Lesezeichen hinzufügen hanauer.de als Startseite
stark bewölkt
2 ° C - stark bewölkt
» mehr Wetter

Auch Maintal soll einen Unverpackt-Laden bekommen

Maintal

  • img
    Perfekte Lage und eine ideale Größe: In der ehemaligen Schlecker-Filiale in Bischofsheim könnte sich Stefanie Oefner einen Unverpackt-Laden gut vorstellen. Foto: Privat

Maintal. Sie heißen „Natürlich frei“, „Gramm Genau“ oder einfach „Unverpackt“. Die Rede ist von Supermärkten, die im Sinne der Nachhaltigkeit Produkte ohne Verpackungen verkaufen. In Hanau wird im Dezember unter dem Dach des Behinderten-Werks ein Unverpackt-Laden eröffnen. Für Maintal gibt es solche Überlegungen ebenfalls.

Artikel vom 27. November 2019 - 14:41

Anzeige

Von Martina Faust

Noch existiert der Unverpackt-Laden von Stefanie Oefner nur auf dem Papier. Dort ist er aber schon detailliert ausgearbeitet. „Mein Businessplan steht. Es könnte sofort losgehen“, sprüht die 41-jährige Bischofsheimerin vor Tatendrang. Könnte, wenn die finanziellen Hürden nicht so hoch wären . . .

Hohe Investitionen schrecken ab

„Ich habe mich mit Inhabern anderer Unverpackt-Läden ausgetauscht und erfahren, dass ich einen Mindestumsatz von 10 000 Euro im Monat bräuchte. Aber wie viele Bambus-Zahnbürsten müsste ich da verkaufen“, scheut Oefner noch die Investition. Schließlich kämen zur Ladenmiete noch Wareneinkauf, Personalkosten und weitere Positionen hinzu. Dass die junge Frau nicht allein hinter der Theke stehen kann, versteht sich mit zwei kleinen Kindern von selbst. Auch wenn sie durchaus die erforderliche Energie hätte.

Stefanie Oefner sprüht vor Tatendrang. Und den Mut, sich beruflich auf eigene Beine zu stellen, hat sie allemal. Das hat sie in der Vergangenheit bereits zweimal bewiesen. Während ihrer ersten Schwangerschaft machte sie sich vor rund neun Jahren mit dem Geschenkeladen „Schöne Dinge für alle Sinne“ in Bischofsheim selbständig, bis sie nach zwei Jahren die Reißleine ziehen musste. „Das war mit Baby beziehungsweise Kleinkind dann doch ein bisschen viel. Mittags bin ich nach Hause gerannt, um meine Tochter zu füttern und für den Mittagsschlaf hinzulegen, abends dann wieder in den Laden“, erzählt sie. 

Oefner hat immer wieder neue Business-Ideen

Die Geschäftsaufgabe ist ihr dennoch schwer gefallen. Denn der Unternehmergeist ist ihr in die Wiege gelegt. Auch ihre Mutter war mit einem Süßwarenladen selbständig und hat einen Trödel- und Antiquitätenhandel und impfte ihre Tochter nicht mit Existenzängsten, sondern der Weisheit: „Alles, was Du werden musst, ist glücklich.“

Deshalb wagte die gelernte Leasingfachwirtin einige Jahre später – wieder in einer Schwangerschaft – einen neuen Anlauf. Für „Lichterherz“ mietete sie Lagerräume in Hochstadt, sammelte Gegenstände ein, die andere entsorgen wollten, verkaufte sie und spendete knapp die Hälfte für karitative Zwecke. Der Nachhaltigkeitsgedanke bestimmte schon diese Unternehmungen, die Oefner allerdings aufgrund von Schwangerschaftskomplikationen aufgeben musste.

Alte Schlecker-Filiale könnte zu Unverpackt-Laden werden

Jetzt aber, wo die Kinder aus dem Gröbsten raus und in Betreuung sind, würde sie sich gerne einen Herzenswunsch erfüllen: Die Eröffnung eines Unverpackt-Ladens. Ein geeignetes Objekt hat sie schon gefunden: „Die alte Schlecker-Filiale in Alt Bischofsheim wäre aufgrund der Fläche mit 220 Quadratmetern und der Lage ideal“, schwärmt sie. 

Der Laden steht seit Jahren leer und wird aktuell auf einem Immobilienportal zur Vermietung beworben. „Ich habe alles: vom Businessplan bis hin zum Namen“, erzählt sie. Aber die Investitionen und der Umsatz schrecken noch ab. 

Umweltbewusst seit der Kindheit

„Der Laden wäre ein Träumchen. Mein Traum“, schwärmt die Bischofsheimerin mit leuchtenden Auge. Der Nachhaltigkeitsgedanke begleitet sie, seit sie denken kann. „Ich war schon immer eine Ökomaus“, lacht sie und erzählt davon, wie sie mit zehn Jahren mit Plakafarbe „Ökofan“ auf ihre Zimmertür pinselte, sich mit 14 gegen den Feldbergzubringer an Bagger kettete und im Urlaub am Strand Müll anstatt Muscheln sammelt.

Doch bei allem Umweltbewusstsein und seitenweise Lektüre über die Vermeidung von Abfall gelingt das im Alltag nicht immer. „Auch wenn wir uns als vierköpfige Familie noch so sehr anstrengen, ein gelber Sack kommt doch immer zusammen“, räumt sie ein. Aber sie ist auch überzeugt: „Wenn keiner was macht, wird sich nie etwas ändern.“ Auf Facebook hat sie die Gruppe „Unverpackt Laden für Maintal“ gegründet.

Information
Unter „Maintal unverpackt“ ist für Dienstag, 10. Dezember, um 19.30 Uhr eine Infoveranstaltung mit Stefanie Oefner im „The Roof“, Wilhelm-Röntgen-Straße 11 im Gewerbegebiet Maintal-Ost geplant. Eine Anmeldung zur der kostenfreien Veranstaltung ist über Facebook möglich.


Kommentare

Noch keine Kommentare vorhanden.