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Enkel-Trick: Betrüger wollten Hochstädter um 18 000 Euro bringen

Maintal

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    Abzocke am Telefon: Mit dem Enkeltrick wollten Unbekannte kürzlich einen Hochstädter um 18 000 Euro erleichtern. Der Mann erstattete Anzeige. Foto: Pixabay

Maintal. Es ist Freitagnachmittag, 16.25 Uhr, als das Telefon klingelt. Es ist ein Hilferuf, den ein Hochstädter, der namentlich nicht genannt werden möchte, erhält. Sein „Enkel“ meldet sich bei ihm, befindet sich angeblich in einer Notlage und benötigt dringend Geld. Viel Geld.

Artikel vom 26. November 2019 - 10:53

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Von Martina Faust

Es ist der klassische Enkeltrick. Auch der Hochstädter hat natürlich von dieser Masche gehört, wenn sich Betrüger telefonisch vornehmlich bei älteren Personen melden und sich als Verwandte in Zwangslage ausgeben, um an Bargeld oder Wertgegenstände zu gelangen. Trotzdem wird der Senior zunächst nicht stutzig. „Ich stand im ersten Moment unter Schock“, erzählt er im Gespräch mit unserer Zeitung.

Kein Wunder, schließlich erzählt ihm der Anrufer in der Rolle des noch minderjährigen einzigen Enkels, dass er in einen Unfall verwickelt sei und jetzt 18 000 Euro zur Begleichung des Schadens benötige. „Opa, hilf mir bitte“, habe der Mann am anderen Ende der Leitung gefleht. 

Anruf blieb aus

Zweifel daran, dass der Anrufer nicht sein Enkel ist, kommen dem Hochstädter zunächst nicht. Erst im Rückblick entdeckt er zahlreiche Ungereimtheiten in der geschilderten Geschichte. Während des Telefonats aber ist er überrumpelt von der Situation. Dennoch lässt er sich nicht dazu verleiten, 18 000 Euro auszuhändigen. Er rät seinem Enkel, sich an die Eltern zu wenden und Polizei für die Unfallaufnahme und -abwicklung einzuschalten.

Der „Enkel“ verspricht, dies zu tun und sich am Folgetag wieder zu melden. Doch der Anruf bleibt aus. Dafür telefoniert der Hochstädter – und zwar mit der Polizei und bringt den Enkeltrick zur Anzeige.

Sicherheitsmaßnahmen sollten nicht außer Acht gelassen werden

„Das ist eine nicht enden wollende Masche, die immer mal wieder auftritt“, erklärt ein Pressesprecher des für Maintal zuständigen Polizeipräsidiums Südosthessen und kennt auch den Grund: „Der Enkeltrick ist viel zu probat und viel zu erfolgreich“, sagt er. Gerade bei älteren Menschen sei der Hilfsgedanke stark ausgeprägt. Deshalb sei vor allem diese Personengruppe auch so empfänglich für den Enkeltrick, berichtet der Beamte.

Bei allem guten Willen rät die Polizei allerdings, gewisse Sicherheitsmaßnahmen nicht außer Acht zu lassen. So sollte der Angerufene nie blind auf das Telefonat eingehen, sondern sich stets rückversichern, ob es sich bei dem Anrufer tatsächlich um besagtes Familienmitglied oder den Freund handelt.

Fremde sollten nicht in die Wohnung gelassen werden

„Dazu sollte man denjenigen anrufen, und zwar nicht unter der Nummer, die der Anrufer nennt, sondern unter der vertrauten Nummer“, rät der Polizeipressesprecher. „Außerdem sollte man unter gar keinen Umständen fremden Personen, die als Boten erscheinen, Geld oder andere Wertgegenstände übergeben“, fügt er hinzu.

Generell gelte, keine Fremden in die Wohnung zu lassen, auch wenn diese an der Tür klingeln und um Hilfe bitten würden. „Und falls doch, sollte man immer noch jemanden dazu holen“, empfiehlt der Beamte.

Jedes Detail würde helfen

Falls während des Telefonats Zweifel an der Authentizität des Anrufers aufkommen sollten, profitiert die Polizei bei einer späteren Anzeige von möglichst vielen Angaben. „Was für eine Stimme hatte der Anrufer? Sprach er oder sie mit Akzent? Auf welches Alter ließe sich die Person schätzen? Wurde eine Rufnummer übertragen? Jedes Details hilft weiter“, so der Pressesprecher.

Für die Aufnahme einer Anzeige ist auch die Maintaler Polizei in der Edisonstraße zuständig. Die Dienststelle ist telefonisch unter 0 61 81/43 02-0 erreichbar.



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