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Diskussion am runden Tisch: Betreuungsplatzerhöhung in Hochstadt

Maintal

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    Am runden Tisch wird nach einer Lösung für den sich abzeichnenden Betreuungsengpass für Grundschüler der Fritz-Schubert-Schule ab dem neuen Schuljahr gesucht. Archivfoto: Mike Bender

Maintal. Die Prognose war für viele Eltern ein Schockmoment: Für etwa 80 Prozent der künftigen Erstklässler soll es im neuen Schuljahr keinen Betreuungsplatz an der Fritz-Schubert-Schule in Hochstadt geben. Der Grund: Es fehlen vor allem räumliche Kapazitäten und Personal. 

Artikel vom 04. Dezember 2019 - 11:57

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Von Martina Faust

Der Träger der Grundschulbetreuung, der Verein Kaleidoskop, hat Eltern deshalb bereits geraten, sich nach alternativen Betreuungsmöglichkeiten umzusehen. Alternativen, die es allenfalls im familiären Umfeld gibt. Deshalb hat sich mittlerweile Bürgermeisterin Monika Böttcher eingeschaltet und einen runden Tisch initiiert.

Auf Einladung Böttchers kamen vergangene Woche Vertreter des Main-Kinzig-Kreises als verantwortlichem Schulträger, der Fritz-Schubert- und der benachbarten Adolph-Diesterweg-Schule, des Trägervereins Kaleidoskop und der Stadtverwaltung zusammen, um über Lösungen zu beraten.

Eltern sind auf die Betreuung angewiesen

„In diesem ersten Gespräch gab es verschiedene Gedankenspiele, deren mögliche Umsetzung in den folgenden Tagen intensiver geprüft wird. Dabei geht es in erster Linie darum, zusätzliche Räumlichkeiten zu schaffen und Personal für die Betreuung zu gewinnen. So wäre denkbar, dass der Kreis Container aufstellt. Aber auch die Kriterien zur Platzvergabe und die Festsetzung von Elternbeiträgen werden in den Blick genommen“, kündigt Maintals Pressesprecherin Nicole Bilz an. 

Was die Erhöhung der personellen Ressourcen betrifft, ist in Zeiten des Fachkräftemangels die Kooperation mit Vereinen denkbar. „Auch aus der Elternschaft, die aufgrund von Berufstätigkeit dringend auf eine verlässliche Betreuung ihrer Kinder angewiesen ist, wurde die Bereitschaft zur Unterstützung signalisiert“, fügt Bilz hinzu. 

Böttcher zeigt sich optimistisch

Mit einem öffentlichen Hilferuf hatten die Eltern Mitte November auf die Problematik aufmerksam gemacht. Die Nachricht, dass es für die künftigen Erstklässler nicht ausreichend Betreuungsplätze gibt, hatte Mütter und Väter in Alarmbereitschaft versetzt. Denn die Berufstätigkeit beider Elternteile ist nur möglich mit einem verlässlichen Betreuungsangebot für Grundschulkinder.

Dass ein solches am Standort Hochstadt nun zeitnah erweitert wird, daran arbeiteten alle Beteiligten intensiv, versichert Monika Böttcher. „Ich bin optimistisch, dass wir nach dem konstruktiven Gespräch gemeinsam eine Lösung für die betroffenen Eltern finden“, teilt sie gegenüber unserer Zeitung mit. Dies solle zudem zeitnah geschehen, damit die Familien frühzeitig Planungssicherheit erhielten. Bereits im Januar sollen die einzelnen Ergebnisse zusammen getragen, ausgewertet und im Rahmen eines weiteren Runden Tisches konkrete Schritte besprochen werde. 

Bezuschussung der Stadt scheint möglich

„Die Situation zeigt einmal mehr, wie wichtig der von der Bundesregierung angekündigte Rechtsanspruch auf eine Ganztagsbetreuung von Kindern im Grundschulalter ist, der ab 2025 kommen soll. Mit unserem Grundsatzbeschluss zum 'Pakt für den Ganztag' haben wir uns in Maintal bereits auf den Weg gemacht“, erklärt die Bürgermeisterin. 

Dieser Beschluss, den die Stadtverordneten im August gefasst haben, sieht vor, dass die Maintaler Stadtspitze mit dem Main-Kinzig-Kreis eine Vereinbarung trifft, um gemeinsam dafür zu sorgen, dass an allen Maintaler Grundschulen „ausreichend bedarfsgerechte Betreuungsangebote für Schulkinder aller Klassen entstehen“, wie es in dem Papier heißt. Entsprechen die Betreuungsangebote den Kriterien des „Pakts für den Ganztag“, ist eine Bezuschussung durch die Stadt möglich.



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