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46. DLRG-Nikolausschwimmen begeistert Zuschauer und Teilnehmer

Maintal

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    Nach knapp zweieinhalb Kilometern war es geschafft, das Ziel des Nikolausschwimmens am Dörnigheimer Mainufer unweit der „Main Kultur“ erreicht. Foto: Rainer Habermann

Maintal. „Seit wann gibt es eigentlich das Nikolausschwimmen mit brennenden Fackeln im Main?“ Die Frage kursierte unter den vielen Besuchern am späten Sonntagnachmittag am Dörnigheimer Mainufer, unmittelbar neben dem Pavillon der „Main Kultur“.

Artikel vom 03. Dezember 2019 - 14:26

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Von Rainer Habermann

„Ewig“, lautete die Antwort einer älteren Dame, und gefühlt hatte sie vollkommen recht. Präzise und wie aus der Pistole geschossen wusste das Lars Volland, Vizevorsitzender der Maintaler Ortsgruppe der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG): „Seit 1973. Das Nikolausschwimmen an diesem ersten Advent ist das insgesamt 46. in Maintal.“

Volland koordinierte die Aktion von Land aus per Funk, DLRG-Chef Ralf Göbel gehörte selbst zu den 27 Schwimmern, die sich bei rund acht Grad Wasser- und weniger als vier Grad Lufttemperatur an der Kesselstädter Schleuse in die Mainfluten stürzten. Mit dabei waren auch Schwimmer der DLRG Seligenstadt sowie der Maintaler Feuerwehr. 

Nikolausmütze und Neoprenanzug

Drei Motorboote von DLRG und Feuerwehr tanzten mit Blaulicht und Scheinwerfern neben den Fackeln auf den Wellen des Flusses und sicherten die Schwimmer, die natürlich alle in Neoprenanzügen von Kopf bis Fuß gegen die Kälte geschützt waren. Auf der Kopfmaske jeweils eine rote Zipfelmütze – schließlich kommt der Name Nikolausschwimmen nicht von ungefähr. Und an den Füßen Schwimmflossen.

„Das einzige Fortbewegungsmittel im Main, neben der Strömung. Denn in der einen Hand halten wir die Fackel, in der anderen einen Becher mit heißem Orangensaft. Man kühlt doch allmählich aus, und da ist der heiße Orangensaft ganz gut, weil er von innen wärmt“, grinst Mandy Rauch. Die 19-jährige Dörnigheimerin ist seit einigen Jahren Rettungsschwimmerin bei der Maintaler DLRG.

Erst prickelt es, dann wird es warm

Sie sei „schon immer“ begeisterte Schwimmerin, erzählt uns die junge Kauffrau bei einem Supermarkt im Ort. Und da habe es nahe gelegen, auch im Maintalbad, wo die DLRG wöchentlich ausbildet, das Abzeichen zu machen.„Wir haben Nassanzüge“, schildert Rauch weiter. „Das bedeutet, dass zuerst einmal Wasser unter die Neoprenhaut muss. Im ersten Moment ist das richtig prickelnd“, lacht sie.

„Aber danach heizt der eigene Körper das Wasser im Anzug auf, und diese Zwischenschicht isoliert dann hervorragend gegen die Kälte auf der rund zweieinhalb Kilometer langen Flussstrecke von der Schleuse bis zum Ausstieg an der 'Main Kultur'.“ 

Teilnehmer sind begeistert

„Wie es ihr denn jetzt geht?“, fragen wir die Schwimmerin und Fackelträgerin dort. „Na, war ja ein buchstäblich heißer Empfang“, grinst Mandy Rauch, als sie und die übrigen Schwimmer vom begeisterten Applaus der rund 150 Zuschauern am Ausstieg begrüßt wurden. „Und das Gefühl auf dem Main, mit den Fackeln um sich herum, ist unbeschreiblich.“

DLRG und Feuerwehr hatten das Gelände am Ausstieg perfekt ausgeleuchtet, mit Strom von der „Main Kultur“. Ein Gerüst am Ufer, mit einem Transparent „Nikolausschwimmen 2019“ on top, bot Anklänge an den „Ironman“-Triathlon. Ein Glühwein-, Kaffee- und Kuchenstand der DLRG sorgte ebenso perfekt nicht nur für die buchstäblich heiße Begrüßung der Schwimmer, sondern auch für die Gäste, die am Ufer bei gefühlt eisigen Temperaturen bibberten. Gegen eine kleine und freiwillige Spende für die DLRG-Jugend lockten Glühwein und Muffins.

Eine etwas frühe Vorstellung des „Nikolaus“, der ja eigentlich erst eine Woche später dran ist, zauberte dann leuchtende Augen und Vorfreude bei den Kleinen, und der Posaunenchor Dörnigheim rundete die Veranstaltung mit vorweihnachtlichen Klängen bei entsprechender Stimmung musikalisch ab.



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