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Bischofsheimer Friedhof wächst um fast 10 000 Quadratmeter

Maintal

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    Es fehlt an Platz: 2472 Gräber gibt es aktuell in Bischofsheim. Ohne die geplante Erweiterung des Areals wären in absehbarer Zeit keine Beisetzungen mehr möglich. Fotos: Martina Faust

Maintal. Die Stille des Morgens passt zu einem Ort, an dem die Toten ihre letzte Ruhestätte finden. Dichter Nebel verhüllt die Grabsteine, die sich auf dem weitläufigen Friedhofsgelände in Bischofsheim verteilen. Großzügig, wie es auf den ersten Blick scheint. Denn es gibt viele Lücken zwischen den Gräbern. Der Schein trügt.

Artikel vom 02. Dezember 2019 - 13:31

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Von Martina Faust

„Wenn wir den Bischofsheimern auch zukünftig eine Beisetzung in ihrem Stadtteil ermöglichen möchten, dann müssen wir die Friedhofsfläche erweitern“, erklärt Jochen Pfeifer vom Fachdienst Stadtentwicklung und Stadtplanung. Politisch entschieden ist das bereits.

In ihrer November-Sitzung stimmten die Stadtverordneten für die Aufstellung eines entsprechenden Bebauungsplans. Dieser sieht vor, die nördlich an den Friedhof angrenzende Wald- in Friedhofsfläche umzuwandeln, um zusätzliche Bestattungsflächen zu erhalten.

Zweiter Friedhof in Bischofsheim nicht möglich

Während in Dörnigheim, Hochstadt und Wachenbuchen bereits jeweils zwei Friedhofstandorte mit ausreichender Kapazität vorhanden sind, ist dies in Bischofsheim nicht der Fall. Weil für einen zweiten Standort im zweitgrößten Stadtteil keine geeigneten Flächen zur Verfügung stehen, wird die angrenzende Waldfläche herangezogen. „Das hat auch den Vorteil, dass wir die bereits vorhandene Infrastruktur wie Trauerhalle und Kühlzellen nutzen können“, erklärt Pfeifer.

Wie dringend notwendig diese Erweiterung ist, offenbart die Bedarfsermittlung für die kommenden Jahre. So gibt es schon aktuell keine Möglichkeiten mehr für Baumgräber und auch die Kapazitäten für Erdreihen- und Erdwahlgräber sind weitgehend erschöpft, ebenso wie für Urnenbestattungen. Und das, obwohl noch reichlich Platz vorhanden zu sein scheint.

Bodenverhältnisse sind ein Problem

„Auch bei vorzeitiger Abräumung eines Grabes müssen wir die Ruhezeit einhalten. So kommt es, dass die Fläche längst wieder begrünt ist und verfügbar scheint. Aber so lange die Nutzungszeit nicht abgelaufen ist, belegen wir die Fläche nicht neu“, erläutert Pfeifer. Hinzu komme, dass Erdbestattungen nicht überall möglich seien. Grund: In einigen Bereichen gibt es problematische Boden- und Wasserverhältnisse. 

„Dort liegt der Gänsseeweiher“, deutet Pfeifer Richtung Westen. Bevor eine Erdbestattung vorgenommen wird, erfolgen deshalb Probeschachtungen, um den Grundwasserstand zu ermitteln, denn der variiert punktuell. Schließlich kann nicht im Wasser bestattet werden . . .

Gelände muss aufgeschüttet werden

„Zuletzt mussten wir immer häufiger Probeschachtungen vornehmen, weil mehrere Flächen nicht mehr für eine Erdbestattung in Frage kamen. Das ist problematisch, auch unter dem Aspekt der Wirtschaftlichkeit“, erklärt Pfeifer. Schließlich beansprucht diese Maßnahme nicht nur Zeit und Personal, sondern kostet Geld.

Wegen eben dieser Grundwasserverhältnisse werden auf der geplanten Erweiterungsfläche für Erdbestattungen Geländeaufschüttungen erforderlich sein. „Schließlich brauchen wir eine gewisse Schichtdicke über dem Wasser und eine gewisse Überdeckung des Grabes“, sagt Pfeifer. Deshalb die Aufschüttungen, die allerdings nur in einigen ausgewiesenen Bereichen notwendig sein werden. 

Baumfällungen Anfang des Jahres

Derzeit laufen die Vorbereitungen für die Erweiterung des Friedhofs. „Die Bäume, die gefällt werden müssen, wurden bereits markiert und werden voraussichtlich im Januar und Februar gefällt“, kündigt Pfeifer an. Einige alte Riesen werden natürlich stehen bleiben, schließlich sollen auch Baumbestattungen auf dem neuen Gelände möglich sein. Eine Ausgleichsfläche für das Waldareal wird südlich von Maintal-West entstehen.

Pfeifer geht davon aus, dass die Erweiterungsfläche in etwa zwei bis drei Jahren so weit fertiggestellt sein wird, dass dort Bestattungen möglich sind. „Das Planungsrecht liegt vor. Als Nächstes wird ein Planungsbüro die detailliertere Ausarbeitung vornehmen“, so Pfeifer.



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