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Maintal ist bunt: Kalifornierin Michelle Blythe lebt in Hochstadt

Maintal

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    Liebt die historische Hauptstraße: Die gebürtige US-Amerikanerin Michelle Blythe lebt seit 2001 in Hochstadt. Foto: Carolin-Christin Czichowski

Maintal. Viele Deutsche zieht es über den Atlantik in die USA, um dort ihren „American Dream“ zu verwirklichen. Bei Michelle Blythe war es genau anders herum: Die Kalifornierin ist nach Deutschland gekommen, und hat sich vor gut zwei Jahren in Hochstadt mit der Eröffnung ihres Cafés „Pearson & Puppe“ einen Lebenstraum erfüllt.

Artikel vom 14. November 2019 - 14:06

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Von Carolin-Christin Czichowski

Ursprünglich kam die 52-Jährige aber aus einem ganz anderen Grund nach Deutschland: „Wegen der Liebe“, sagt sie und lacht. „Mein Mann ist gebürtiger Engländer, aber in Maintal aufgewachsen.“ Bei einem Urlaub in Frankfurt hat sie ihren späteren Ehemann kennengelernt. Ihr erster längerer Aufenthalt in Deutschland war 1996. „Da habe ich ein Jahr in Frankfurt gelebt“, sagt Blythe. Es folgten Stationen unter anderem in England und Hongkong, ehe Blythe vor 18 Jahren schließlich nach Hochstadt gezogen ist.

Söhne in England geboren und in Hochstadt aufgewachsen

„Hochstadt ist der perfekte Ort zum Leben“, sagt sie. „Hier hat man alles, man ist schnell in Frankfurt.“ In die Mainmetropole zu ziehen, sei für sie aber nie infrage gekommen. „Das ist mir zu groß“, sagt sie. Ihre beiden Söhne, heute 20 und 21 Jahre alt, sind zwar in England geboren, aber wie ihr Vater in Hochstadt aufgewachsen.„Sie fühlen sich hier wohl, genießen aber auch die Freiheit, die man hat, wenn man Familie im Ausland hat.“

Blythes Familie lebt in den USA. „Ich besuche sie regelmäßig“, sagt die 52-Jährige, die in Kalifornien geboren, aber in Portland und Seattle aufgewachsen ist. Sie kennt also das Großstadtleben ganz genau, hat sich bewusst für das kleinere, beschauliche Hochstadt entschieden. „Hochstadt ist so ein freundliches Dorf“, sagt sie. „Die Menschen hier sind so aktiv, es gibt viele Vereine, es gibt Gastronomie.“

Angefangen hat alles auf dem Weihnachtsmarkt

Besonders die historische Hauptstraße hat es ihr angetan. „Es ist so hübsch hier. Ich mag es besonders im Winter, wenn der Weihnachtsmarkt stattfindet.“ Dort hat sie auch gemeinsam mit ihrer Geschäftspartnerin Katharina Puppe die ersten Schritte in die Selbständigkeit gewagt. „Wir haben damals angefangen, Selbstgemachtes auf dem Weihnachtsmarkt in Hochstadt zu verkaufen“, sagt Blythe. 

Die Konfitüren, Marshmallows und Soßen kamen so gut bei den Besuchern an, dass schließlich der Wunsch in den beiden Freundinnen heranreifte, ein eigenes Café mit selbst hergestellten Produkten anzubieten. „Aber bis wir eine passende Location für unser Vorhaben gefunden haben, hat es gedauert“, sagt Blythe. „Denn für uns war klar: Es musste Hochstadt sein und es musste auch auf der Hauptstraße sein.“ 2017 eröffnete Blythe dann gemeinsam mit Puppe das Café. 

Deutsche skeptische gegenüber Idee vom eigenen Café

Auch wenn ihr viele ihrer deutschen Freunde davon abgeraten haben. „Die meisten haben gesagt, dass das Risiko zu groß wäre“, sagt Blythe und lacht. „Das ist auch der größte Unterschied zwischen meinen deutschen und meinen amerikanischen Freunden. Die Deutschen haben immer auf das Risiko hingewiesen und waren eher skeptisch. Und meine amerikanische Familie und Freunde haben gesagt: 'Super, viel Spaß. Mehr als schief gehen kann es ja nicht'“.

Meistens arbeitet die gebürtige Kalifornierin in der Küche und im Eislabor, kreiert ständig neue Rezepte und Geschmacksrichtungen, oft passend zur Jahreszeit. Auch dort lässt sie immer wieder Ideen aus ihrer Heimat einfließen. „Ich liebe die amerikanische Art zu backen“, sagt Blythe. „Zum Beispiel Brownies und Käsekuchen mit Frischkäse anstatt mit Quark.“ 

"Der perfekte Ort zum Leben"

Mit ihrem Café möchte die 52-Jährige auch ein Stück weit die Hochstädter Hauptstraße beleben. „Es ist so eine tolle Atmosphäre hier“, sagt sie. „Wie gemacht für Gastronomie.“ Die Entscheidung, sich in Hochstadt niedergelassen zu haben, bereut sie nicht. „Ich bin hier zu Hause, habe viele Freunde gefunden“, sagt Blythe. „Für mich und meine Familie ist es der perfekte Ort zum Leben.“



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