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Einigung im Tarifstreit: Mehr Geld für "Kleeblatt"-Pflegepersonal

Maintal

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    Der Höhepunkt des Tarifstreits war ein Streik der „Kleeblatt“-Mitarbeiter Ende Mai. Danach haben die Verhandlungen Fahrt aufgenommen. Archivfoto: Jan Max Gepperth

Maintal. Fast anderthalb Jahre hat es gedauert, es wurde gerungen, verhandelt und gestreikt: Am vergangenen Freitag einigten sich Verdi und die Geschäftsführung der Maintaler DRK-Seniorenzentren „Kleblatt“ endlich in dem zähen Tarifstreit.

Artikel vom 26. November 2019 - 17:13

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Von Carolin-Christin  Czichowski

Das Ergebnis: Ab Juni 2020 werden die Verträge der rund 170 Beschäftigten der „Kleeblätter“ schrittweise an den so genannten DRK-Reformtarifvertrag angepasst. „Im Jahr 2024 greift dann der komplette Reformtarifvertrag auch für die Beschäftigten in Maintal“, erklärt Anette Hergl, die zuständige Verdi-Gewerkschaftssekretärin, auf Nachfrage. 

"Kleeblatt"-Geschäftsführerin wollte Tarif nicht zahlen

Ein Jahr lang waren zunächst mehrere Sondierungsgespräche zwischen Verdi und der Geschäftsleitung der drei „Kleeblätter“ in Bischofsheim, Hochstadt und Dörnigheim gescheitert. Der Grund: Geschäftsführerin Gudrun Schröter hatte sich geweigert, den für Einrichtungen des Deutschen Roten Kreuzes üblichen DRK-Reformtarifvertrag zur Anwendung zu bringen und bevorzugte stattdessen eine hauseigene, tariflose Lösung. 

Der Höhepunkt des Tarifstreits war schließlich ein Streik der „Kleeblatt“-Mitarbeiter Ende Mai. „Danach haben die Verhandlungen nochmal Fahrt aufgenommen“, so Hergl. Fast auf den Tag genau ein Jahr nach dem ersten Sondierungsgespräch sei Ende August das erste konkrete Verhandlungsangebot von Schröter zur schrittweisen Überleitung in den DRK-Reformtarifvertrag. Laut Hergl „Mit dem Ergebnis sind wir nun sehr zufrieden.“

Bis zu 20 Prozent mehr 

Konkret bedeutet diesess Ergebnis eine Lohnanpassung von bis zu 20 Prozent für das Personal der Maintaler Seniorenzentren. „Das entspricht der bisherigen Differenz zum Reform-Tarifvertrag“, so die Verdi-Gewerkschaftssekretärin.  Bislang betrug diese Differenz bei einer examinierten Altenpflegekraft monatlich rund 386 Euro brutto, bei Hilfskräften sogar bis zu 423 Euro. 

Doch damit ist jetzt Schluss: Ab 1. Juni 2020 werden zunächst die Gehälter von Pflegekräften angepasst, ein Jahr später dann die der Pflegehelfer und anderer Mitarbeiter. Der Tarifabschluss in den „Kleeblättern“ sei laut Hergl umso erfreulicher, da er nicht nur ein wichtiges Signal für die Arbeitgeber im Rhein-Main-Gebiet, sondern auch darüber hinaus und für die gesamte Branche sei.



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