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Verein Railway ist auf Unterstützung für Skaterhalle angewiesen

Maintal

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    Jugendkultur pur: In der Skaterhalle an der Eichenheege wird die passende Atmosphäre durch Graffitis angesagter Straßenkünstler geschaffen, die sich in der 400 Quadratmeter großen und acht Meter hohen Halle ausgetobt haben. Foto: Christian Balke

Maintal. Ein Privatleben haben Dominik Stransky, 33 Jahre alt und im Hauptberuf Kita-Hausmeister, und Student Max Lasse Zeber (23), derzeit nicht. Die beiden Vorstände des Vereins Railway stecken jede freie Stunde, Minute und Sekunde in ihr Herzensprojekt, die Skaterhalle an der Eichenheege, neben den Bahngleisen gelegen.

Artikel vom 19. November 2019 - 13:54

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Von Christian Balke

Denn die beiden sportlichen Männer sind begeisterte Skater – was nichts mit Kartenspielen und ganz viel mit rasenden Rollen zu tun hat. Inline-Skater Dominik und Skateboarder Max haben gemeinsam mit ihren mittlerweile 36 Vereinsmitgliedern die Skater-Halle an der Eichenheege 20a auf- und ausgebaut. Die jungen Maintaler Funsport-Enthusiasten haben dabei etwas geschaffen, wofür sie in Frankfurt, Wiesbaden und vielen, vielen anderen Großstädten beneidet werden.

Wiesbaden und Frankfurt sind neidisch

Denn dort gibt es zwar Skaterparks unter freiem Himmel, aber keine coole Hallen-Location, in der die Jugend der Region auch in Herbst und Winter authentisch und ungezwungen ihrer rollenden Leidenschaft frönen kann.
„Stimmt“, sagt Dominik, „die Frankfurter und Wiesbadener hätten gerne so eine Halle.“ Haben sie aber nicht, deswegen ist die Maintaler Halle mit ihren Rampen und Hindernissen, mit ihren Graffitis und ihren „chilligen“ Clubräumen auch zu einem Anziehungspunkt für Funsportler aus der ganzen Region geworden.

„Es ist ganz toll, wenn wir gelobt werden, für das, was wir erreicht haben“, sagt Max Zeber, „Tatsache ist aber auch, dass wir an einem Punkt sind, wo wir ohne Unterstützung Probleme kriegen könnten. Wir sind an unsere Grenzen gestoßen.“

Neue Licht- und Soundtechnik wird benötigt

Das Licht in der Halle muss dringend ausgetauscht werden, der Hallenboden muss saniert werden. Die Clubräume sind zwar mit kultigen Second-Hand-Möbeln ausgestattet, an der technischen Ausstattung hapert es aber. Der Barbereich muss dringend aufgepeppt werden, und in Sicherheitstechnik muss investiert werden. „Und für Events, die wir hier durchführen könnten“, sagt Max Zeber, „brauchen wir auch moderne Licht- und Soundtechnik.“

Die Bitte um finanzielle Unterstützung oder sonstige materielle Hilfe zur Selbsthilfe geht vom Verein in erster Linie an die Stadt Maintal: „Es waren schon Politiker und Verwaltungsleute hier“, sagt Max, „und die waren auch beeindruckt. Es wäre nur schön, wenn man uns jetzt nicht vergessen würde, sondern tatsächlich Hilfe käme.“

Ehrenamtliche stoßen an ihre Grenzen

Immerhin, sagt Vorstandskollege Dominik, hätte die Stadt Maintal hier tatsächlich ein Alleinstellungsmerkmal in Sachen Jugendkultur, eine Attraktion: „Das muss man sich von Seiten der Stadt wirklich klar machen, dass hier etwas Besonderes entstanden ist.“ Die Nachfrage nach Hallenzeiten ist enorm, sagen die Hallen-Macher, die Vereinsmitglieder würden bei der ehrenamtlichen Betreuung der Gäste aber voll an ihre Grenzen stoßen.

Überhaupt, das Ehrenamt: Dominik ist von Hause aus gelernter Tischler. „Schauen Sie sich mal die Holz-Hindernisse an“, sagt Max voller Respekt, „die hat der Dominik selbst gebaut. Klar sind wir ihm da dankbar, aber das kann er alles doch nicht umsonst machen?“

Macher haben große Pläne

Die Möglichkeiten für ein Skater-Dorado mit überregionaler Strahlkraft seien da, sagen beide Funsport-Enthusiasten: Eine Inline-, BMX-, Scooter- oder Skateboard-Schule, Profi-Events mit stylischen Skater-Partys und Konzerten einschlägiger Bands: „Ist alles machbar, ist auch wirtschaftlich zu vermarkten – denken Sie nur an den momentanen Boom mit Kletterhallen, die sich selbst tragen.“

Allerdings müsste die Stadt finanziell einsteigen, wenn sie mit profitieren wolle: „Es wäre eine Win-win-Situation für Kommune und Jugendliche“, sagt Dominik, der sich auch über fördernde Vereinsmitglieder freuen würde: „Unternehmer, Mäzene, Funsport-Freunde sind aufgerufen, uns hier zu unterstützen.“

Ein weiteres Argument wäre letztlich auch, dass hier Jugendliche von der Straße geholt würden: „Das sagt man immer so leicht, aber bei uns stimmt es auch“, sagt Max und springt dann selbst auf sein Skateboard um die Ramps und Pipes zu „riden“, wie man es in der Sprache der Skater sagen würde.



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