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Nachwuchs-Filmemacher gewinnen Preis beim Kurzfilmfestival

Maintal

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    Das Team "Luther": Timo Gaier (hinten von rechts), Jonathan Kreuter, Luca Maier und Oliver Jeschke (vorne von rechts), Tim Bernhardt, Fynn Böhm. Foto: Privat

Maintal. Die Augen leuchten, die Gesichter strahlen und alle sechs Jungs wollen gleichzeitig erzählen. Es ist Freitagabend, 19 Uhr, doch wenn sie über ihr Hobby sprechen, dann kennt die Begeisterung der Jugendlichen kaum Grenzen. 

Artikel vom 10. Dezember 2019 - 13:02

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Von Ulrike Pongratz

Fynn, Jonathan, Luca, Oliver, Tim und Timo sind Amateurfilmer. Diese Leidenschaft für das Filmen eint die sechs Schüler der Albert-Einstein-Schule (AES) in Bischofsheim, die dort die neunte Klasse besuchen.

Zum ersten Mal hat das junge Team zum Maintaler Kurzfilm-Festival einen Beitrag eingereicht – und gleich auf Anhieb die Zuschauer überzeugt: Der Kurzfilm „Luther“ hat am besten gefallen und den Publikumspreis gewonnen. Erstaunlich und bemerkenswert, dass den Jungs dies mit einem religiösen, historischen und durchaus anspruchsvollen Thema gelungen ist: mit dem Reformator Martin Luther. Auch die Jury des Festivals fand lobende Worte für den Humor des Films, der – so die Juroren – Monty Python ähnlich sei.

„Wie kam es zu dieser ungewöhnlichen Wahl?“, haben wir gefragt und eine einfache Antwort erhalten: Im Geschichtsunterricht sollte zur Reformation ein Projekt erarbeitet werden und weil das Filmen die „riesige Leidenschaft“ des Teams ist, sollte es ein Film über „Luther in Maintal“ werden. Dazu saß das Filmteam zunächst bestimmt vier Wochen am Drehbuch.

Treffen nach der Schule

Nach der Schule trafen sich die Neuntklässler, die aus verschiedenen Ortsteilen, aus Schönfeld und Niederdorfelden kommen, bei Jonathan Kreuter in Bischofsheim. „Das Zimmer von Jonathan ist so etwas wie unsere Basis geworden“, sagen die Jungs. Gedreht haben sie den Lutherfilm in der Kirche in Hochstadt und Bischofsheim und – in Jonathans Schuppen. 

Ursprünglich sollte die Szene „Luther auf der Wartburg“ auf der Ronneburg gedreht werden, aber als der Termin platzte, musste kurzerhand ein Ersatzdrehort gefunden werden. Rasch räumten die kreativen Köpfe den Schuppen auf, rückten die abgestellten Sachen beiseite und drehten die „Szene in der Zelle“. 

Im fertig geschnittenen, einminütigen Film jedenfalls kann man die Herausforderungen beim Drehen kaum mehr ahnen. Vier Wochen Drehbuch, fünf Drehtage und vier Tage „Post-Produktion“, das heißt beispielsweise Bildbearbeitung und Schnitt. Obwohl Jonathan Kreuter hinter der Kamera, Timo Gaier und Tim Bernhardt vor der Kamera standen – der Film war eine echte Teamarbeit, darüber sind sich alle einig. „Es ist einfach super, dass wir uns gefunden haben“, sagen sie. 

Nicht das erste Filmprojekt

Luther war auch nicht das erste gemeinsame Filmprojekt der Jungs. Bereits in der siebten Klasse hatten sie im Kunstunterricht an einem kreativen Wettbewerb teilgenommen. Kurz darauf haben sie es Fan-Filmen zu Star Wars versucht, allerdings diese nie wirklich fertiggestellt. „Wir brauchen doch eine Deadline“, haben die Nachwuchs-Filmemacher festgestellt. Der kreative Prozess fände bei ihnen kein Ende. 

Wie groß die Überraschung und Freude des Teams über den Publikumspreis war, lässt sich im Nachhinein kaum noch in Worte fassen. 

Doch die jungen Maintaler Filmemacher nehmen den Schwung ihres ersten Publikumserfolgs direkt mit in das nächste Projekt: Sie arbeiten an einem Beitrag zu „Jung & Abgedreht“, dem Hanauer Kurzfilmfestival für junge Filmschaffende, das am 26. Januar 2020 zum achten Mal stattfinden wird. 

Über seinen Berufswunsch muss keiner der sechs Jungen lange nachdenken: Schauspieler, Drehbuchautor, Regisseur oder DP – Director of Photography. 



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