Lesezeichen hinzufügen hanauer.de als Startseite
bedeckt
6 ° C - bedeckt
» mehr Wetter

Masterplan "Maintal Mitte" sieht neuen Feuerwehr-Standort vor

Maintal

  • img
    In die Jahre gekommen: Das Feuerwehrgerätehaus an der Berliner Straße in Dörnigheim ist stark sanierungsbedürftig und entspricht in vielerlei Hinsicht nicht mehr den Anforderungen an eine moderne Feuerwache. Foto: Martina Faust

Maintal. „Bauphysikalisch in die Jahre gekommen“, lautet die wohlwollende Umschreibung für den Zustand des Feuerwehrgerätehauses in Dörnigheim. Was Anfang der 70er Jahre zukunftsorientiert an der Berliner Straße und damit an der Peripherie des Stadtteils entstanden ist, entspricht längst nicht mehr den aktuellen Anforderungen.

Artikel vom 22. November 2019 - 11:49

Anzeige

Von Martina Faust

Das Gebäude, das in den 80er Jahren durch einen Anbau mit Unterrichtsräumen und zusätzlicher Fahrzeughalle erweitert wurde, ist stark sanierungsbedürftig. „Wir haben regelhaft Wasserrohrbrüche“, erzählt Stadtbrandinspektor Andreas Matz. Die Wände weisen Risse auf, es gibt sichtbare Feuchtigkeitsschäden. „Das Gebäude hat rein rechnerisch sein Lebenszeitende erreicht“, erklärt Matz. 

Doch nicht nur bauphysikalisch besteht Handlungsbedarf. Das Gebäude platzt buchstäblich aus den ohnehin verschlissenen Nähten. Das liegt an der Feuerwehr selbst. Deren Aufgaben und Auflagen haben sich in den zurückliegenden Jahrzehnten stark verändert. 

Sieben Hauptamtliche Mitarbeiter

„In den 60er Jahren war Feuerwehr dazu da, Feuer auszumachen“, formuliert es Matz salopp. Das ist natürlich immer noch die Kernkompetenz der Floriansjünger. Längst werden sie ebenfalls bei Verkehrsunfällen, Gefahrgutaustritten oder zur Tierrettung alarmiert. „Die Einsatzzahlen sind auf einem hohen Niveau“, sagt Matz. Das hat personelle Konsequenzen. 

Um die rund 160 ehrenamtlich aktiven Feuerwehrmänner und -frauen zu entlasten, gibt es mittlerweile sieben hauptamtliche Mitarbeiter. „Wir versuchen, nur bei Großeinsätzen auf die Ehrenamtlichen zurückzugreifen“, erläutert Matz. Deshalb werde perspektivisch weiter aufgestockt werden müssen, wagt der Chef der Maintaler Feuerwehr eine Prognose. 

Auflagen setzten bestimmte Kapazitäten voraus

Doch nicht nur für die steigende Zahl an Mitarbeitern im Brandschutz braucht es Räume, sondern auch für das Material. „Einen Teil haben wir schon ausgelagert, etwa alles, was für katastrophenähnliche Zustände benötigt wird“, erklärt Matz. 

Zusätzlich gibt es gesetzlich festgelegte Auflagen einzuhalten, die ebenfalls gewisse räumliche und technische Kapazitäten erforderlich machen. „Zum Beispiel dürfen nach einem Einsatz keine Schadstoffe ins Feuerwehrhaus gelangen“, erläutert Matz. Weil sich das unter den aktuellen Gegebenheiten nicht umsetzen lässt, ziehen sich die Wehrkräfte noch am Einsatzort um und verstauen die „Dienstkleidung“ in luftdicht verschließbaren Behältern.

Möglicher Standort: Südlich der Dörnigheimer Bahngleise 

„Die räumlichen Kapazitäten sind das zentrale Problem“, fasst der Stadtbrandinspektor zusammen. Weil eine Grundsanierung, wie jüngst am Standort Bischofsheim erfolgt (wir berichteten), mit Blick auf Dörnigheim nicht sinnvoll ist, weil das Gebäude dann zwar technisch intakt, aber räumlich immer noch zu klein wäre, kommt nur ein Neubau in Frage. 

Stadtbrandinspektor Andreas Matz zeigt auf dem Stadtplan, wo die neue Dörnigheimer Feuerwehr entstehen könnte. Foto: Martina Faust

Wo dieser entstehen könnte, darauf gibt der kürzlich im Bauausschuss und Parlament vorgestellte Rahmenplan „Maintal Mitte“ eine erste Antwort: unmittelbar südlich der Bahngleise in Dörnigheim, zwischen Lahn- und Neckarstraße. Das derzeitige Feuerwehrgerätehaus würde quasi ein gutes Stück nach hinten versetzt. Am heutigen Standort könnten Gebäude für Dienstleistungsangebote entstehen. So skizziert es der Plan. 

Realisierung wird noch einige Zeit dauern

Eine Raumplanung seitens der Feuerwehr, die die Fülle von Vorgaben und Normen berücksichtigt, gibt es bereits. „Wir befassen uns schließlich schon seit zehn Jahren mit diesem Thema“, lacht Matz. Der nächste Schritt sei nun, anhand der Raumplanung und auf Grundlage des Masterplans für das Gebiet „Maintal Mitte“ eine Machbarkeitsstudie in Auftrag zu geben. 

Andreas Matz geht allerdings nicht davon aus, das neue Feuerwehrgerätehaus noch als aktiver Stadtbrandinspektor einzuweihen. „Ich bin Realist genug, um zu wissen, dass es ein langer Weg wird“, merkt er schmunzelnd an. In der Zwischenzeit wird Matz mit seinen Kollegen weiterhin „professionelle Behelfsstrukturen“ aufbauen, möglicherweise durch einen weiteren Anbau oder Containerlösungen, damit am derzeitigen Standort weiterhin alle Aufgaben der Feuerwehr wahrgenommen werden können.



Kommentare

Noch keine Kommentare vorhanden.