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Bischofsheimer Ralf Keine erhält den Landesehrenbrief

Maintal

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    Ralf Keine aus Bischofsheim in seinem zweiten Zuhause: Dem Museum des Feuerwehrgeschichts- und Museumsvereins in Frankfurt, das er vor ziemlich genau zehn Jahren mit aufgebaut hat. Foto: Carolin-Christin Czichowski

Maintal. Dass er einmal Feuerwehrmann werden möchte, war für Ralf Keine schon als kleiner Junge klar. „Als ich klein war, hat mein Elternhaus gebrannt. Ich war sofort fasziniert davon, wie die Feuerwehrleute gearbeitet haben“, erinnert er sich. 

Artikel vom 27. November 2019 - 15:21

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Von Carolin-Christin Czichowski

Sein Weg führte ihn von der Jugendfeuerwehr über die freiwillige Feuerwehr bis zur Frankfurter Berufsfeuerwehr. „Es ist einfach mein Traumberuf“, sagt der Bischofsheimer und lächelt. 

Museum zur Brandschutzgeschichte aufgebaut

Eigentlich ein echter Knochenjob, der kaum freie Zeit lässt – doch für Keine noch lange nicht genug: Er engagiert sich in der internationalen Arbeitsgemeinschaft für Feuerwehr- und Brandschutzgeschichte im Weltfeuerwehrverband und hat vor ziemlich genau zehn Jahren ein Museum und Archiv zur Frankfurter Brangschutzgeschichte aufgebaut. Für dieses Engagement erhält der Bischofsheimer heute den Landesehrenbrief.

„Ich habe mich schon immer für Brandschutzgeschichte interessiert“, erinnert sich der gebürtige Westfale. „Als Kind hatte ich ein Buch, 'Fahrzeuge der Feuerwehr und des Katastrophenschutzes'. Das habe ich überall mit hingenommen, es war meine Bibel.“ Auch heute steckt der 56-Jährige viel Freizeit in die Feuerwehrgeschichte, vor allem die Frankfurter. Schon als Keine noch im sauerländischen Iserlohn lebte, war er fasziniert von der Wehr in der Mainmetropole. „Die waren schon immer Vorreiter“, erinnert er sich.

Keine recherchiert stundenlang

Das Feuerwehrmuseum in Bockenheim ist so etwas wie Keines zweites Zuhause. „Es gibt hier immer etwas zu tun“, sagt er. Stunden um Stunden verbringt er in dem Büro oder im Archiv, sichtet Nachlässe, archiviert Fotos und andere Zeitzeugnisse und recherchiert zu Themen, unter anderem für die Museums-Depeche, die viermal pro Jahr unter seiner Federführung erscheint.

Aber auch darüber hinaus ist Keines Wissen gefragt: Er hat Aufsätze für zahlreiche Fachzeitschriften verfasst. Auf das, was er gemeinsam mit den anderen Mitgliedern des Feuerwehrgeschichts- und Museumsvereins Frankfurt aufgebaut hat, ist er sichtlich stolz. „Wir haben vor zehn Jahren mit einem Frankfurter Feuerwehrauto als Ausstellungsstück angefangen“, erinnert er sich.

Tausende Exponate im Museum

Mittlerweile sind zwei Etagen an der Schwälmer Straße in Bockenheim gefüllt mit tausenden Exponaten – von Postkarten über Fotos, Miniatur-Einsatzfahrzeuge bis hin zu verschiedenen Schutzmasken und Uniformen. Sogar eine echte Feuerglocke steht in dem Museum, in dem Keine regelmäßig Führungen für Schulklassen und andere Interessierte anbietet. „Das Museum ist aber auch Recherche-Ort für zum Beispiel Studenten oder Journalisten“, sagt der Bischofsheimer.

Wie groß sein privater Fundus über die Brandschutzgeschichte ist, kann Keine nicht sagen. Allein 100 Aktenordner mit Fotos, Postkarten und vielem mehr hat er dem Feuerwehrgeschichts- und Museumsverein überlassen. „Einer hat mal scherzhaft gesagt: Schreib das Wort Feuerwehr auf ein Stück Toilettenpapier und der Keine heftet es ab und archiviert es“, sagt der Bischofsheimer und lacht.

Seit 1976 bei der Feuerwehr

Insgesamt kann Keine auf mehr als 40 Jahre bei der Feuerwehr zurückblicken, angefangen hat er 1976 bei der Jugendfeuerwehr in Iserlohn. Später ist er dann der dortigen Freiwilligen Wehr beigetreten, ehe er im Jahr 1985 seine Ausbildung bei der Berufsfeuerwehr in Frankfurt begonnen hat. „Ich war schon immer ein großer Fan der Frankfurter Feuerwehr. Dass ich einmal selbst dort arbeiten würde, hätte ich nie gedacht“, sagt er. Ein passendes Zuhause für sich und seine Familie hat Keine aber nicht in Frankfurt, sondern in Bischofsheim gefunden. „Da fühle ich mich sehr wohl“, sagt der 56-Jährige. 

Seit gut 15 Jahren engagiert sich Keine auch in der Arbeitsgemeinschaft für Feuerwehr- und Brandschutzgeschichte im Weltfeuerwehrverband. „Einmal im Jahr findet eine Tagung statt, zu der ich dann Vorträge vorbereite“, so Keine. Jedes Jahr recherchiert er dann zu einem speziellen Thema rund um die Feuerwehr- und Brandschutzgeschichte. „Es ist wirklich spannend, immer wieder neue Themen aufzuarbeiten“, sagt Keine.

Landrat betont Wichtigkeit der Feuerwehr

Für sein Engagement wird der Bischofsheimer am Mittwoch im Maintaler Rathaus mit dem Landesehrenbrief ausgezeichnet. Landrat Thorsten Stolz wird ihm die Urkunde überreichen. „Unsere Feuerwehren sind heute eine der größten Bürgerbewegungen. Sie schützen, sie retten, sie bergen, sie löschen. Sie sind aber auch ein verbindendes Element in unserer Gesellschaft, bilden Jugendliche aus und vermitteln Werte an die kommenden Generationen“, heißt es auf Nachfrage aus dem Landratsamt.

„Die Feuerwehren haben eine stolze wie auch eine von Umbrüchen gezeichnete Geschichte. Sich um diese historische Aufarbeitung intensiv zu kümmern und gleichzeitig selbst Verantwortung für die Sicherheit der Mitbürgerinnen und Mitbürger zu übernehmen, über viele Jahre hinweg, dafür gebührt Ralf Keine unser großer Dank und unsere Anerkennung“, so der Landrat.



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