertige Waren täglich jeweils von 16 bis 21 Uhr in den Jugendtreff gebracht werden.

Alle seien vom Geist der Weihnacht gepackt

Nickolai hatte für die Aktion in seinem Bekanntenkreis und auf Facebook geworben – mit großem Erfolg. Denn die Spendenbereitschaft der Maintaler ist riesig: Der Großteil der Sachspenden stammt von Maintaler Familien, die von dem Projekt erfahren haben. Auch zwei Unternehmen sind dabei. „Jede Stunde kommt hier eine Familie rein“, erzählt der Maintaler. „Jede Altersgruppe, jede Nationalität.“ Ihm sei wichtig zu betonen, wie bunt die hilfsbereite Gemeinschaft in Maintal sei. „Alle hat der Geist der Weihnacht gepackt: Sie wollen den Kindern ein schönes Fest bereiten.“ 

Auch Nickolai hat über 500 Euro beigesteuert und seinen Jahresurlaub dem Projekt gewidmet. Denn der 41-Jährige ist zwar in Maintal geboren und aufgewachsen, vor 20 Jahren jedoch auf die Sonneninsel Ibiza ausgewandert. Dort hat er sich mit einem Touren-Service selbststänig gemacht. 

Kinderaugen sollen funkeln

Als er gehört hat, dass knapp 300 Kinder in Maintal von Armut bedroht sind, hat es ihm die Sprache verschlagen: „Das war für mich nicht auszuhalten“, sagt er energisch. „Da war klar: Dagegen muss ich was machen.“ 

Gesagt getan. Bis Sonntag nimmt er noch im Dörnigheimer Jugendzentrum Sach- und Geldspenden entgegen. Und er verpackt weiter Geschenke, die er mit ehrenamtlichen Helfern der Tafel während der Essensausgabe am Montag an die Kinder verteilen wird. Im Rahmen der Bescherung soll es am Montag auch ein kleines Weihnachtsfest geben – mit Kuchen und Plätzchen. „Dann bringen wir hoffentlich ein Funkeln in die Augen der Kinder.“

„Das war auch bis 2013 eine gute Lösung“

Als Wolfgang Kampe, der Leiter der Maintaler Tafel, die provisorische Spendenzentrale betritt, ist er überwältigt: „Es überrollt mich, was hier passiert“, sagt er als er die Geschenkeberge überblickt. „Mir fehlen die Worte.“ In den Vorjahren hatte die Tafel über sogenannte „Charity-Bäume“ Geschenke für bedürftige Kinder gesammelt: Weihnachtsbäume in Kaufhäusern, an deren Zweigen die Wünsche der Kinder gehängt wurden. Jeder konnte sich dann einen Wunsch aussuchen und einem Kind ein Geschenk kaufen. 

Große Bandbreite: Nickolai hat darauf geachtet, dass jedes Kind, egal ob Säugling oder Teenager, ein altersgerechtes Geschenk bekommt. 

„Das war auch bis 2013 eine gute Lösung“, erzählt Kampe. „Da gab es nur etwa 60 Kinder, die von Armut bedroht waren.“ Seit 2015 sei die Zahl der bedürftigen Kinder jedoch immens gestiegen. „So eine große Aktion wäre für uns nicht zu stemmen gewesen.“

Bescherung auch 2020?

Wenn Geld übrig bleibt, wird es an die Tafel gespendet, berichtet Nickolai. Davon soll unter anderem ein Second-Hand-Kleiderladen für Kinder eingerichtet werden. Aber auch Reparaturen, Anschaffungen oder andere Projekte könnten damit finanziert werden. Damit ist Nickolais Aktion nicht nur ein Weihnachtsgeschenk an die Kinder, sondern auch an die Maintaler Tafel insgesamt. 

Ob sich der „Aushilfs-Weihnachtsmann“ auch im kommenden Jahr wieder für die Aktion einsetzt, weiß er noch nicht. „Ich hoffe eigentlich, dass die Maintaler das auch ohne mich in die Hand nehmen“, sagt er. 

Es kann noch gespendet werden

Für dieses Jahr können Sach- und Geldspenden noch bis Sonntag, 22. September, im Brüder-Schönfeld-Haus abgegeben werden. Jedoch sollten die Interessenten vorher einen Zettel abholen, auf dem sie vermerken, ob es sich bei dem beschenkten Kind um einen Jungen oder ein Mädchen handelt und wie alt es ungefähr ist.

 

Spenden weiter möglich
Geldspenden können auf das Konto der Bürgerhilfe Maintal e.V. bei der Frankfurter Volksbank, IBAN DE39 5019 0000 6000 7439 90 eingezahlt werden. Unternehmer können ab einem Betrag von 200 Euro eine Spendenquittung ausgestellt bekommen, die per E-Mail unter info@buergerhilfe-maintal.de angefordert werden kann. Der Verwendungszweck lautet „Charly“.


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